04. Juni 2020, 20:16 Uhr

Ein Spieler bleibt in Mittelhessen

04. Juni 2020, 20:16 Uhr
Emil Frend Öfors

HSG Wetzlar


Zwei weitere Spieler, die den Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar verlassen haben, sind Emil Frend Öfors und Stefan Kneer.

Emil Frend Öfors

Frend Öfors hat neben der sportlichen Expertise auch ein persönliches Highlight aus Mittelhessen mitgenommen - die Geburt seines Sohnes. 2018 war der Schwede aus Kiel an die Lahn gewechselt, nun zieht es ihn und seine Familie zurück in die Heimat. Der schwedische Erstligist IFK Kristianstad ist gut fünf Stunden von seiner Heimatstadt Stockholm entfernt, einer der Hauptgründe, warum er wieder nach Hause wollte.

»Wir waren uns erst gar nicht so einig, ob wir wieder zurück nach Hause gehen oder in ein anderes Land oder in Deutschland bleiben. Als unser Kind dann auf die Welt kam, war klar, dass wir nach Hause gehen wollten.« Seit etwa einem Monat ist der Linksaußen bei seiner Familie in Schweden. Zu seinem neuen Trainer und der Mannschaft hatte er noch keinen Kontakt. Was ihn aber nicht davon abhält, schon die Ziele für die nächsten Jahre zu formulieren - schwedischer Meister mit Kristianstad und »hoffentlich mal Champions League spielen, das wäre sehr geil«.

Beim Blick zurück auf die Zeit an der Lahn steht bei dem 26-Jährigen ein Spiel im Fokus. »Das absolute Highlight war der Sieg in Kiel«, so Öfors. »Das war geil und ein überragendes Spiel von uns. Von Torwart, über Abwehr und Angriff - alles war top. Das war so schön.« Seine sportliche Weiterentwicklung in Wetzlar beurteilt Frend Öfors positiv. »Ich glaube, es war gut. Ich bin stärker, schneller und ich glaube, ich mache mehr Tore aus meinen Chancen. Das war eine gute Entwicklung mit Kai (Trainer Wandschneider, Anm. d. Red.) und Jasko (Co-Trainer Jasmin Camdzic, Anm. d. Red.).«

Nach zwei Jahren heißt es nun Abschied nehmen. »Wir haben in Wetzlar viele nette Menschen getroffen, hatten eine tolle Mannschaft und viel Spaß hier.« Und auch an die Wetzlarer Fans schickt er noch ein paar Grüße: »Egal, ob wir gut oder schlecht gespielt haben, die Fans waren immer da, das ist etwas Besonderes. In meinem ersten Jahr hatten wir sieben Spiele hintereinander verloren und die waren immer da. Diese Fans sind top.«

Stefan Kneer

Der letzte Akteur in der Runde derer, die die HSG verlassen, ist Stefan Kneer. Vier Jahre und 104 Spiele stand der 34-Jährige für Wetzlar auf der Platte und wechselt nun zum benachbarten Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg. Dort will er nicht nur selbst spielen, sondern seine Erfahrungen auch als Trainer der B-Jugend weitergeben.

Bis dahin bleibt dem Ex-Nationalspieler noch etwas Zeit, seine Rückenverletzung auszukurieren, die ihn in den letzten Monaten vom Handball abgehalten hat. Die abgelaufene Saison sieht der Routinier durchaus positiv. Das erste Saisonspiel samt Niederlage gegen Lemgo war ernüchternd, aber »danach haben wir uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Wir haben am Ende sehr nahe am Optimum gespielt, als Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht und uns den neunten Tabellenplatz auch verdient«, sagt Kneer beim vereinseigenen Interview auf der Homepage.

Ein großes Pfund auf diesem Weg war auch die Rittal-Arena. »Das war immer etwas Besonderes aufgrund der wirklich sehr, sehr guten Stimmung. Unsere Zuschauer waren wirklich sehr oft der ausschlaggebende Punkt, dass wir enge Spiele noch drehen und gewinnen konnten. Ich habe es immer extrem genossen in der Rittal-Arena aufzulaufen. Deshalb ist es so schade, dass ich das in den vergangenen Wochen und Monaten nicht mehr genießen konnte.«

Einer der schönsten Momente auf dem Spielfeld war der Einzug ins Final4. »Das Viertelfinale zu Hause gegen Stuttgart war großartig und die Feier nach dem Sieg sehr ordentlich«, so der Rückraumlinke. Aber auch die bittersten Momente hatten mit dem Pokalturnier in Hamburg zu tun. »Es dorthin geschafft zu haben, war super, aber die erste Halbzeit im Halbfinale gegen Hannover war extrem bitter. Da haben wir Fehler ohne Ende gemacht und waren vom Kopf her überhaupt nicht da. Dieses Spiel zu vergessen, ist nicht so einfach. Auch die erste Zeit nach dem Turnier war wirklich sehr, sehr schwierig.«

Großen Anteil am Erfolg der letzten Jahre sieht Kneer im Führungsstil von Trainer Kai Wandschneider. »Bis ich nach Wetzlar kam, habe ich in meiner Karriere noch nie eine solche Eigenverantwortung in einer Mannschaft erlebt, wie hier. Kai merkt genau, ob das Team damit umgehen kann, ob es funktioniert oder nicht. Wir haben als Spieler viele Freiheiten und auch viel dafür getan, dass das so bleibt. Diese Art der Führung hat auf jeden Fall Erfolg gebracht.« FOTOS: OV/HF

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