08. April 2019, 07:05 Uhr

Basketball

Ganz bitteres Saisonaus für die Gießen 46ers Rackelos

Dramatische Niederlage für die Gießen 46ers Rackelos: Durch ein 100:101 nach Verlängerung im entscheidenden Match gegen Schwenningen platzt der Halbfinaltraum der Mittelhessen in der ProB.
08. April 2019, 07:05 Uhr
Die Emotionen kurz nach Spielschluss: Die Gießen 46ers Rackelos um Trainer Rolf Scholz müssen traurig mitanschauen, wie die Panthers Schwenningen in der Osthalle den Halbfinaleinzug feiern. (Foto: Friedrich)

Der Spielverlauf erinnerte dabei ans Vorjahr. Auch in der Vorsaison waren die Rackelos im dritten Spiel der Viertelfinalserie nach Overtime ausgeschieden. Der Gegner hieß seinerzeit Rostock, hatte mit Bill Borekambi aber einen Basketballer im Aufgebot, der heute bei den Schwenninger Panthers unter Vertrag steht. Hatte der Forward im letzten Frühjahr seine Farben durch ein Double-Double zum Sieg geführt, netzte er am Samstagabend den entscheidenden Korbleger zum 101:100 ein. »Es war ein verrücktes Spiel, ich kann es kaum beschreiben«, strahlte Borekambi und lobte zugleich die Stärke der Gießener: »Sie haben uns das absolute Maximum abverlangt.«

 

Tshikaya vergibt Dreier

 

Tatsächlich hatten die 46ers bei drei noch zu spielenden Sekunden die Wende selbst in der Hand: Thomas Tshikaya wurde nach einem soliden Play freigespielt und wagte den Wurf aus der Dreipunktedistanz. Es blieb beim Versuch, weshalb die Rackelos reihenweise aufs Parkett glitten und dabei aufpassen mussten, nicht von den wie wild durch die Osthalle hüpfenden Panthers erwischt zu werden. Die Feierlichkeiten des Aufsteigers, der gegen Münster nun um die sportliche Qualifikation für die ProA kämpft, dauerten bis eine Stunde nach Spielende an. Der mitgereiste Schwenninger Anhang empfing jeden Spieler vorm Teambus und rundete den Abend mit einer über den Campus des Philosophikums I schallenden Humba ab.

 

800 Zuschauer in Osthalle

 

Doch auch die Rackelos durften sich über großen Zuschauerzuspruch freuen. Rund 800 Besucher hatten die Osthalle belebt, die bei einem ProB-Spiel erstmals auch auf der Gegenseite geöffnet war. Sie sahen eine Partie, in der ihre Mannschaft über weite Strecken den Ton angab, sich aber nie vorentscheidend absetzen konnte. Gehandicapt wurden die Hessen zudem durch den Ausfall von US-Guard Jestin Lewis. »Er hat einen Meniskusriss und wurde bereits am Freitag erfolgreich operiert«, erklärte Cheftrainer Rolf Scholz. Die Rackelos gingen so mit einer Acht-Mann-Rotation in die Partie und sollten am Ende auch an mangelnden Kräften scheitern.

Durch eine homogene Teamleistung führten die Gießener über 95 Prozent des Spiels. Kapitän Johannes Lischka etablierte durch zwei Halbdistanzwürfe einen frühen Vorsprung. Dass sie sich weder nach dem ersten Viertel (28:20) noch bis zur Halbzeit (50:43) vorentscheidend absetzen konnten, lag unter anderem an Anell Alexis. Schwenningens Guard brachte die Osthalle mit seinen fünf Dreiern immer wieder zum Verstummen. Die Rackelos konnten sich aber auf Lischka verlassen, der mit 27 Punkten dagegenhielt. »Die Basketballgötter haben es einfach nicht gewollt, am Ende hat uns das Quäntchen Glück gefehlt«, zeigte sich der Kapitän nach dem Spiel zerknirscht.

 

Alexis nicht zu stoppen

 

Per Tip-in war es ebenfalls Alexis, der die Panthers in die Overtime rettete. Das 90:90 war der erste Ausgleich der Partie. Lischka warf mit vier Punkten zu Beginn der Verlängerung nochmals alles in die Waagschale. Als Alen Pjanic und Jordan Williams dann aber ihr jeweils fünftes Foul kassierten, auf die Bank gehen mussten und die Rotationsmöglichkeiten der Rackelos weiter dezimierten, schwanden die Chancen der Lahnstädter. Bjarne Kraushaar nahm in der Schlussphase viel Zeit von der Uhr, dribbelte sich dann aber fest und wurde unterm Brett von Borekambi geblockt. Auf der Gegenseite markierte der Forward durch einen wilden Korbleger schließlich den 101:100-Endstand.

»Bedenkt man, wie wir uns nach dem schwachen Saisonstart entwickelt haben, können wir natürlich trotzdem stolz sein. Dafür werden wir aber noch einige Tage brauchen«, blickte Scholz auf Spiel und Saison zurück. »Die Fans haben uns toll angenommen und sich mit uns identifiziert. Das ist die höchste Anerkennung überhaupt, weshalb es besonders wehtut, dass die Saison schon zu Ende ist«, fand Lischka emotionale Schlussworte.

Gießen: Kraushaar (15), Köpple (11), Williams (17), Pjanic (11), Uhleman (6), Okpara (11), Lischka (27), Tshikaya (2).

Schwenningen: Tsvetkov (15), Alexis (19), Borekambi (18), Karamatskos (5), Moore (19), Friederici (4), Pakamanis, Osterwalder (1), Abaker (7), Hajric (13).

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