Lokalsport

Die jungen »Wilden« sollen es richten

Eine feste Größe im heimischen Handball: Die HSG Kleenheim-Langgöns, die viele Jahre unter dem Namen SG Kleenheim firmierte und sich im Männer-, vor allem aber im Frauenbereich einer besonderen Reputation erfreut. In der Männer-Oberliga gehört die HSG zuletzt stets der Spitzengruppe an, beendete die vorzeitig abgeschlossene Saison 2019/20 auf dem fünften Platz. In diesem Jahr sind die Ziele bei der HSG etwas bescheidener. »Einen Platz im Tabellenmittelfeld« strebt Trainer Matthias Wendlandt an, der die Weiterentwicklung der jungen Spieler in den Vordergrund seiner Tätigkeit stellt. Diese Strategie hat bereits in der Vergangenheit Früchte getragen, als in der Mannschaft ein personeller Umbruch vorgenommen wurde, ohne dass sich dies im sportlichen Abschneiden negativ bemerkbar machte.
13. Oktober 2020, 22:21 Uhr
Harold Sekatsch
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HSG Kleenheim-Langgöns vor dem Start in die Handball-Oberliga-Saison 2020/21 (hintere Reihe, von links): Nico Scheibel, Micha Wiener (nicht mehr im Kader), Yannik Woiwood, Björn Spieß, Cedrick Kollmann; mittlere Reihe (von links) Männerwart Volker Glaum, Fabian Hoepfner, Betreuer Christian Keil, Jonas Leger, Niklas Roth, Konstantin Wolf, Stefan Lang, Simon Patt, Jonas Friedrich, Trainer Matthias Wendlandt, Co-Trainer Jörg Mayer; vorn (von links) Maximilian Kiethe (nicht mehr im Kader), Daniel Schier, Finn Weber, Manuel Eckardt, Moritz Schäfer, Max Leger, David Straßheim. Es fehlen: Joshua Planer und Männerwart Siggi Köhle. FOTO: HSG KLEENHEIM-LANGGÖNS

Eine feste Größe im heimischen Handball: Die HSG Kleenheim-Langgöns, die viele Jahre unter dem Namen SG Kleenheim firmierte und sich im Männer-, vor allem aber im Frauenbereich einer besonderen Reputation erfreut. In der Männer-Oberliga gehört die HSG zuletzt stets der Spitzengruppe an, beendete die vorzeitig abgeschlossene Saison 2019/20 auf dem fünften Platz. In diesem Jahr sind die Ziele bei der HSG etwas bescheidener. »Einen Platz im Tabellenmittelfeld« strebt Trainer Matthias Wendlandt an, der die Weiterentwicklung der jungen Spieler in den Vordergrund seiner Tätigkeit stellt. Diese Strategie hat bereits in der Vergangenheit Früchte getragen, als in der Mannschaft ein personeller Umbruch vorgenommen wurde, ohne dass sich dies im sportlichen Abschneiden negativ bemerkbar machte.

Kommen/Gehen: Beides trifft auf Maximilian Kiethe gleichermaßen zu. Der Linksaußen, der von der Jugend A des TV Hüttenberg gekommen war, hat hier seine Zelte inzwischen wieder abgebrochen. »Er geht jetzt doch zum Studieren nach Leipzig und spielt damit nicht bei uns«, berichtet Matthias Wendlandt, der aber von den tatsächlichen Neuzugängen angetan ist. »Yannik Woiwood ist ein super Abwehrspieler«, lobt er den ehemaligen Hanauer und hat bei diesem Neuzugang echte Führungsqualitäten ausgemacht. »Er geht voraus, und das ist auch seine Aufgabe«, freut sich der Kleenheimer Trainer. »Durch seine körperliche Präsenz ist er auch im Angriff mit Einzelaktionen am Kreis sehr wichtig.« Auch den anderen beiden Zugängen stellt Wendlandt gute Zeugnisse aus: »Niklas Roth (ebenfalls von der Hüttenberger Jugend A) ist sehr talentiert und hat auch in der Vorbereitung schon gezeigt, dass er durch seine Tore und Anspiele ein Spiel entscheiden kann«, macht er dem jungen Handballer Mut und zieht eine Parallele zu einem weiteren Zugang. »Genau wie Finn Weber. Der ist auch noch sehr jung, zeigt aber immer wieder seine Klasse«, sagt er über den Neuen, der zuletzt bei der MSG Linden zwischen den Pfosten stand. »Ich bin sehr froh, dass diese Spieler zu uns gekommen sind. Sie passen menschlich und handballerisch super in die Truppe.« Den Verein verlassen hat unter anderem Jens Elsner, der sich nach seinem Umzug in den äußersten Norden Deutschlands dem TSV Hürup (Oberliga Schleswig-Holstein/Hamburg) angeschlossen hat. Er war zuletzt zwar nicht mehr fester Bestandteil des Kaders, »war aber immer ein wichtiger Mann im Verein«, bedauert Wendlandt diesen Wechsel. Micha Wiener, der zunächst noch als Standby-Spieler vorgesehen war, wird den Verein ebenfalls verlassen. Auch Nils Kaiser (zur HSG Lumdatal) sucht eine neue sportliche Herausforderung. Dagegen werden Marc Weller, Alexander Faatz und Tim Tonhäuser die Kleenheimer »Zweite« verstärken. Diese drei sind bei Bedarf daher nicht außer Reichweite.

Stärken/Schwächen: »Meine Mannschaft ist größtenteils noch sehr jung.« Diese Aussage von Matthias Wendlandt kann man auslegen, wie man will. Der Trainer sieht die Sache allerdings rundweg positiv: »Das ist super, weil die Spieler lernen wollen und auch im Training sowie auf dem Feld sehr motiviert sind.« Die geringe Erfahrung bei seinen Schützlingen bereitet dem Coach offensichtlich wenig Kopfzerbrechen, dafür etwas anderes: »Die Corona-Lage hat uns zuletzt doch mehr betroffen«, sagt Wendlandt, »so sind Testspiele ausgefallen, und es mussten sich immer mal wieder Spieler testen lassen.«

Trainer/Umfeld: Matthias Wendlandt, promovierter Informatiker an der JLU Gießen, wird von Co-Trainer Jörg Mayer unterstützt. Der 39-jährige Wendlandt geht in seine dritte Saison als Trainer bei der HSG Kleenheim-Langgöns. Wie Wendlandt berichtet, tritt Christian Keil langsam in die Fußstapfen der beiden Männerwarte Siegfried Köhler und Volker Glaum. Die beiden letztgenannten stehen dem Verein aber nach wie vor zur Verfügung. »Es ist ein Übergang«, sagt Wendlandt.

Prognose: Saisonziel ist ein Platz im Tabellenmittelfeld. Dass die HSG Kleenheim-Langgöns ganz oben mitspielen wird, ist angesichts der Änderungen auf dem Personalsektor nicht zu erwarten. Allerdings hat es Wendlandt in den vergangenen beiden Jahren immer wieder verstanden, junge Handballer an das Oberligateam heranzuführen und zu integrieren. Es wäre keine Überraschung, wenn das auch jetzt gelingt.

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