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FC Gießen: Die Aufstiegsparty kann kommen

Am kommenden Samstag kann der FC Gießen im heimischen Waldstadion den Aufstieg in die Fußball- Regionalliga Südwest perfekt machen. Das ist die Folge des 3:0-Erfolgs in Hünfeld.
28. April 2019, 22:06 Uhr
Ralph Görlich
Johannes Hofmann (r.) und der FC Gießen gewinnen am Samstag in Hünfeld mit 3:0 und können am nächsten Wochenende nun definitiv Hessenliga-Meister werden. (goe)

Fast die gesamte Spieldauer über befand sich der FC Gießen beim Hünfelder SV am Samstag in Überzahl – trotzdem war der 3:0-Erfolg in der Fußball-Hessenliga hart erkämpft. »Kurz vor unserem Ziel achtet man nicht mehr auf die Art und Weise. Wir sind froh, dass wir jetzt kurz vor dem Aufstieg stehen«, sagt FC-Trainer Daniyel Cimen.

Es dauerte gerade einmal sechs Minuten, da wurde der Matchplan von Hünfelds Trainer Dominik Weber, der die Gießener mit einer Fünferkette empfing, über den Haufen geworfen. Ein langer Ball der Gäste fand Damjan Marceta, der von Hünfelds Innenverteidiger Niclas Rehm nur noch durch eine Notbremse zu stoppen war. Schiedsrichter Mirko Radl zeigte auf den Punkt und Rehm noch dazu die Rote Karte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Timo Cecen eiskalt. »Wenn man Foul pfeift, muss man Rot geben. Die Frage ist, ob man überhaupt pfeifen muss. Der Ball ist etwas zur Seite gesprungen, das heißt, die Situation wäre wahrscheinlich gar nicht so torgefährlich gewesen«, haderte Weber nach dem Spiel mit der strittigen Entscheidung

Nach dem Platzverweis sortierten sich die Osthessen und verteidigten leidenschaftlich, sodass die Gäste Schwierigkeiten hatten, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. Abgesehen von zwei kleinen Möglichkeiten durch Cem Kara (15.) und Brian Mukasa (33.) konnten sich die Mittelhessen keine nennenswerte Torchance im ersten Durchgang erspielen. »Die Rote Karte hat unserem Spiel nicht gut getan«, haderte Cimen, dessen Team es nicht gelang, früher die Entscheidung zu schaffen: »Wir sind mit unseren Chancen nicht gut umgegangen.« Hünfeld bestätigte hingegen das Phänomen, dass Fußballmannschaften nach einem Platzverweis oftmals noch enger zusammenrücken und sogar besser spielen als zu elft. »Die Hünfelder haben eine extrem hohe Laufbereitschaft gezeigt und haben extrem viel investiert«, meinte Cimen.

Im zweiten Durchgang tat sich der FC Gießen, der von rund 50 mitgereisten Fans das ganze Spiel über tatkräftig und lautstark unterstützt wurde, immer noch ein wenig schwer. Erst als HSV-Keeper Sebastian Ernst den Ball in die Beine von Mukasa spielte und nur noch in letzter Not retten konnte (56.), wurden die Gäste etwas stärker. Nach gut einer Stunde stand dann Gießens Ricardo Antonaci innerhalb von kurzer Zeit zweimal im Mittelpunkt: Erst setzte der Rechtsverteidiger einen Ball an den Pfosten (60.), ehe er zum Flugkopfball ansetzte, den Steffen Witzel auf der Linie (62.) klärte. Kurz nach den beiden Antonaci-Chancen hatte Hünfelds Kevin Krieger plötzlich den Ausgleich auf dem Fuß, doch der Schuss des Offensivmannes konnte von Gießens Schlussmann Frederic Löhe pariert werden. In der 78. Minute dann die Vorentscheidung: Sebastian Ernst klärte das Spielgerät nicht konsequent genug, der eingewechselte Noah Michel blieb vor dem Hünfelder Kasten ganz cool und markierte das 2:0.

Den Schlusspunkt der Partie setzte ebenfalls ein Gießener Joker: Markus Müller stieg in der Nachspielzeit nach einer Michel-Flanke am höchsten und wuchtete das Spielgerät unhaltbar ins rechte Eck.

Die beiden »Verfolger« des FC Gießen, Kassel und Alzenau, können mit ihren verbleibenden Partien auf je nur noch 70 Zähler kommen. Die Gießener haben aktuell 69 Punkte und könnten mit einem Sieg im kommenden Heimspiel gegen den FSC Lohfelden auf somit uneinholbare 72 Punkte kommen. Am Samstag dürfte im Waldstadion aller Voraussicht nach also die Aufstiegsparty steigen.

Der FC Gießen kann also mit einer großen Zuschauerkulisse rechnen – in Hünfeld begleiteten die Rot-Weißen rund 50 Anhänger, die lautstark auf sich aufmerksam machten. Das registrierte auch Michael Fink: »Ich bin beeindruckt, wie schnell unsere Fangemeinschaft wächst. So ein Support bei einem Hessenligaspiel ist überragend« und sei auch gerade in der bevorstehenden Regionalliga wichtig.

Hünfeld: Ernst – Wenzel, Faulstich, Rehm, Witzel, Vogt – Alles, Dücker (80. Fröhlich) – Rohde (67. Neidhardt) – Krieger, Münkel.

Gießen: Löhe – Antonaci, Nennhuber, Spang, Lekaj – Cecen (79. Müller), Fink – Hofmann, C. Kara (67. Solak), Mukasa – Marceta (58. Michel).

Im Stenogramm:

Tore: 0:1 Timo Cecen (7., Foulelfmeter), 0:2 Noah Michel (78.), 0:3 Markus Müller (90.+2). – Rote Karte: Niclas Rehm (Hünfeld, 6.) – wegen Notbremse. – Zuschauer: 500. – Schiedsrichter: Mirko Radl (Biebesheim).

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