22. Juni 2018, 19:58 Uhr

Gewinn für Fans und Sponsoren

22. Juni 2018, 19:58 Uhr
Heiko Schelberg (mv)

Gerade unsere mittelhessischen Topsportarten Basketball, Eishockey und Handball fristen TV-mäßig hinter dem Fußball eher ein Schattendasein. Für die Geschäftsführer der Gießen 46ers, des EC Bad Nauheim und der HSG Wetzlar sind die aktuell ausgehandelten und laufenden Fernsehverträge für ihre Sportarten und Klubs aber ein erster, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Für alle steckt in den verschiedensten TV-Formaten noch viel Entwicklungspotenzial:

Heiko Schelberg (Geschäftsführer Gießen 46ers): »Wir haben in der Basketball-Bundesliga mit der Telekom einen guten TV-Vermarktungsvertrag abgeschlossen. Dort sind wir sehr gut aufgehoben. Wir haben eine Zielgruppe, die jung und dynamisch ist, sich genau diesen Portalen widmet und Sportevents im Internet ansieht. Ich bin davon überzeugt, dass dies das Zugpferd für die Zukunft ist. Der Telekom-Vertrag hat sich bei uns positiv ausgewirkt. Die Spiele sind für jeden einzelnen Telekom-Kunden kostenfrei empfangbar. Die BBL ist von der Reichweite her ebenfalls in neue Dimensionen vorgestoßen. Der Telekom-Vertrag hilft uns enorm, den Basketballsport weiter auszubauen und zu positionieren. Reichweite ist die Benchmark, die Sponsoring definiert.«

Andreas Ortwein (Geschäftsführer EC Bad Nauheim): »Die Einschaltquoten während der Olympischen Spiele haben gezeigt: Eishockey hat in den öffentlich-rechtlichen Sendern Potenzial. Generell haben wir es liga- und verbandsseitig aktuell aber nicht wirklich optimal genutzt. Hier ist – ähnlich wie nach der Heim-WM – eine Chance vertan worden. Eishockey ist für TV-Zuschauer nicht einfach zu verfolgen. Aber ich denke, durch verschiedene Übertragungsformate wurde viel getan, um auch weniger eishockeyaffinen Zuschauern einen schnellen Einstieg zu ermöglichen. Allerdings tut sich die DEL mit Salami-Spieltagen keinen Gefallen; genauso wenig wie der Fußball. Regeltermine sind wichtig. Natürlich kann man den Spielbeginn wegen TV-Zeiten schieben, aber es ist nicht gut, die Spiele auf die gesamte Woche zu verteilen. Ich denke, dass im Handball, Basketball und Eishockey attraktive Live- und TV-Events dargestellt werden. In der DEL 2 haben wir als Liga mit Sprade TV ein gutes Medium aufgebaut. Wir haben dadurch zu jedem Heimspiel noch mal einige Hundert Zuschauer mehr und generieren Einnahmen. Ich sehe das als einen Gewinn für Fans und Sponsoren.«

Björn Seipp (Geschäftsführer HSG Wetzlar): »Mit dem neuen Fernsehvertrag sind wir in der abgelaufenen Saison, was die TV-Reichweiten angeht, in neue Dimensionen vorgedrungen. Noch lieges uns die endgültigen Zahlen durch die Agentur der Handball-Bundesliga nicht vor, da diese quartalsmäßig an die Clubs weitergegeben werden, aber von August bis April diesen Jahres haben beispielsweise über 13 Millionen Zuschauer die Berichterstattung über die Heimspiele der HSG Wetzlar am Fernseher mitverfolgen können. Insgesamt, mit unseren Auswärtsspielen, sind es weit über 22 Millionen Kontakte. Solche Reichweiten hatten wir davor nicht annähernd. Solche Zahlen freuen uns, vor allem unsere Sponsoren, und sie sind für die unternehmerische Weiterentwicklung der HSG Wetzlar extrem wichtig. Auch die neuen Anwurfzeiten, allen voran die viel diskutierte Sonntagszeit um 12.30 Uhr, haben sich bei uns nicht negativ auf die Zuschauerzahlen ausgewirkt. Wir haben in der jetzt abgelaufenen Saison den Zuschauerschnitt der Rekordsaison 2016/2017 bestätigt. Das und auch die Zahlen aus dem Dauerkarten-Vorverkauf für die kommende Saison zeigen, dass unsere Zuschauer die Leistungen der Mannschaft und das gebotene Live-Event sehr wertschätzen. Auch die Zusammenarbeit mit Sky sowie ARD und ZDF lief höchst professionell und reibungslos. Natürlich sind der zeitliche Anspruch und damit der Aufwand für Spieler, Trainer und Verantwortliche dadurch deutlich gestiegen, aber das nehmen alle gerne in Kauf, wenn man sieht, welche zusätzliche Fläche die Handball-Bundesliga und somit auch die HSG Wetzlar erzielt. Alles in allem können wir somit mit der neuen Partnerschaft und den Ergebnissen wirklich sehr zufrieden sein.«

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