01. August 2018, 16:00 Uhr

Fußball

Die Rückkehr des Peter Sichmann

Es ist die spektakulärste Personalie für die neue Saison der Fußball-Kreisoberliga Süd. Peter Sichmann übernimmt die FSG Lollar/Staufenberg. Mit hohen Zielen – wie auch die SG Treis/Allendorf.
01. August 2018, 16:00 Uhr
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Aus der Redaktion

Nikolai Buss, Trainer der SG Treis/Allendorf – gibt sich für die neue Saison der Fußball-Kreisoberliga Süd entsprechend angriffslustig und möchte einen Saisonverlauf wie in der vergangenen Spielzeit unbedingt vermeiden. Einen direkten Aufstiegsfavoriten hat er allerdings nicht. Er spricht von einer favoritenfreien und ausgeglichenen Liga. Die Vorfreude war Buss auf die kommende Saison spürbar anzumerken. Er sieht die Kreisoberliga Süd ausgeglichen wie lange nicht mehr und fiebert wie alle anderen Trainer und Teams dem Saisonstart entgegen.

Wie ambitioniert die SG in die kommende Saison startet, wird durch den Blick auf den Trainingsplan deutlich. Dreimal trainieren die Männer um Coach Buss – und das mit einem einfachen Hintergrund. »Wir wollen bis zum Schluss oben mitspielen, damit die Liga auch spannend bleibt.« Aber nicht nur für die Spannung in der Liga, sondern auch in eigener Sache wollen die Akteure aus Treis und Allendorf an der Lumda mehr investieren. »Letzte Saison war die Luft raus, es ging nichts mehr nach oben und nach unten, dass ist eigentlich das Schlimmste was einem Fußballer passieren kann«, so Buss weiter. Schon vor der Saison setzte der Trainer dafür die richtigen Ansätze und nach einem Gespräch mit seiner Mannschaft war die Zielsetzung klar. »Ich habe mich mit der Mannschaft darauf geeinigt, dass wir die Sache angehen wollen, dass wir oben mitspielen wollen und daher einiges an Zeit investieren und mehr machen müssen wie die Konkurrenz, um oben dabei zu sein«, gibt sich der Trainer selbstbewusst.

Aber nicht nur die SG Treis/Allendorf hat sich Ziele für die neue Saison gesetzt, auch die FSG Lollar/Staufenberg hat klare Vorstellungen. Dies wird auch durch die sicherlich interessanteste Verpflichtung für die neue Saison deutlich. Mit Peter Sichmann kehrt ein alter Weggefährte zurück nach Lollar auf die Trainerbank. Der 71-jährige Fußballfachmann der u. a. bei Bayer Leverkusen und Fortuna Düsseldorf spielte, entschied sich nach seiner Zeit beim SSV Dillenburg, doch noch mal auf die Trainerbank zurückzukehren. »Das hat einen einzigen Grund, eigentlich wollte ich nicht mehr weg und nicht mehr reisen, aber ich hab mich dort damals so super wohlgefühlt und hatte super Erfolg mit den Jungs«, so Sichmann über seine Zeit beim SV Eintracht Lollar, mit dem er unter anderem in der Verbandsliga Mitte spielte. »Ich bin damals in die Verbandsliga mit den Jungs aufgestiegen und es waren drei super Jahre, in denen ich mich einfach sehr wohl-gefühlt habe.« Auch wenn es ein großer Aufwand ist, zeigt der Fußballfachmann keine Reue und freut sich auf die kommende Saison. Allerdings muss sich der Coach vom Niveau und Leistungsstärke der Kreisoberliga überraschen lassen und sich zunächst mal ein Bild von der Liga machen.

Dementsprechend unbefangen geht Sichmann in die neue Runde. Das Thema Aufstieg will er trotzdem nicht so weit wegschieben, wobei er auch klar zu verstehen gibt, das »Bestreben ist schon, in die Gruppenliga aufzusteigen, aber es ist nicht der Druck, das dieses Jahr sofort zu erreichen. Kommen wir im ersten Jahr unter die ersten drei oder vier, wäre es überragend stark, aber wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm«, hält sich der Dillenburger bedeckt. Im zweiten Jahr sind die Ziele dann schon deutlicher formuliert. »Dort habe ich dann eine andere Zielsetzung, insgesamt wollen wir schon hoch, aber das muss nicht im ersten Jahr sein«, so ein selbstbewusster Sichmann.

Auch zur WM in Russland und den Inhalten der Trainingseinheiten im Leistungsbereich hat der ehemalige Profi, der sehr enttäuscht über das Abschneiden des deutschen Teams war, eine klare Meinung und ist sich sicher, dass auch das eine oder andere in den Amateurfußball übertragen werden kann. Von den Ereignissen und Systemen der WM lässt er sich aber nicht von seiner Idee und Philosophie, Fußball zu spielen, abbringen. »Ich bin jemand der auf Pressing setzt und unheimlich gerne nach vorne spielt«, aber auch das Ballhalten hält Sichmann für wichtig, »dann haben wir den Ball und nicht der Gegner, aber noch mehr liegt mir Pressing und Gegenpressing, was aber sehr schwer zu trainieren ist«, gibt der Trainer zu bedenken. (Fotos: fro/ov)



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