13. Oktober 2020, 16:00 Uhr

Basketball

Gießen 46ers Rackelos so jung wie nie

Die Gießen 46ers Rackelos gehen in ihre vierte Spielzeit in der dritten Basketball-Liga ProB. Beim Farmteam hat sich viel verändert. Doch die Grundphilosophie bleibt.
13. Oktober 2020, 16:00 Uhr
Die Gießen 46ers Rackelos vor dem Saisonstart in der ProB: (hintere Reihe, v. l.): Karl Maruschka, Ikeon Smith, Felix Schweizer, Tim Uhlemann, Alexandre Doche, Johannes Lischka; vorne (v. l.): Teamarzt Dr. Ulrich Faber, Cheftrainer Rolf Scholz (Cheftrainer), Annika Müller (Teamphysio), Tim Schneider, Tim Köpple, Tristan Göbel, David Amaize, Sebastian Brach, Ferdinand Zylka, Michael Koch (Sportdirektor) sowie die Teamärzte Dr. Wolfgang Leutheuser und Dr. Petra Michel-Leutheuser. FOTO: PM

Gießen 46ers


Natürlich haben auch die Gießen 46ers Rackelos in einem besonderen Maße mit der Gesamtsituation zu kämpfen. Verpflichtungen für das ProB-Team fanden analog zur Bundesliga-Mannschaft der 46ers erst vergleichsweise spät statt, wie Trainer Rolf Scholz ausführt: »Ansonsten lief es aber gar nicht so unähnlich wie die Jahre davor: Wir haben geguckt, was wir an einheimischen Spielern haben, und versucht, diese bestmöglich zu ergänzen.«

Dabei herausgekommen ist nicht nur die bislang jüngste Aufstellung der Rackelos. Es wird auch in einem besonderen Maße darauf ankommen, dass Nachwuchskräfte wie Tim Schneider, Sebastian Brach oder David Amaize den für sie nächsten Schritt auf ihrer Entwicklungsstufe gehen. Einen ersten Fingerzeig wird es schon am Sonntag geben, wenn die Rackelos ab 17 Uhr bei der Orange Academy in Ulm in die Saison starten.

An der Auf- und Abstiegsregelung wurde nicht gedreht. »Wir sind alle Wettkämpfer und froh, wenn es nicht um die goldene Ananas geht«, so Scholz, der den Schritt befürwortet, aber die pandemischen Randfaktoren im Blick behält: Sei ein fairer und ausgeglichener Wettkampf nicht zu gewährleisten, müsse gegebenenfalls nachjustiert werden. In unteren Ligen ist die Auf- und Abstiegsregelung im Basketball ausgesetzt worden.

Kommen/Gehen: Oldenburg in der Nord- sowie Elchingen, Baunach und Würzburg in der Südstaffel verzichteten nach Ausbruch von Covid-19 auf ihr Teilnahmerecht und ließen sich in die vierte Liga zurückstufen. Auch vor diesem Hintergrund war die Entscheidung der 46ers mutig und visionär, die Rackelos trotz aller Widrigkeiten sportlich in der ProB zu halten. Tim Uhlemann und Kapitän Johannes Lischka schultern unterm Brett viel Verantwortung. Hoffnungen setzt Scholz in Ferdinand Zylka: »Er ist ein gestandener ProB-Spieler«, wie der Coach lobt, der aber auch im nicht minder dünnen Kader der ersten Mannschaft auf Einsatz hoffen darf. Im ansonsten blutjungen Kader wird viel davon abhängen, wie stark die Importspieler Ikeon Smith und Alexandre Doche einschlagen. Dabei haben die Rackelos gezielt nach Akteuren gesucht, die möglichst viele Positionen bekleiden können.

Stärken/Schwächen: Entsprechend wird es darauf ankommen, aus der Not eine Tugend zu machen. »Wir sind natürlich dünn besetzt, haben aber Erfahrung darin, wie wir uns unter nicht normalen Bedingungen optimal weiterentwickeln können«, hofft Scholz. Dabei baut er auch auf die jugendliche Unbekümmertheit.

Umfeld/Trainer: Während andere BBL-Vereine direkt nach Ausbruch der Corona-Krise den Klingelbeutel kreisen ließen, setzten die 46ers auf Charity-Aktionen: im Frühjahr ein auffälliger Kontrast. Als im Spätsommer im Rahmen des »Latscho-Funding« doch noch eine Spendenaktion ins Leben gerufen wurde, die den Rackelos galt, zahlte sich das zurück. Die anvisierten 23 000 Euro wurden eingesammelt - und verbreiteten positive Stimmung und Hoffnung im Team. Dieses muss zukünftig auf Ex-»Co«-Trainer Lutz Mandler verzichten, der die Geschicke paritätisch mit Scholz leitete und zusammen mit Teammanagerin Anne Leinweber das Gesicht des Vereins darstellte. »Ein sportlich wie menschlich« großer Verlust, sagt Scholz, der Mandlers Entscheidung aber respektiert. Der ehemalige Zweitliga-Forward will sich verstärkt aufs Familiäre konzentrieren.

Prognose: Nie verpassten die Rackelos in ihrer jungen Geschichte die Playoff-Qualifikation. In der unsteten dritten Liga ist das eine Leistung für sich. Ob es ein viertes Mal klappt, ist aber ungewiss. Da darf man gerne daran erinnern, dass Scholz, Leinweber und damals Mandler die unliebsame Abstiegsrunde bereits in ihrem Jahr bei den Licher BasketBären (2016/17) erfolgreich gemeistert haben. Die Rackelos können Krise, viele andere Teams müssen diese Tauglichkeit erst noch unter Beweis stellen.

Personelles: Zugänge: Karl Maruschka, Tristan Göbel (beide BBA Gießen 46ers), Ikeon Smith (Georgia Southern Eagles), Alexandre Doche (Planasa Navarra), Ferdinand Zylka (Mitteldeutscher BC). - Abgänge: Lutz Mandler, Filip Krämer, Julian Pesava, Hannes Osterwalder, Wyatt Lohaus (alle Ziel unbekannt), Leon Okpara (Artland Dragons), Jannis Hahn (Crailsheim).

Kader: Karl Maruschka, Ikeon Smith, Felix Schweizer, Tim Uhlemann, Alexandre Doche, Johannes Lischka, Tim Schneider, Tim Köpple, Tristan Göbel, David Amaize, Sebastian Brach, Ferdinand Zylka.

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