12. Januar 2020, 20:57 Uhr

Gießen 46ers Rackelos mit Galavorstellung

12. Januar 2020, 20:57 Uhr

Einen spätestens ab dem dritten Viertel ungefährdeten 94:62 (46:34)-Sieg durften die Gießen 46ers Rackelos am Sonntagabend feiern. Gegen ersatzgeschwächte Baunacher kannte das Spiel über weite Strecken nur eine Richtung.

In der Fanforschung ist umstritten, ab wann im Basketballsport der sogenannte Entspannungseffekt einsetzt. Während man diesen Modus bei Fußballfans in etwa bei einer Führung von zwei Toren verorten kann, ist es im rasanten Basketballsport komplizierter. Auch höhere Rückstände können egalisiert werden, völlige Sicherheit herrscht, wenn überhaupt, erst ganz am Ende. Am 15. Spieltag der dritten Liga erlebten 250 Fans in der Osthalle eine Ausnahme von dieser Regel. Gegen dezimierte Young Pikes aus Baunach dominierte man nach Belieben. Das Trainergespann um Rolf Scholz und Lutz Mandler konnte es sich so leisten, bereits früh die zweite Garde aufs Feld zu schicken. So kam es, dass Kapitän Johannes Lischka eine Partie der besonderen Art ablieferte. Im noch umkämpften Anfangsviertel hielt der Routinier sein Team mit starken 14 Punkten in Front. Bis zur Halbzeit wuchs die Punkteausbeute bis auf 20 Zähler an.

Kurz nach dem Seitenwechsel netzte Lischka einen Dreier, wurde bald darauf ausgewechselt - und durfte sich so über eine Quote aus dem Feld von 100 Prozent freuen.

»An Tagen wie heute kommt es nicht darauf an, wer wie viele Punkte gemacht hat«, erklärt David Amaize richtigerweise nach dem Spiel. »Mit so einem Ergebnis kann man nie rechnen«, kommentiert Coach Mandler die Verletztenmisere seines Gegners. Akteure wie Brandon Tischler oder Leon Bulic mussten aussetzen. Insgesamt hatte Coach Mario Dugandzic ohne fünf Stammspieler auszukommen.

»Ich kann mich erinnern, dass wir mal in Rhöndorf mit sechs Spielern gewonnen haben«, unterstreicht Mandler, dass der Sieg trotz der Ausgangssituation gerade in dieser Höhe keine Selbstverständlichkeit war. Vor allem war er nicht ganz unwichtig: Im Kampf um das Heimrecht in den Playoffs war es sogar ein Big Win. Gegen Baunach sind die Rackelos damit ohne Niederlage und ziehen in der Tabelle am Bamberger Farmteam vorbei. In den nächsten Wochen rechnet Scholz mit mehreren Gegnern »auf Augenhöhe«. »Die Tropics aus Oberhaching werden schwer«, mahnt Mandler mit Blick auf das nächste Match am Samstag.

Nur in den ersten acht Minuten handelte es sich um ein ausgeglichenes Spiel. Gerade im Rebound waren die Mittelhessen nicht zu stoppen. Allein die Zonenverteidigung der Pikes streute Sand ins Getriebe und verhinderte, dass die Gießener nicht schon vor der Halbzeit deutlicher führten. Im dritten Quarter brachen dann alle Dämme: Mit 29:12 fegte man K.-o-.-gespielte Franken aus der Halle. Fast alle Spieler durften sich in die Scorerliste eintragen. Erst als Scholz und Mandler im Schlussviertel tief durchrotierten und ihre zweite Garde gegen die Ballraumverteidigung des Gegners üben ließen, konnte dieser Ergebniskosmetik betreiben.

Nach dem Spiel war dann eine ausgiebige Autogrammstunde mit dem jungen Fanclub der Rackelos angesagt. »Es war ein schönes Spiel, wir haben hoch und verdient gewonnen«, bringt Amaize die Partie schlicht auf den Punkt. - Gießen: Köpple (15), Amaize (8), Krämer (9), Uhlemann (9), Okpara, Lischka (23), Pesava (11), Schweizer (3), Lohaus (13), Osterwalder (3). - Baunach: Tischler (17), Baggette (18), Saffer, Brevet, Beck (13), Bergmann (2), Überall, Keppeler (2), Heckel (10).

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