28. November 2019, 22:06 Uhr

Handball

Ein gebrauchter Tag für die HSG Wetzlar

Ohne Plus am Kreis, ohne Plus im Aufbau, ohne Plus zwischen den Pfosten - die HSG Wetzlar ist am Donnerstagabend bei Frisch Auf Göppingen als 21:26 (12:12)-Verlierer vom Parkett gegangen.
28. November 2019, 22:06 Uhr
Tim Kneule (4) und Frisch Auf Göppingen waren am Donnerstagabend beim Bundesliga-26:21 zu stark für Olle Forsell Schefvert (25), Nils Torbrügge (18) und die HSG Wetzlar. Foto: Eibner

HSG Wetzlar


Wetzlars -Trainer Kai Wandschneider musste hinterher im Interview beim Fernsehsender Sky einräumen: »Göppingen war am heutigen Tage die klar stärkere Mannschaft.«

Eine gute Nachricht aus dem Lager der Grün-Weißen gab es allerdings vor dem Spiel. Kreisläufer Anton Lindskog ist Vater einer Tochter geworden und weilte deshalb bei seiner Familie. Daher hatte Wandschneider - wie bereits im Laufe der Woche angekündigt - auf dieser Position nur Nils Torbrügge und als Backup Youngster Ian Weber zur Verfügung.

Olle Forsell Schefvert eröffnete für die HSG mit dem 1:0, dem Kristian Björnsen mit einem Doppelpack in der vierten Minute die 3:0-Führung der HSG folgen ließ. Vorausgegangen waren zwei technische Fehler auf Seiten der Gastgeber, die ein paar Minuten brauchten, ehe sie ihre Nervosität abgelegt hatten. Mit dem 1:3 von Sliskovic kehrte langsam Ruhe ins Spiel von Frisch Auf ein, und auch in der Abwehr bekamen die Göppinger mehr Zugriff. Coach Hartmut Mayerhoffer schickte seine Spieler früh auf den Wetzlarer Rückraum, der sich mehr und mehr in der Göppinger Defensive festlief und nun selbst zweimal die Kugel vertändelte. Göppingen drückte bei Ballgewinnen sofort aufs Tempo und war spätestens mit dem 8:6 per Gegenstoß von Tim Sörensen in der 16. Minute auf Betriebstemperatur.

Wandschneider nahm sofort die Auszeit und wechselte munter durch. Im rechten Rückraum kam Neuzugang Viggó Kristjansson für den erneut blassen Stefan Cavor, Lars Weissgerber löste Kristian Björnsen auf der rechten Außenbahn ab, Lenny Rubin verschaffte Olle Forsell Schefvert auf der linken Seite eine Pause und im Tor kam Tibor Ivanisevic für Till Klimpke.

Schnell erzielte die neue Formation durch Frend Öfors das 8:8 (18.) und ging durch Kristjansson sogar mit 9:8 in Führung. Doch in der Folge bissen sich die Wetzlarer wieder mehr und mehr die Zähne an der aggressiven Göppinger Abwehr aus. »Wir haben keine guten Lösungen gegen die 6:0 gefunden, die viel mit Pressing gespielt hat«, erklärte Wandschneider nach dem Spiel bei Sky. Dahinter zeigte Torhüter Daniel Rebmann eine tolle Leistung im Tor, ganz im Gegensatz zu den Keepern der HSG. Wetzlar gelang nach 9:12-Rückstand zwar noch der 12:12-Ausgleich zur Pause, doch nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber das spielbestimmende Team.

»Die Mannschaft hat das heute sehr eindrucksvoll gemacht. Wir hatten eine überragende kämpferische und spielerische Leistung«, lobte FA-Coach Mayerhoffer bei Sky. Die HSG-Abwehr bekam FAG-Kreisläufer Kresimir Kozina kaum in den Griff, der selbst sechs Treffer beisteuerte oder nur durch Foulspiele zu stoppen war. Frisch Auf drückte gnadenlos aufs Tempo und nutzte jeden technischen Fehler der Wetzlarer aus.

Auch die von Trainer Wandschneider zehn Minuten vor Schluss angeordnete 4:2-Abwehr stellte den Gegner vor keine größeren Probleme. Göppingen spielte seine Angriffe clever auf den Punkt aus und sicherte sich den 26:21-Erfolg.

»Wir haben zu Beginn eine gewisse Verunsicherung gespürt und unseren Plan, taktisch diszipliniert zu spielen, nicht durchgezogen. Nach der Auszeit war das der Fall, so sind wir zu unseren Chancen gekommen und haben das Spiel dementsprechend gewonnen«, war Mayerhoffer froh über den Turnaround seiner Truppe.

»Ich denke, dass bei uns ein bisschen die Kraft nachgelassen hat, aber Göppingen hat eine bärenstarke Deckung gespielt«, meinte Wandschneider.

Göppingen: Rebmann, Kastelic; Theilinger (2), Kneule (4), Bagersted, Peric, Sliskovic (3), Sörensen (2), Schiller (7/3), Rentschler, Predragovic, Erifopoulos, Hermann, Zelenovic (2), Kozina (6).

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld, Kneer, Björnsen (2), Weber, Mirkulovski (1), Torbrügge, Weissgerber (1/1), Frend Öfors (5), Holst (3/3), Forsell Schefvert (4), Rubin (2), Kristjansson (1), Cavor (2).

Im Stenogramm / SR: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Irxleben). - Z: 3600. - Zeitstrafen: 8:2 Min. - Siebenmeter: 4/3:6/4.

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