02. März 2020, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Kein Geschenk des Teams für Koch zum Amtsantritt

Kein Geschenk des Teams zum Amtsantritt für den neuen Geschäftsführer Michael Koch. Die Gießen 46ers verlieren bei Rasta Vechta denkbar knapp mit 72:73. Den Sieg hätte aber auch die Mannschaft von Trainer Ingo Freyer verdient gehabt.
02. März 2020, 07:00 Uhr
Der siegbringende Dreier für Vechta von Jordan Davis, Gießens Guard Stephen Brown kann den Wurf nicht verhindern. FOTO: CHRISTIAN BECKER

Gießen 46ers


Michael Koch saß am Samstagabend zu Hause in Königsstein vor dem Fernseher. Der neue Geschäftsführer der Gießen 46ers, der seit dem gestrigen Sonntag im Amt ist und Heiko Schelberg ablöste, drückte vergebens die Daumen. Der 54-jährige ehemalige Basketball-Nationalspieler musste mitansehen, wie sein Club trotz Vorteilen in der Schlussphase im mit 3140 Zuschauern ausverkauften Rasta-Dome den Kürzeren zog und somit die dritte Auswärtsniederlage in Folge kassierte.

Der gebürtige Licher weiß ganz genau, dass es im Kampf um den Klassenerhalt noch einmal richtig eng werden kann. Nächsten Samstag steht um 18 Uhr das prestigeträchtige Hessenderby gegen die Frankfurt Skyliners an, die nur zwei Punkte weniger haben als die Gießener und Rang 14 in der BBL einnehmen. Sechs Tage später geht es für die Gießener zum Rangvorletzten nach Weißenfels. Verlieren die 46ers beide Spiele, stecken sie mittendrin im Abstiegsstrudel. Ein Sieg in Vechta hätte den 46ers mit Berücksichtigung auf die kommenden Aufgaben gut zu Gesicht gestanden.

Zurück zur nervenaufreibenden Endphase in Vechta: Der bärenstarke Matt Tiby traf zwei Freiwürfe zur 72:70-Führung für die Gießener. Dass dies die letzten Punkte der Mittelhessen in einem Spiel auf Augenhöhe bei den heimstarken Rasta-Männer gewesen sind, damit hätte wohl keiner gerechnet. Bei 15 Sekunden Restspielzeit hielt Guard Teyvon Myers den Ball in den Händen - sein schwieriger Dreier verfehlte das Ziel. Ein Versuch zu einem Korbleger wäre eine bessere Alternative gewesen. Jordan Davis machte es auf der anderen Seite besser. Bei nur noch 2,4 Sekunden auf der Uhr drückte er trotz hautenger Verteidigung von Stephen Brown seinen Dreier ab, der zum 73:72 für Vechta in die Reuse flog. Gießen hatte zuvor noch ein Teamfoul zu geben - hat es aber nicht getan. »Vergessen«, wie Freyer später sagte. Der finale Angriff der 46ers blieb erfolglos. Den letzten Pass von Bjarne Kraushaar bekam John Bryant unter dem Korb nicht zu fassen.

Insgesamt stand der 2,11-m-Koloss nur 6,25 Minuten auf dem Feld - das dürfte für ihn Saisontiefstwert sein. Rasta-Geschäftsführer Stefan Niemeyer sagte im Halbzeitinterview bei MagentaSport, dass Tiby eine »Riesenspiel macht.« Klare Worte von Niemeyer folgten im Zusammenhang Tiby und Bryant: »Er kompensiert den Ausfall von Bryant sehr, sehr gut.« Es sei schade, dass so ein Spieler wie Bryant mit diesen Anlagen im Moment so schlecht in Form sei, so der Rasta-Chef weiter.

Ein heftiges Wortgefecht trugen Bryant und Freyer aus. Nach nur 1,53 Minuten Einsatzzeit im zweiten Viertel und zwei Katastrophenpässen von Bryant durfte er schnell wieder auf der Bank Platz nehmen. Das schmeckte dem 32-Jährigen gar nicht, der die Auswechslung mit höhnischem Applaus begleitete. Freyer sagte ihm seine Meinung, die Bryant nicht unbeantwortet ließ.

»John ist wie jeder Spieler. Wenn du nur zwei, drei Minuten spielst und wieder auf die Bank musst, ist der Spieler sauer. Aber wenn man vorher zwei Turnover macht, nehme ich jeden Spieler wieder runter. Egal ob John Bryant oder Nachwuchsspieler. Da sind für mich alle Spieler gleich«, erklärte Freyer in seiner typisch norddeutschen Art.

Der 49-Jährige trauerte der vertanen Chance schon nach. Obwohl seine Mannschaft 20 Fehler produzierte (Vechta 16), stand sie kurz vor dem Coup beim Playoff-Kandidaten. »Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Wir haben hier wirklich eine Menge, Menge richtig gemacht. Wir haben sehr, sehr gut verteidigt und in der Offense sehr smart gegen Vechtas Doppeln gespielt. Am Ende hatten wir einfach nicht das Quäntchen Glück, was du brauchst, um hier zu gewinnen«, fasste Freyer zusammen. Sein Gegenüber Pedro Calles sprach indes von einem schlechten Spiel seiner Mannschaft - und von einem glücklichen Ende.

Die 46ers erwischten einen ganz starken Beginn, entzogen sich dem Druck der Gastgeber und führten mit 26:21 nach Viertel eins. Es war aber klar, dass die heimstarken Niedersachsen zurückkommen würden. Und es dauerte nicht lange, bis sie die Führung übernahmen. Die Gäste von der Lahnstadt ließen sich davon aber nicht beirren. Sie kämpften weiter. Vor allem Tiby war es zu verdanken, dass der Rückstand zur Halbzeit nur zwei Punkte betrug. Der Powerforward hatte bis zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Punkte erzielt. Der dritte Durchgang endete mit einem 18:18. Vechta ging mit dem 60:58 ins finale Viertel. Danach folgte der mit Happy End für Vechta.

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