12. August 2017, 12:00 Uhr

Neuzugang

Der neue Wetzlarer Schwede mit Handball-Genen

Neuzugang Olle Forsell-Schefvert soll das Rückraum-Problem bei der HSG Wetzlar lösen. Warum sein neuer Klub Priorität für ihn hat und er Ikea nicht mag, hat er uns bei einem Gespräch verraten.
12. August 2017, 12:00 Uhr
Bereit für die Rückraum-Aufgabe in Wetzlar – der Schwede Olle Forsell-Schefvert (r.), hier mit Teamkollege Anton Lindskog. (Foto: Vogler)

Forscht man in Internet nach dem Neuzugang von Handball-Bundesligist HSG Wetzlar, sagt einem Wikipedia, er wäre Kreisläufer. Danach gefragt, sagt Olle Forsell-Schefvert grinsend: »Ja, wirklich. Als ich klein war, habe ich auf einigen Positionen gespielt. Bei ein paar Turnieren auch als Kreisläufer.« Inzwischen ist er 1,96 m groß und längst im linken Rückraum beheimatet. Dort soll er mit Stefan Kneer ein Gespann bilden und die Lücke schließen, die Nationalspieler Philipp Weber hinterlassen hat.

Durch Vater Ulf, der unter anderem, als Nationaltrainer von Griechenland engagiert war, konnte der am Sonntag 24-jährige Forsell-Schefvert bereits in jungen Jahren Auslandserfahrung sammeln. 2007, sein Vater war nun für den schwedischen Handballverband tätig, ging Schefvert zu IK Sävehof, debütierte dort mit 18 Jahren in der schwedischen Liga und in der EHF Champions League. Seine berühmten Handball-Eltern haben die Kinder machen lassen, und so hat auch Olle Einiges ausprobiert, ehe er beim Handball hängen blieb. Hier hat er von den Erfahrungen der Eltern profitiert – seine Mutter Britt Forsell war schwedische Nationalspielerin –, die ihn und seine beiden Brüder immer unterstützt haben.


"Ich verstehe mehr, als ich sprechen kann"

Nun hat er die große Chance, in der Bundesliga Fuß zu fassen. Seit der Wechsel fix ist, hat der Schwede gepaukt. »Ich verstehe mehr, als ich sprechen kann«, erklärt er schmunzelnd auf Deutsch. Einige Fragen kann er fast sofort in Englisch beantworten, bei anderen schaut er fragend zu Übersetzer und HSG-Geschäftsführer Björn Seipp.

Eine Woche vor Trainingsstart bezog Schefvert seine Wohnung in Lahnau. »Das ist eine kleine Stadt, ich bin eher große Städte gewohnt. In Lahnau ist es sehr ruhig, hier kann man nach dem Training gut abschalten.« Viel Zeit, sich in der Umgebung umzuschauen, blieb noch nicht. »Ich war in der Altstadt von Wetzlar und in Gießen, das war es. Und ich habe Ikea gesehen, da musste ich hin«, sagt Forsell-Schefvert und lacht.


Beeindrukt von der Kulisse beim Linden-Cup

In der Mannschaft wurde er gut aufgenommen. Er kennt Anton Lindskog, mit dem er in der Junioren-Nationalmannschaft zusammengespielt hat. »Er hilft mir, mich zurechtzufinden.« Ein Punkt, der gerade für junge Spieler, die das erste Mal allein im Ausland spielen, sehr wichtig ist. Die ersten Wochen der Vorbereitung und der Linden-Cup haben Eindruck gemacht. »Das Training unterscheidet sich schon sehr von dem in Schweden. Und auch der Linden-Cup. In Schweden war bei Testspielen meine Mutter und vielleicht noch zwei andere anwesend. In Linden war die Halle voll, so viele Leute wollten die Spiele sehen. Das unterscheidet sich schon sehr von Schweden. Das Training ist härter und physischer. Das Trainingslager war gut und es war heiß. (lacht) Ich mag es, ins Trainingslager außerhalb von Städten zu gehen. Da bist nur du und das Team, das ist besser für die Konzentration.«

Spielen konnte er in Linden noch nicht, da er sich von einer Operation am Weisheitszahn erholte. Inzwischen ist er voll im Trainingsbetrieb und geht davon aus, beim Heide-Cup spielen zu können.


Fernziel: Nationalmannschaft

Gedanken an die schwedische Nationalmannschaft schiebt er beiseite. »Es gab einige Spieler, die in die Bundesliga gewechselt und zur Nationalmannschaft gekommen sind. Ich denke, da sind noch zwei, drei Spieler vor mir. Es ist nicht meine Priorität, in der Nationalmannschaft zu spielen. Ich hoffe es natürlich. Die HSG ist mein Club, hier mache ich meinen Job. Und wenn ich den gut mache, habe ich auch Chancen für die Nationalmannschaft.«

Auf seine Ziele angesprochen, meinte der Schwede: »Das erste ist, Deutsch zu lernen. Dann will ich gut Handball spielen, meine Tore machen und dem Team helfen. In der Bundesliga spielen nur gute Teams, hier musst du 60 Minuten Gas geben. In den ersten Spielen werde ich mich an die Schnelligkeit und die Physis gewöhnen müssen.« Und es gibt etwas, was der Schwede in einem Interview schon immer mal sagen wollte (lacht): »Ich bin sehr faul. Ich mag nicht kochen, in der Wohnung Möbel aufbauen oder dekorieren. Jeder sagt, oh Ikea ist super. Aber Ikea ist nicht mein favorisierter Ort in der Welt.«

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