28. März 2020, 08:10 Uhr

Handball

»Double« für die TSG Leihgestern

Die Handball-Saison auf Landesebene ist beendet. Die TSG Leihgestern schafft mit zwei Frauenteams den Aufstieg in die Ober- und Landesliga. Ein Überblick:
28. März 2020, 08:10 Uhr
Sandra Penning steigt mit ihrer TSG Leihgestern in die Oberliga auf. FOTO: RAS

Die schnelle Entscheidung des Hessischen Handball-Verbandes (HHV), neben dem Saisonabbruch in Folge der Coronavirus-Pandemie gleich mit festzulegen, dass die Tabellen zum Stand 13. März zur Ermittlung der Auf- und Absteiger herangezogen werden, hat für einiges Aufsehen und auch Verärgerung gesorgt. Diese Entscheidung hat das HHV-Präsidium - auch nach intensiven Beratungen verschiedener Alternativen mit den Bezirksspielwarten - in dieser Woche noch einmal bestätigt.

»Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Variante nach den uns bisher vorliegenden Prognosen über den Verlauf der Pandemie als die sinnvollste und gerechteste erscheint«, erklärte der hessische Verbandspräsident Gunter Eckart in einer Stellungnahme auf der Internetseite des Verbandes.

Männer: Für die Oberliga ergibt sich keine lokale Relevanz, die HSG Pohlheim, HSG Kleenheim-Langgöns und die HSG Wettenberg haben allesamt Mittelfeldplätze belegt.

In der Landesliga Mitte zieht der TSV Lang-Göns seine Mannschaft zurück und wird in der kommenden Saison in der Bezirksoberliga Gießen antreten. Das bedeutet: Die TG Friedberg, bis dato Vorletzter, hat den Klassenerhalt sicher. Dies bestätigte Spielleiter Manfred Leber (Dreieich) auf Nachfrage. Selbst der Tabellenletzte, die nur zwei Punkte hinter den Wetterauern rangierende HSG Lollar/Ruttershausen, bleibt damit Landesligist.

»Das ist spruchreif«, sagte Leber - und rechnet vor: Bei der einer Sollstärke von 14 Teams verlässt Meister TV Petterweil die Liga gen Oberliga, die dortigen Absteiger gehen allesamt in die Landesliga Süd. Durch den Rückzug der Langgönser fehlen so bereits zwei Mannschaften. Diese werden die beiden Erstplatzierten der Bezirksoberligen Gießen und Wiesbaden/Frankfurt, also die HSG Hungen/Lich und die HSG Goldstein/Schwanheim, ersetzt. Ein dritter Aufsteiger, normalerweise in der Relegation der beiden Bezirksoberliga-Zweiten ausgespielt, entfällt durch das Corona-bedingte vorzeitige Saisonende. Selbst die aktuell noch ungeklärte Situation in der 3. Liga und mögliche Kettenreaktionen nach unten würden laut Klassenleiter Leber daran nichts mehr ändern.

In die Landesliga aufrücken wird in jedem Falle Bezirksoberliga-Meister HSG Hungen/Lich, die Bezirksliga A Männer nach oben verlässt nunmehr die HSG Lumdatal II, da Meister TSV Lang-Göns II wegen des Bezirksoberliga-Rückzuges der Langgönser »Ersten« nicht aufsteigen kann. Bezirksliga-A-Absteiger sind die TSF Heuchelheim II.

Frauen: Interessant wird es bei den Frauen, bei denen in der Oberliga die HSG Lumdatal punktgleich das Titelrennen mit TuS Kriftel gemacht hat und auch im direkten Vergleich ein 27:27-Unentschieden erzielte. Allerdings besitzen die Lumdatalerinnen das um 29 Treffer bessere Torverhältnis, sodass sie ihren Platz in der 3. Liga Frauen sicher haben. Ob die HSG Lumdatal das Aufstiegsrecht allerdings wahrnimmt, darüber ist mit Berücksichtung der wirtschaftlichen Möglichkeiten noch nicht endgültig entschieden.

Die TSG Leihgestern feiert einen besonderen Coup und steigt sowohl mit der ersten Mannschaft von der Landes- in die Oberliga als auch mit der zweiten Mannschaft von der Bezirksoberliga in die Landesliga auf. Bleibt noch die KSG Bieber, der als Meister der Bezirksliga A endlich wieder die Rückkehr in die Bezirksoberliga gelungen ist.

In diesem Zusammenhang äußerte Verbandspräsident Eckart zwar Verständnis darüber, dass sich einige Mannschaft durch diese Regelung benachteiligt fühlen, beklagte aber auch »vereinzelte - zum Teil auch beleidigende - Kritik einzelner Vereine und Personen, die vor allem ihre persönlichen Interessen in den Vordergrund stellen und in keiner Weise Solidarität mit ihren Mitmenschen erkennen lassen« und ergänzte: »Ein solches Verhalten stößt bei uns im Präsidium -und ich glaube auch bei den meisten Mitgliedern unseres Verbandes - auf großen Widerstand.«

Abzuwarten bleibt nun allerdings, ob Vereine auf zivilrechtlichem Weg diese nach wie vor umstrittene HHV-Regelung zum Auf- und Abstieg anfechten werden.

Die Auf- und Abstiegsregelungen an der Schnittstelle Oberliga/3. Liga, für die der Deutsche Handball-Bund zuständig ist, müssen noch gesondert getroffen werden.

Neben der Bestätigung der Auf- und Abstiegsregelung hat das HHV-Präsidium bekannt gegeben, dass es davon ausgeht, dass vor den Sommerferien kein Spielbetrieb mehr stattfindet. Als Folge wurden »sämtliche Aktivitäten bis 30. Juni ausgesetzt.«

Neben Schulungen und Sitzungen wurde damit auch die gesamte Jugendqualifikation für die nächste Saison auf Hessenebene, die normalerweise alljährlich im Frühjahr gespielt wird, abgesagt. Regelungen für die Klasseneinteilung der Jugendligen für die nächste Saison sollen vom Arbeitskreis Jugend in Zusammenarbeit mit dem HHV erarbeitet werden.

Eine verbindliche Aussage zur Größe aller Spielklassen oder zur Zuordnung einzelner Vereine/Mannschaften zu bestimmten Spielklassen kann derzeit noch nicht getroffen werden. Hierzu müssen erst sämtliche Mannschaftsmeldungen für die kommende Saison vorliegen. Zudem bleibt es abzuwarten, ob der Spielbetrieb von der Bundesliga bis zur 3. Liga noch einmal aufgenommen und ob es schlussendlich aus der 3. Liga Absteiger in den hessischen Landesverband geben wird.

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