12. März 2018, 07:00 Uhr

TV 05/07 Hüttenberg

Ein großer Punkt für den TV 05/07 Hüttenberg gegen HSG Wetzlar

Der TV 05/07 Hüttenberg hat der HSG Wetzlar beim 22:22 (11:12) zum zweiten Mal in dieser Saison einen Punkt abgeknöpft. Einer, der im Abstiegskampf noch von Bedeutung sein könnte.
12. März 2018, 07:00 Uhr
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Von Markus Röhrsheim
Volles Haus und beste Stimmung in der Osthalle beim Derby-22:22 zwischen Hüttenberg und Wetzlar. (Foto: ras)

Wie die beiden Mannschaften das 22:22 (11:12) am Sonntag bewerteten, zeigten die Reaktionen direkt nach Spielende. Während die Spieler der HSG Wetzlar mit gesenkten Köpfen möglichst schnell in der Kabine verschwanden, machten die Hüttenberger Akteure mit den Zuschauern in der ausverkauften Sporthalle Ost in Gießen die Welle.

Dabei hätte der Aufsteiger allen Grund gehabt, traurig zu sein. Wie vor Wochenfrist in Lübbecke, war ein Sieg zum Greifen nahe. Doch der letzte Angriff in der letzten Spielminute beim Stand von 22:21 wurde von den Schiedsrichtern mit dem Passiv-Zeichen belegt, so dass Daniel Wernig von einer schlechten Wurfposition auf Rechtsaußen sein Glück versuchte, den Ball aber nicht an Benjamin Buric im Wetzlarer Tor vorbeibringen konnte. So bescherte er Wetzlar doch noch einen letzten Angriff, bei dem abermals Jannik Kohlbacher am Kreis einen Siebenmeter zog, den Maximilian Holst nervenstark zum 22:22-Endstand verwandelte.

»Beim 20:17 in der 49. Minute hatte ich gehofft, dass wir den Sack zu machen. Aber dann haben wir einen Fehlwurf auf Linksaußen und Dominik Mappes trifft mit einem tollen Schlagwurf«, beschrieb HSG-Trainer Kai Wandschneider die Endphase, in der die Gastgeber nach dem 21:18 des ansonsten blassen Joao Ferraz (52.) erneut ihre unbändige Willenskraft demonstrierten. Je zwei Tore von Jannik Hofmann und Dominik Mappes drehten die Begegnung zum 22:21 (57.).

Schon zuvor hatten sich die Zuschauer von ihren Plätzen erhoben und mit einer ohrenbetäubenden Unterstützung ihre Blau-Roten zum Endspurt angetrieben, die nun in der Abwehr aufopferungsvoll um jeden Ball fighteten, in der U 23-Spieler Johannes Klein für Entlastung sorgte. »Johannes hat das phantastisch gemacht. Ein Lob an meinen Co-Trainer Alois Mraz. Es war seine Idee, das zu probieren. Er hat auch seinen Anteil an diesem Punkt.« Auf der Gegenseite zitterte den sonst so abgezockten Außen Kristian Björnson und Kasper Kvist die Hand, sie setzen den Ball jeweils am langen Pfosten vorbei. Doch letztendlich rettete die HSG durch den siebten Holst-Strafwurf im achten Versuch das Unentschieden.

Wetzlar legte zunächst immer vor und der TVH glich aus. So ging es bis zum 6:6 in der 18. Minute, als Daniel Wernig einen hohen Dreher um den Kopf von Benjamin Buric im Netz versenkte. Und auch nach der Zwei-Tore-Führung der HSG beim 8:6 durch Kvist in der 22. Minute kamen die TVH-Handballer sofort wieder zum Ausgleich, als Dominik Mappes den Ball mit Tempo über das ganze Spielfeld trieb und erfolgreich abschloss. Eine Strafzeit gegen Moritz Zörb nutzte Wetzlar zwar durch Rechtsaußen Björnsen zum 12:10, doch erneut Mappes konnte mit dem Pausenpfiff noch zum Anschluss einnetzen.

Dass die im Rückraum dezimierten Gastgeber, bei denen weiter Szymon Sicko, Vladan Lipovina und Tim Stefan fehlten, gegen die bekannt starke HSG-Deckung um jeden Treffer fighten müssen, war zu erwarten gewesen. Dass aber auf der anderen Seite die Hüttenberger Deckung die Wetzlarer Rückraumreihe so wenig zum Zug kommen ließ, verwunderte dann doch, zeigte aber auch bekannte Wetzlarer Baustellen auf.

So überraschte es nicht wirklich, dass in Halbzeit zwei der TVH erst einmal in Führung ging. Kreisläufer Mario Fernandes, Daniel Wernig vom Punkt und Linksaußen Christian Rompf drehten den Halbzeit-Rückstand zur 14:12-Führung. Doch nach dem 15:13 klemmte es nun ein wenig im Hüttenberger Angriff, so dass Wetzlar seinerseits wieder auf 17:15 (43.) konterte, als Olle Forsell-Schefvert mit der letzten Aktion vor dem drohenden Zeitspiel-Pfiff den Ball im Winkel versenkte. Es schien, als ob der Favorit doch noch auf die Siegesstraße einbiegen sollte. Doch selbst die erste Drei-Tore-Führung (18:15/40.) sollte den Grün-Weißen nicht zum Sieg reichen.

TVH-Kreisläufer Moritz Zörb war direkt nach dem Abpfiff völlig aufgewühlt. »Das Spiel heute war voller Emotionen, aber wir sind am Ende auch cool geblieben.« Auch sein Trainer Emir Kurtagic war stolz. »Ich habe wenig gewechselt. Daher ein Riesenkompliment an alle, die trotz Rückstand einen kühlen Kopf behalten haben. Das ist ein großer Punkt im Abstiegskampf.« Der zweite nach dem 23:23 im Hinspiel.

Gegenüber Kai Wandschneider schloss sich an. »Kompliment an Emir und seine Mannschaft, die sehr geduldig gespielt hat. Und großen Respekt vor TomᚠSklenák, wie er auch am Ende noch die Kraft für dieses starke Eins-gegen-Eins hat.«



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