27. Februar 2020, 22:12 Uhr

Ganz harter Brocken für Rackelos

27. Februar 2020, 22:12 Uhr
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Von Sebastian Kilsbach
Durchsetzungsvermögen unter dem Korb ist für die Gießen 46ers Rackelos um Center Tim Uhlemann am Sonntag gegen Elchingen gefragt. FOTO: FRIEDRICH

Einem schweren Restprogramm sehen die Gießen 46ers Rackelos in der dritten Basketball-Liga entgegen. Zu Hause in der Sporthalle Gießen-Ost empfängt das Farmteam am Sonntag (18 Uhr) mit Elchingen das Nonplusultra der ProB-Süd.

Das wichtige zuerst: Die Playoff-Qualifikation ist den Jung-46ers nicht mehr zu entreißen. Auch im dritten Jahr in Folge geht es in die Meisterschaftsrunde. Unklar ist bislang aber, ob auch das Heimrecht wie in den Spielzeiten zuvor an die Mittelhessen geht. Dafür müssten die Rackelos mindestens Vierter der Liga werden. Trotz des derzeitigen dritten Rangs wird das eine Herkulesaufgabe.

Tabellenprimus Elchingen ist die Tabellenführung zwei Spieltage vor dem Hauptrundenende nicht mehr zu entreißen. Die Baskets setzen derzeit Maßstäbe. Seit 15 Spielen ist das auf allen Positionen doppelt gut besetzte Team unbezwungen. Noch krasser: Auswärts gaben die von Igor Perovic trainierten Schwaben noch keinen lausigen Punkt ab. Das kann im deutschen Profi-Basketball derzeit kein anderes Team von sich behaupten. »Da werden wir einen absoluten Sahnetag brauchen«, ist Rackelo-Cheftrainer Rolf Scholz die schwere Ausgangslage glasklar.

Hinzu tritt der Umstand, dass die Gießener nach ihrem bärenstarken Auftritt gegen den Ligazweiten aus Würzburg eine Karnevalszwangspause einlegen mussten. Der Ball ruhte am vergangenen Wochenende. »Den Rhythmus hätten wir gerne mitgenommen. Aber wir haben intensiv trainiert und freuen uns aufs Duell«, so Scholz weiter. Dabei kann der Basketball-Lehrer personell voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen.

Zu verlieren haben seine Rackelos aller tabellarischen Rechenspiele zum Trotz bei diesem Gegner nicht viel. 2018 war Elchingen bereits Meister geworden, bemühte sich aber um keine Lizenz für die ProA, da die heimische Brühlhalle den Statuten der zweiten Liga nicht entspricht. Nach einem Übergangsjahr, in dem es nur bis ins Achtelfinale ging, machte man im Schwäbischen Nägel mit Köpfen. Der Bundesligist der 1990er Jahre verpflichtete auf ProB-Niveau im Stile des FC Bayern im Fußball nach. In der Szene bekannte Namen wie Darian Ruda oder Lamar Mallory, der bereits für die Licher BasketBären Dunks wie am Fließband produzierte, wurden unter Vertrag genommen. Der im Rumpf beibehaltene Kader wurde unterm Strich durch sechs Spieler produziert, die zusammengerechnet 52 Punkte pro Spiel für die Perovic-Truppe auflegen.

Prunkstück des Meisterschaftsfavoriten ist die Defensive, die nur etwas mehr als 70 Punkte pro Spiel zulässt. Hoffnung macht das Hinspiel, in dem die Rackelos bis zur vorletzten Minute am Sieg kratzten. Am Ende ging es aber mit 61:69 nach Hause.

»Wir müssen auf den Ball aufpassen, sie bauen über die Guardpositionen viel Druck auf. Das wird der Schlüssel sein«, blickt Coach Scholz voraus. Insgeheim werden die Mittelhessen auch darauf hoffen, dass Elchingen vor den Playoffs in den Schongang schaltet.



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