Lokalsport

Drei Aufstiegsaspiranten in der Kreisliga A Alsfeld?

Die Reiskirchener SG und die SpVgg Mücke gehen als Favoriten in die neue Spielzeit der Kreisliga A Alsfeld/Gießen. Immer wieder wird aber auch ein weiterer Aspirant auf die vorderen Plätze genannt.
03. September 2020, 07:00 Uhr
Roland Stamm
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Der ganz große Favorit in der Kreisliga A Alsfeld/Gießen für die kommende Saison ist mit der SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen schnell ausgemacht. Nicht wenige Experten sahen die SG schon in der vergangenen Saison als die spielstärkste Mannschaft. Und nun kommt mit Benjamin Lock auch noch ein Trainer zur Dreierspielgemeinschaft, der beim FSV Fernwald Hessenliga-Erfahrung sammelte.

Viel mehr Favorit geht nicht, wäre da nicht die SpVgg Mücke, die zuletzt die meisten Tore in der Liga erzielte und mit Spielertrainer Michael Rohde und Jan-Marc Hofmann gleich zwei Spieler unter den ersten drei in der Torjägerliste hat. Immer wieder wird aber auch der SV Nieder-Ofleiden als möglicher Aufstiegskandidat ins Spiel gebracht. Auch wenn es zuletzt nur zu Platz 10 reichte, so verstärkt sich der SVN nun mit gleich acht Neuzugängen und stößt damit abrupt in die Phalanx der Top-Favoriten vor. Ferner werden der TSV Burg-/Nieder-Gemünden und die FSG Kirtorf zum erweiterten Kreis der Top-Teams gezählt vor einer Saison, die - wie viele andere auch - ganz unter dem Eindruck der Corona-Pandemie steht und stehen wird.

Nicht selten beklagte der SV Nieder-Ofleiden zuletzt seine Abschlussschwäche. 21 Saisontore bedeuteten die zweitschlechteste Bilanz aller A-Liga-Teams in der abgelaufenen Runde. Von den acht Neuen im Team wird daher besonders Christian Hoos die Rolle als Hoffnungsträger zuteil. Zuletzt zeigte sich Hoos nämlich für den Kreisoberligisten TSV Erksdorf ausgesprochen treffsicher und soll nun die Nieder-Ofleidener Abschlussprobleme beheben. Aus Erksdorf mitgebracht hat ihn übrigens der neue Spielertrainer Luis Viegas, dem sich außerdem noch Edgar Pohl und Torhüter Daniel Ungurueanu angeschlossen haben. Zudem kommen noch Max Möbus (FC Wei-ckartshain), Florian Dörr (FSG Homberg/Ober-Ofleiden), Marco Di Palma (SSV Hatzbach) sowie Falk Schäfer (SV Borussia Momberg) hinzu. Als Co-Trainer steht künftig Dominik vom Dorp zur Verfügung.

Mission Aufstieg mit neuem Trainer

Mit ebenfalls neuem Trainer verfolgt die SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen derweil die Mission Aufstieg. So freut sich Benjamin Lock neben der neuen Aufgabe auch auf die Neuzugänge Ole Hahn, Torhüter Tom Silas Schwab (beide TSV Rödgen), Leon Eichhorn (FSV Beuern), Paul Mittnacht (FSV Fernwald) sowie Tom Becker und Tom Fischer aus der eigenen Jugend. Einziger Abgang ist Fahad al Nasser (ASV Gießen), der es in der vergangenen Saison auf zehn Treffer brachte. Trotz dieser Lücke wird man von der SG eine bärenstarke Saison erwarten dürfen.

Glasklar formuliert auch Spielertrainer Michael Rohde das Saisonziel der SpVgg Mücke: »Wir haben uns tatsächlich den Aufstieg als Ziel gesetzt, auch wenn wir denken, dass die SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen ein ganz harter Brocken sein wird.« Rohde erwartet mit der FSG Kirtorf und der SG Rüddingshausen/Londorf weitere Konkurrenz bei der Vergabe der vorderen Plätze. Der Mücker Kader verändert sich lediglich insoweit, als der Langzeitverletzte Lukas Decher zurückkehrt. Damit steht Rohde ein eingespieltes Team zur Verfügung.

Im oberen Drittel

Auch der TSV Burg-/Nieder-Gemünden scheint gut aufgestellt, um sein Saisonziel »Top 5« zu realisieren. Neben dem inzwischen als Spielertrainer installierten René Decher setzt der TSV mit Neuzugang Max Bleifuß (FC Weickartshain) als weiterem Spielertrainer auf eine Doppellösung in der sportlichen Verantwortung. Zudem zählen mit Mohamad Alaa Najim (ebenfalls FC Weickartshain), Daniel Bausch (TSV Klein-Heidorn) Christian Ripp (FSG Ober-Ohmen/Ruppertenrod/Ulrichstein), Marius Balthasar (JSG Wirberg) sowie Moritz Schmidt und Trainer-Bruder André Decher (beide eigene Jugend) zu den Neuen im Kader. Bereits im Juli wurde in einem Trainingslager, zu dem 22 Spieler nach Limburg reisten, »schweißtreibende Einheiten sowie schöne Teamabende absolviert«, wie Bleifuß berichtet und hinzufügt: »Neben unserer guten Offensive wollen wir in dieser Saison den Schwerpunkt auf eine starke und stabilere Defensive legen, um so den 6. Platz aus der vergangen Saison zu toppen.«

Von ganz ähnlicher Stärke dürfte die FSG Kirtorf sein, deren bisheriger Spielertrainer Viktor Schulz nunmehr ausschließlich als Spieler zur Verfügung steht. Klaus Gonder nimmt ab sofort auf der FSG-Trainerbank Platz und hofft, die Abgänge Alex Zimmer (FSG Lumda/Geilshausen) und Andreas Markeli (Tuspo Nieste) durch die Zugänge Tim Decher, André Seehawer (beide SG Romrod/Zell), Lyonel Schäfer (JFV Alsfeld), Nils Rittler und Lennart Rechmann (beide noch Jugendspieler) kompensieren zu können. Zudem wartet Winterneuzugang Lars Krätschmer (SG Calden) auf seinen ersten Punktspieleinsatz.

Dagegen dürfte der SG Groß-Eichen/Atzenhain eine ausgesprochen schwierige Saison bevorstehen. Nach drei neunten Plätzen in den vergangenen drei A-Liga-Jahren wurde die Mücker Spielgemeinschaft mit gleich vier Abgängen aus dem Kader der ersten Mannschaft gebeutelt. So entschieden sich Torben Heller (FSG Homberg/Ober-Ofleiden), Marvin Erb und Moritz Herburg (beide FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod) sowie Dominik Deuchert (SV Bobenhausen) zum Wechsel. Mit Mirko Georg (FSG Homberg/Ober-Ofleiden), dem Noch-A-Jugendlichen Daniel Nikolai, Lukarov Spase (Mazedonien) und Phillipp Roth (reaktiviert) stoßen aber ebenso viele Akteure zur SG hinzu, sodass das Ziel Klassenerhalt machbar sein dürfte.

Da sieht sich Pressesprecher Patrick Groß mit seiner FSG Queckborn/Lauter etwas besser aufgestellt und strebt eine »sorgenfreie Saison« an. Bereits vor der vergangenen Rückrunde wurde mit Marcel Mohr die »Wunschlösung auf der Trainerposition« für die neue Spielzeit realisiert, nachdem der bisherige Coach Stefan Heupel ab der kommenden Saison auf der Trainerbank der A-Junioren Platz nehmen wird. Der Mannschaftskader bekommt mit Konstantin Rothfuß eine Verstärkung hinzu. Ansonsten beabsichtigt die Spielgemeinschaft, die A- und B-Jugendlichen langsam an den Seniorenbereich heranzuführen.

Maxim Baumbach, Trainer der SG Rüddingshausen/Londorf, freut sich einfach wieder auf den Fußball und »so etwas wie Normalität«. Sein Team, das ebenfalls keine Abgänge zu verzeichnen hat, verstärkt sich mit Yannick Hornung (FSV Beuern). SG-Saisonziel ist »so schnell wie möglich im gesicherten Mittelfeld zu landen und dann mal schauen, was die Saison noch bringt«. In der vergangenen Saison reichte das als Aufsteiger für einen beachtlichen vierten Rang.

Mit neuem/alten Trainer strebt auch der SV Harbach wieder einen »einstelligen Tabellenplatz« an, wie Pressewart Siegmar Schäfer ver- rät. Denn mit einem einjäh- rigen Gastspiel bei der FSG Villingen/Nonnenroth/Hungen kehrt Sascha Inderthal wieder zurück an die alte Harbacher Wirkungsstätte. Mit Manuel Reitz (SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen) und Kevin Hofmann (TSV Lang-Göns) wurden gleich zwei Torhüter verpflichtet. Mit Michel Simasek (VfL Nendingen) und Fabian Jung (unbekannt) haben zwei Spieler den SVH verlassen, während darüber hinaus insbesondere die Dienste von Philipp Siegert vermisst werden (Auslandsjahr).

Eine deutlich schwierigere Runde erwartet Aufstiegstrainer Volker Steller von seiner SG Appenrod/Maulbach: »Es sollte keine größeren Ausfälle geben; in der A-Liga können wir das nicht so ohne Weiteres kompensieren.« Dem Aufstiegskader gesellen sich nunmehr die Neuzugänge Daniel Beckmanns (TSV Burg-/Nieder-Gemünden), Mohamed Hamid (FC Weickartshain) und Lukas Overrath (vereinslos) hinzu. Und so strebt die SG den Klassenerhalt an.

Gleiches gilt für Mitaufsteiger FSG Alsfeld/Eifa, deren Pressesprecher Markus Sedlatschek den B-Liga-Meister oberhalb des letzten Drittels sieht. Mit Pierre Happel (SG Schlitzerland) Torhüter Sören Wessel (SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod), Sascha Henkel (SG Dammersbach/Nüsttal) sowie Jan Gellert (JFV Alsfeld) stoßen weitere vier Akteure hinzu.

Gleich sechs Neue begrüßt dagegen die FSG Laubach zur neuen Saison: Nico Stöckel, Tobias Lauth (beide eigene Jugend), Nico Jeretzky, Julian Vogeltanz (beide reaktiviert), Christoph Nitzl (SG Ulfa/Langd) und Andreas Riemer (FSG Gräveneck/Seelbach). Bereits im vergangenen Winter hatten sich gleich sieben Akteure den Laubachern angeschlossen. Mit Tomasz Ibrom (SV Albbruck) verlässt ein Spieler die FSG, die sich laut Pressesprecher Johannes Damster gegenüber der vergangenen Saison (12. Rang) in der Tabelle etwas verbessern möchte.

Klassenerhalt ist das Ziel

Der Klassenerhalt ist auch die Zielvorgabe von Neutrainer Roland Erb, der mit den Neuzugängen Akeel Tahir (SG Birklar), Einrique Munoz (zugereist) sowie Michael Peters, Jannik Diegel und Lars Graulich (alle eigene Jugend) die FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod II in der Liga halten möchte. Nicht mehr zur Verfügung stehen Sascha Stephan (Karriereende) und Tim Röper (SV Bobenhausen).

Auch wenn die »beiden vergangenen Jahre nicht sehr erfolgreich waren«, erklärt Michael Krause von der FSG Ober-Ohmen/Ruppertenrod/Ulrichstein, geht der FSG-Spielertrainer deutlich optimistischer in die neue Runde. Denn mit Loris Plate, Hendrik Keil, Marvin Pumm und Nico Garhard kehren gleich vier Spieler in den Kader zurück, die lange Zeit gefehlt hatten.

Komplettiert wird das A-Liga-Feld durch die FSG Ohmes/Ruhlkirchen und die SG Treis/Allendorf II, die beide in der vergangenen Saison bis zuletzt tief im Abstiegsstrudel steckten und nunmehr auf eine etwas sorgenfreiere Runde hoffen.

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