21. März 2019, 07:00 Uhr

FC Gießen

Fink: »Darüber habe ich mich maßlos aufgeregt«

Der FC Gießen schwankt nach dem bitteren Aus im Halbfinale des Fußball-Hessenpokals in Baunatal zwischen Stolz und Frust. Vier Aspekte nach dem geplatzten Traum vom DFB-Pokal.
21. März 2019, 07:00 Uhr
Das Team des FC Gießen schwor sich vor dem Elfmeterschießen nochmal ein - letztlich vergebens. Die Gießener sind aus dem Fußball-Hessenpokal ausgeschieden.

1. Die gedämpfte Stimmung

Am erkennbarsten wurde der Ärger des FC Gießen schon vor dem Elfmeterschießen im Halbfinale des Fußball-Hessenpokals. Führungsspieler Michael Fink trat nach den 120 Minuten für die Haupttribüne hörbar gegen die Auswechselbank. »Wenn man so oft durchkommt und so viele Spielanteile hat, muss man treffen. Wir wollten das das Tor nicht mit letzter Konsequenz erzielen, haben im Strafraum und bei den Hereingaben zu egoistisch oder umständlich gespielt. Darüber habe ich mich maßlos aufgeregt, weil es für den Verein eine sehr große Chance war. Das müssen wir intern ansprechen«, erklärt Fink am Tag nach dem bitteren Aus im Hessenpokal.

Den Mittwoch bekam das Team frei. »Um das Ganze zu verarbeiten«, sagt FC-Trainer Daniyel Cimen.« Die Enttäuschung ist riesig, im gesamten Verein. Am Tag danach hat man das Emotionale etwas abgelegt und ich muss sagen: Wir haben eine Riesenchance verpasst und müssen uns an die eigene Nase fassen. Wir hatten kein Pech«, räumte Cimen ein. »Nur im Elfmeterschießen.« Der Ärger, dass man es bis zu diesem kommen ließ, ist groß. Auch der in der 120. Minute eingewechselte Keeper Frederic Löhe konnte an der Niederlage nichts ändern, auch wenn er an drei Bällen dran war. Kein Finale im Hessenpokal, kein DFB-Pokal in der nächsten Saison, keine 160 000 Euro Prämie für die erste Runde.

 

2. Die Diskrepanz zwischen Heimstärke und Auswärtsanfälligkeit

23 von 29 Pflichtspielen in dieser Saison hat der FC Gießen gewonnen. Sechs Partien konnten nicht erfolgreich bestritten werden (drei Remis, drei Niederlagen) – alle sechs Spiele fanden auswärts statt. Das Ausscheiden in Baunatal ist das jüngste Beispiel. Zufall? Trainer Cimen möchte die Statistik nicht zu hoch hängen: »Ich glaube, jede Mannschaft spielt lieber zuhause. Das hat keine besonderen Gründe. Es ist eher ein psychologischer Aspekt: Wenn die Gegner zu uns kommen, haben sie sehr großen Respekt, wenn wir auswärts ran müssen, sagt sich der Gegner: Heute geht was!«

 

3. Das gestärkte Wir-Gefühl

Mit drei Fanbussen und einem Bus für die Sponsoren reiste der FC Gießen nach Baunatal. Der Dienstagabend war der Beweis dafür, dass sich in der Gießener Fanszene (Fanclubs Supporters Gießen, Schlambeiser) etwas bewegt. Das beeindruckt auch Trainer Daniyel Cimen. »Es war wirklich unglaublich. Vielleicht waren sogar 400 Leute da, auf jeden Fall war es ein gefühltes Heimspiel vor über 1000 Zuschauern in Baunatal. Es ist schön, die rot-weißen Schals zu sehen. Dann weiß man: Das ist ein Gießener.« Die Resonanz vom Dienstag zeige, »dass wir einiges richtig gemacht haben.« Auch in FC-Geschäftsführer Jörg Fischer wuchs trotz der sportlichen Enttäuschung der Stolz, »was wir in den letzten neun Monaten auf die Beine gestellt haben.« Cimen: »Das sollte uns Motivation geben, dass wir auf dem richtigen Weg sind und diesen mit der Meisterschaft krönen.«

 

4. Die personelle Lage nach dem Pokalfight

Mit Cem Kara und Erdinc Solak mussten am Dienstag zwei Kreativspieler verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Während es sich bei Flügelspieler Kara, der in der Hessenliga auf 15 Treffer kommt, wohl nur um einen Bluterguss handelt, sieht es bei Zentrumspieler Solak schlechter aus. Das Innenband des Gießeners wurde in Mitleidenschaft gezogen. Unabhängig von diesen Personalien richtet Trainer Cimen ab heute den Fokus auf die Hessenliga und den Sonntag – dann geht’s um 14.30 Uhr nach Neu-Isenburg. Die beste Methode, um das bittere Pokal-Aus vergessen zu machen, ist, den nächsten Schritt Richtung Regionalliga-Aufstieg zu gehen.

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