05. April 2017, 16:00 Uhr

Sport-Kolumne

Eintracht-Tore mit Voodoo...?

Eintracht Frankfurt spielte gegen Borussia Mönchengladbach gut, doch das reichte trotzdem nicht zum Sieg. Zeit, abseits des Rasens Mittel zu ergreifen, meint unser Kolumnist Hendrik "Henni" Nachtsheim.
05. April 2017, 16:00 Uhr
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Von Ronny Herteux
Henni Nachtsheim - hessische Comedy-Legende, Eintracht-Fan und Kolumnist dieser Zeitung. (MDV-Grafik: J. Engel)

15:6-Torschüsse, 10:1-Ecken, 59 Prozent Ballbesitz: Hallo Herr Nachtsheim, Niko Kovac war nach dem 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach zum Heulen zumute. Würden Sie ihm Ihre Schulter anbieten?

Henni: Ja, wenn er möchte, kann er auch eine Zeit lang bei mir wohnen und wir heulen dann zusammen!

Hätten Sie vielleicht ein Rezept, wie man Tore schießt?

Henni: Da »Goalgetter« nicht gerade mein zweiter Vorname war, und mein schönstes Tor eine vom Wind stark beeinflusste Flanke war, die dann ins lange Eck geflogen ist, bin ich da der falsche Ansprechpartner!

Die letzten sieben Spiele, kein Sieg, ein Remis und nur ein Tor. Das Auswärtsspiel gestern Abend in Köln nicht eingerechnet – was fällt einem spontan dazu ein?

Henni: Es waren zwei Remis, nämlich gegen Hamburg und Gladbach! So viel Zeit muss sein. Ansonsten interessiert mich eigentlich mehr, dass die Eintracht gegen Gladbach wieder stärker war als zuvor. Was dem Optimisten in mir ordentlich Futter gibt!

Natürlich nimmt Kovac auch seine Mannschaft in Schutz und sagt: »Wir haben das Pech an den Stiefeln.« Allerdings Pech allein kann es doch nicht sein? Zumal auch noch Marco Fábian einen Handelfmeter versemmelt hat.

Henni: Nein, es hat eher was mit Seuchen und so Sachen zu tun. Befällt übrigens fast jede Mannschaft mal, also müssen wir das aushalten.

»Wir müssen ein Tor erzwingen, dann kommt das Glück zurück«, hofft derweil Kovac. Wir könnten vor dem nächsten Heimspiel gegen Bremen das Tor der Gäste um einige Zentimeter »manipulieren«, den Rasen wässern, um den Ball schneller zu machen, oder Werder zwingen, ohne Torwart anzutreten. Wäre das eine Idee?

Henni: Was heißt »eine«? Das sind schon mal auf Anhieb drei sehr gute Ansätze. Sehr gut Herr Herteux! Vielleicht fällt uns ja noch was zum Thema »Voodoo« ein … oder »unerklärbare Lebensmittelvergiftung«!

Die Gladbacher lagen am Sonntag als Tabellenzehnter nur vier Punkte vor dem Relegationsplatz, aber auch nur vier Punkte hinter dem internationalen Geschäft. Und das nach immerhin 26 Spieltagen. Haben Sie so einen Ausgeglichenheit schon einmal erlebt?

Henni: Ja, beim Damespielen gegen meinen Bruder! Zum Schluss hatte jeder nur noch einen Stein, und dadurch war die Partie total ausgeglichen. Und das tagelang!

Oben scheint Bayern weg, unten Darmstadt ebenso. Von wegen, immer die gleichen Teams oben und unten. Nicht nur Geld schießt Tore, auch das Kollektiv.

Henni: Ich weiß nicht so recht, wen sie mit »Kollektiv« meinen? Leipzig, Hoffenheim oder Dortmund sind ja jetzt auch nicht das, was man »kleine mittelständische Betriebe« nennt, sondern Vereine mit ordentlich Kohle im Hintergrund. Ich glaube auch, dass man es noch etwas differenzierter sehen muss. Bayern hat natürlich viel Geld und Mittel, aber die Mannschaft spielt einfach auch unglaublich gut zusammen. Also eigentlich genau genommen eine Mischung aus Kohle und Kollektiv. Was vermutlich das beste Erfolgsmodell sein dürfte!

Zum Revierderby: Der Dortmunder Aubameyang hat mal wieder beim Torjubel eine Maske aufgezogen. Ein PR-Gag, einfach nur Lebensfreude, wie der Torschütze behauptet, oder gehört er einmal richtig untersucht?

Henni: Ich wäre eindeutig für Letzteres!

Ebenfalls im Revierschlager zu beobachten: Schalker Plüschmaskottchen Erwin zeigt Schiedsrichter Felix Zwayer die Rote Karte. Auf den ersten Blick eine lustige Aktion. Auch noch eine auf den zweiten Blick?

Henni: Nicht wirklich lustig! Man nennt so was auch »übergriffig werden«. Ich würde es mir an seiner Stelle nicht gefallen lassen!

Warum eigentlich hat Felix Zwayer nicht Erwin die Rote Karte gezeigt? Ich hätte das Plüschmaskottchen in den Zoo geschickt.

Henni: Eine Alternative wäre gewesen, es in der Dortmunder Innenstadt auszusetzen!

Auch nicht schlecht. Tschüss Herr Nachtsheim!

Henni: Tschüss Herr Herteux!

Info

Zur Person: Henni Nachtsheim

Hendrik "Henni" Nachtsheim begleitet als Kolumnist für uns im zweiwöchigen Rhythmus die Frankfurter Eintracht. Eintracht-Mitglied seit dem Abstieg der Frankfurter 2011, stellt sich die eine Hälfte des kongenialen hessischen Comedy-Duos "Badesalz" den Fragen unserer Sportredakteure. Darüber hinaus  schreibt er neben seinen Bühnenauftritten auch Bücher und Lieder. Seine Texte sind ab sofort auch auf der Homepage der Gießener Allgemeinen, der Alsfelder Allgemeinen und der Wetterauer Zeitung zu finden.



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