14. August 2020, 07:00 Uhr

FSV Fernwald

FSV Fernwald vor neuer Saison: Kleiner heimischer Kader

Trotz der schwachen Vorsaison gibt es bei Fußball-Hessenligist FSV Fernwald vor der neuen Spielzeit gewisse Erwartungen. Das liegt an Trainer Daniyel Bulut und einem kleinen, aber feinen Kader.
14. August 2020, 07:00 Uhr
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Von Sven Nordmann
Zurück im Dress des FSV Fernwald: Der begabte Gießener Offensivspieler Erdinc Solak. FOTO: ARCHIV (Foto: Rainer Schmidt)

Knüpft Daniyel Bulut an seine bisherige Trainerkarriere bei den Aktiven, begonnen im Sommer 2010, an, hat der FSV Fernwald 61 Punkte am Saisonende der diesjährigen Fußball-Hessenliga sicher. 1,6 Zähler pro Partie holte der alte, neue Trainer des FSV bei seinen bisherigen Stationen im Schnitt mindestens. Mit dem 39-Jährigen ist die Hoffnung auf Besserung verbunden.

Nach dem Glücksfall des coronabedingten Klassenerhalts trotz lediglich elf bis dato gesammelten Zählern wollen die Steinbacher nun peu a peu wieder an altbekannte erfolgreiche Tage anküpfen. Das Material dazu ist da.

Ein kleiner, aber feiner Kader mit etlichen heimischen Spielern und ehemaligen Wiesecker Jugendakteuren bereitet sich seit dem 17. Juli in derzeit sechs Trainingseinheiten in der Woche auf die am 5. September beginnende Saison vor. Dann legt der FSV Fernwald mit einem Gastspiel beim 1. FC Erlensee los.

Das ist neu: Viel - die halbe Mannschaft wurde ausgetauscht. »Wir haben in der letzten Saison elf Punkte geholt - dass wir etwas ändern mussten, war klar«, sagt Rückkehr-Trainer Daniyel Bulut, der bereits von 2010 bis 2013 in Steinbach aktiv war. »Wir haben auf die Regionalität geschaut und darauf, wer vom Charakter her so gefestigt ist, dass er den Weg mit uns mitgehen möchte. Bis zum Mai mussten wir davon ausgehen, abzusteigen. Also haben wir uns gefragt: Wer will mit uns aufsteigen? Jetzt heißt es: Wer will mit uns den Klassenerhalt schaffen?«

Neu gekommen sind viele bekannte Gesichter: In der Innenverteidigung setzt Bulut auf den Mix eines 38-jährigen Daniel Vier (Eintracht Stadtallendorf) und eines 20-jährigen heimischen Talents Samuel Sesay (FC Gießen). Dazu gesellt sich der spielende Co-Trainer Kevin Kaguah (SF/BG Marburg).

Viel Erfahrung bringen die Gießener Ceyhun Dinler (Linksverteidiger, Eintracht Stadtallendorf) und Erdinc Solak (offensiv variabel, Türk Gücü Friedberg) mit. Interessante Personalien können der 24-jährige Mirko Freese (SV Bauerbach) und der erst 17-jährige Nils Schäfer (FC Gießen A-Jugend) werden. Bei so vielen Neuzugängen achtet Bulut besonders darauf, Zusammenhalt entstehen zu lassen: »Ein Team wird man nicht von heute auf morgen. Da gehören gute und schlechte Zeiten dazu. Es ist wichtig, dass jeder jeden respektiert und man auf dem Platz Wege für den anderen macht.«

Das ist geblieben: Der Leistungsdruck ist im beschaulichen Steinbach überschaubar, Geldgeber Günter Hühn ist weiterhin nicht die einzige, aber die tragende Säule für das Ermöglichen des Hessenliga-Fußballs. Der vielseitig einsetzbare Malte Simon geht bereits in seine sechste Spielzeit im FSV-Dress, Zentrumspieler Louis Goncalves in seine dritte Saison für den FSV. Schnittstelle zwischen Sportlichem und Organisatorischem ist weiterhin der 51-jährige Marco Semlitsch.

Stärken: Das Team weist gleich vier Akteure mit mehr als 100 Hessenliga-Partien auf (Valon Ademi, Solak, Kaguah, Goncalves), viele Spieler sind schon in früheren Zeiten unter Bulut aufgelaufen. »Sie wissen, wie ich denke.« Wenn es der FSV Fernwald schafft, zu einer Einheit zu werden, kann auch die Idee, dass junge Spieler nachschieben, aufgehen.

Schwächen: Allzu groß ist der Kader mit seinen 21 Feldspielern nicht, viele Spieler sollten sich nicht verletzen. Derzeit fehlen schon Agon Dervishi, Ademi und Solak, auch Dinler, Goncalves und Nico Strack sind Anfang August unpässlich gewesen bzw. sind es noch immer. So kam es dem FSV recht, dass drei Testspiele in Folge aus unterschiedlichsten Gründen abgesagt werden mussten. »Lieber sind die Jungs zum 1. Spieltag fit«, meint der Coach, mit dessen Namen gewisse Erwartungen verbunden sind. Automatisch werden den Schwarz-Gelben die Punkte nicht zufliegen. Im Vorjahr war der FSV Tabellenletzter, trotz des Umbruchs sollte das nicht vergessen werden.

Der Fahrplan bis zum Start: Nach dem ersten Test bei West-Regionalligist TuS Erndtebrück (3:3) folgten drei Absagen - am 18. August spielt der FSV Fernwald nun gegen den SV Bauerbach, am 25. August geht es gegen Eintracht Stadtallendorf, am 29. August schließlich gegen die Sportfreunde Siegen - es wird der letzte Test vor dem Ligastart eine Woche später sein. FOTO: SNO



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