04. März 2019, 17:32 Uhr

Titelsammler

Die Gießener Basketball-Legende Hans Heß feiert 70. Geburtstag

Er ist eine Gießener Basketball-Legende, eine Frohnatur und nie um einen Spruch verlegen: Hans Heß. Am Dienstag feiert der zweifache deutsche Meister und dreimalige Pokalsieger mit dem MTV 1846 seinen 70. Geburtstag.
04. März 2019, 17:32 Uhr
Hans Heß - heute und als Spieler vor dem staunenden Osthallen-Publikum. (Fotos: Archiv)

»Ich ertrage meinen ›Runden‹ mit Würde«, sagt Heß in seiner für ihn typischen Art und lacht. Topfit ist Hans Georg Heß, wie er mit vollem Namen heißt, noch immer – und das sieht man ihm auch an. Er fährt viel Fahrrad, spielt regelmäßig Golf und steht auch noch einmal pro Woche auf dem Tennisplatz. Sport hat im Leben von Heß immer eine bedeutende Rolle gespielt. Früher als Fußballer und Leichtathlet – aber natürlich vor allem als Basketballer. Mitte der 60er Jahre kam er zu dem Spiel mit der orangefarbenen Kugel, das ihn bis heute nicht losgelassen hat. Heß ist Dauergast bei den Heimspielen der Gießen 46ers und beliebter Gesprächspartner in der Osthalle.

 

299 Bundesliga-Einsätze

 

Kein Wunder: Er ist eine der prägendsten Figuren der Gießener Basketball-Geschichte und zudem einer ihrer erfolgreichsten Akteure. Als Kapitän holte er mit seiner Truppe 1975 und 1978 die deutsche Meisterschaft, wurde zudem dreimal Pokalsieger (1969, 1973, 1979). »Auch für Klaus Jungnickel, den Meistertrainer des Jahres 1975, spielte Hans Heß immer eine besonders wichtige Rolle: ›Er war der beste Allrounder, ein hervorragender Defensivspieler, guter Spielmacher und hervorragender Fastbreak-Spieler‹«, erinnert sich Jungnickel in der »Hall of Fame« auf der Homepage der Gießen 46ers.

 

Den Ehrgeiz nie verloren

 

Noch heute ist der 50-fache Nationalspieler mit 299 Einsätzen der Gießener Rekord-Bundesliga-Spieler. »Dass ich die 300er-Marke nicht erreicht habe, lag nur daran, dass ich mir 1976 die Patellasehne gerissen habe«, erzählt der frühere Guard. Danach musste Heß fast ein Jahr lang pausieren. Man spürt, dass es ihn auch heute noch ein bisschen ärgert, dass er diese magische Grenze nicht geknackt hat. Den Ehrgeiz hat Heß nie verloren.

 

Rückkehr auf die Trainerbank

 

Auch nicht, als er nach dem Ende seiner aktiven Bundesliga-Karriere von 1968 bis 1983 beim MTV 1846 in anderer Funktion Verantwortung übernahm. Von 1984 bis 1987 trainierte Heß gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Günther Lindenstruth ein junges MTV-Team mit den Ausnahmetalenten Michael Koch und Henning Harnisch, die das Duo 1987 bis ins deutsche Pokalfinale führte. Später coachten Lindenstruth/Heß zudem den VfB 1900 Gießen in der Oberliga.

 

Großer John-Bryant-Fan

 

Erfolge wie die in den 70er und 80er Jahren haben die Gießener Korbjäger seit dem nicht mehr gefeiert. »Aber natürlich interessiere ich mich noch sehr für den Basketball«, sagt Heß, der sich selbst als »begeisterter John-Bryant-Fan« bezeichnet. »Der Junge fasziniert mich. Mit welchem Auge John Basketball spielt, wie er sich unter dem Korb bewegt und durchsetzt, das ist schon fantastisch.«

 

Job als Kolumnist

 

In der Osthalle ist Heß stets präsent, denn er schreibt in der Hallenzeitung der 46ers die Rubrik »Old School«. Am Samstag war beispielsweise zu lesen, dass er als Spieler nie ein Heimspiel gegen Bamberg verloren hat. »Leider hat es für die Mannschaft diesmal nicht geklappt«, schmunzelt er nach der unglücklichen 90:97-Niederlage der 46ers gegen den Pokalsieger. Vielen unserer Leser ist Heß auch als Kolumnist in Erinnerung, als er vor einigen Jahren regelmäßig in der GAZ die Gießener Spiele analysierte – mal launig, mal emotional, mal kritisch. Aber immer fair und ohne erhobenen Zeigefinger.

Seinen 70. Geburtstag feiert der Langgönser heute mit seiner Frau Birgit und der Familie. Die große Party mit einigen Basketball-Kumpels soll dann im Sommer nachgeholt werden. Und was wünscht er sich für die Zukunft? »Gesundheit für meine Familie und mich. Den Rest kriegen wir beim Bügeln«, sagt Heß lachend.

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