07. September 2020, 07:00 Uhr

FC Gießen

FC Gießen nach zwei Spielen: Null Punkte, aber viele Mutmacher

Der FC Gießen überzeugt auf dem Platz, in der Tabelle der Fußball-Regionalliga Südwest spiegelt sich das dagegen nicht wider. Der Verein hofft auf mehr zugelassene Zuschauer ab Spieltag fünf.
07. September 2020, 07:00 Uhr
Zum Trikotzerreißen: Gießens Aykut Öztürk ärgert sich über die knappe Niederlage gegen Homburg. FRIEDRICH

Gleiche Ausbeute, andere Perspektive: Wie im Vorjahr startet der FC Gießen mit zwei Niederlagen in die Fußball-Regionalliga Südwest. Während man 2019 eine Tordifferenz von 1:9 nach den beiden Auftaktpartien aufwies, steht nun eine Tordifferenz von 1:3 und viel angesammelter Mut.

»Wir hätten nach diesen beiden Leistungen in Elversberg und gegen Homburg zwei oder gar vier Punkte haben können. Am Ende stehen wir bei null Punkten, das ist Fakt«, weiß FC-Trainer Daniyel Cimen.

75 Minuten lang führte der FC Gießen gegen den zuvor favorisierten Vorjahresvierten FC Homburg - und musste sich in Unterzahl am Ende doch mit 1:2 (1:0) geschlagen geben. 495 Zuschauer sahen im Waldstadion eine hitzige, spannende Partie - 515 Besucher waren zugelassen, rund 20 VIP-Plätze auf der Sitzplatztribüne blieben leer.

»Organisatorisch lief alles gut«, erklärte Max Schöber vom FC-Marketing. Polizei und Ordnungsamt waren vor Ort, das Gesundheitsamt nicht. Diesem will der Verein nach der »Saalplan«-Änderung (Nummerierung der Stehplätze) dann eine neue Vorlage zukommen lassen, auf Basis dessen mehr Zuschauer ab dem 5. Spieltag gegen Walldorf kommen sollen dürfen.

Wenn der FC Gießen immer so spielt wie am Samstag gegen Homburg, dürften viele Fußballfans Gebrauch von dieser Option machen. »Wir müssen die Partie in der Bewertung aufteilen«, sagte Trainer Cimen. Er meint die Phase bis zur frühen Gelb-Roten Karte für Gießens Innenverteidiger Jure Colak (38.), nach der die Hausherren über 50 Minuten in Unterzahl agieren mussten.

»Bis dahin haben wir nur Distanzschüsse zugelassen«, wusste der Coach, der nach fünf Minuten ein schön herausgespieltes Tor nach Flanke von Milad Salem und Kopfball von Tim Korzuschek (5.) sah.

Der FC kämpfte, wurde von Homburg oft um den Strafraum herum eingeschnürt, war aber im Spiel - und führte. Innenverteidiger Colak sah bereits nach wenigen Minuten Gelb und wandelte bereits nach einer halben Stunde auf einem sehr schmalen Grat. Nach einem unnötigen harten Einsteigen am Mittelkreis gegen Homburgs Patrick Lienhard zögerte Schiedsrichter Philipp Reitermayer lange. FC-Trainer Cimen: »Ich habe in der Halbzeitpause mit ihm gesprochen und er sagte mir, dass er keine Gelb-Rote Karte geben wollte, sein Assistent aber einsprang und ihm sagte, es sei hundertprozentig eine Gelbe Karte gewesen.« Daraufhin erhielt der sich bei dieser Aktion zudem verletzende Colak die Ampelkarte. Eine MRT-Untersuchung am heutigen Montag soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben - der Kapitän erwies seinem Team am Samstag damit jedenfalls einen Bärendienst.

Zur Halbzeit war abzusehen, dass das Halten der Führung gegen spielstarke Homburger knifflig wird - bis zur 76. Minute gelang das, ehe Marcel Carl, an dem Trainer Cimen nach dem Regionalliga-Aufstieg 2018/19 interessiert war, zum Ausgleich aus kurzer Distanz traf und zehn Minuten später drei Gießener ausdribbelte und querlegte für den Ex-Gießener Damjan Marceta.

Dieser schob zum 2:1 für die Gäste ein, sagte später: »Früher habe ich die Tore für Gießen gemacht, das ist mein Job. Es tut mir leid für den FC, aber sie haben gut gespielt.«

Das sah auch Gießens Neuzugang Nikola Trkulja so: »Wir sind sehr enttäuscht, wollen nächsten Samstag noch aktiver nach vorne spielen und drei Punkte mitnehmen.« Am Samstag (14 Uhr) geht’s im Waldstadion gegen Koblenz.

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