Lokalsport

Der letzte Klassiker

Eine Woche vor dem ersten Auftritt in der Champions League wartet heute in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga der Klassiker gegen Zwickau auf den RSV Lahn-Dill. Das Duell bei den BSC Rollers ist dabei jedoch das letzte Aufeinandertreffen der beiden alten Herausforderer. Aus finanziellen Gründen wird sich der zweimalige Meister am Ende der Saison aus der Beletage der Sportart zurückziehen - unabhängig vom Ausgang der umkämpften Abstiegsfrage. Heute um 16 Uhr in der Zwickauer Sporthalle Mosel kommt es daher zum insgesamt 77. und vorerst letzten Pflichtspiel der beiden Traditionsvereine gegeneinander.
24. Januar 2020, 23:06 Uhr
Andreas Joneck

Eine Woche vor dem ersten Auftritt in der Champions League wartet heute in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga der Klassiker gegen Zwickau auf den RSV Lahn-Dill. Das Duell bei den BSC Rollers ist dabei jedoch das letzte Aufeinandertreffen der beiden alten Herausforderer. Aus finanziellen Gründen wird sich der zweimalige Meister am Ende der Saison aus der Beletage der Sportart zurückziehen - unabhängig vom Ausgang der umkämpften Abstiegsfrage. Heute um 16 Uhr in der Zwickauer Sporthalle Mosel kommt es daher zum insgesamt 77. und vorerst letzten Pflichtspiel der beiden Traditionsvereine gegeneinander.

Beide Clubs haben sich in den vergangenen mehr als 21 Jahren gemeinsamer Ligazugehörigkeit so manches heiße Duell geliefert. In der Liga, im Pokal und auch auf dem internationalen Parkett. Doch heute sind die Vorzeichen gänzlich andere. Die BSC-Rollers stehen mit nur einem Erfolg aus dem November in Hamburg auf dem letzten Tabellenrang und damit dicht vor dem sportlichen Abstieg. Bereits Ende Oktober kassierten die Sachsen im Hinspiel eine 43:100-Klatsche in Wetzlar. Im Dezember folgte der Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht Zwickau und die Abgänge des Litauers Mazvydas Butkevicius und des Niederländers Mees Hessels aufgrund der finanziellen Not. Und sollte dies nicht schon genug für die geschundene Seele des einstigen europäischen Topteams sein, musste der Verein in der Vorwoche auch noch einen seiner langjährigen Edelfans zu Grabe tragen. »Gefangen in der Endlosschleife« titelte die »Freie Presse«.

Dagegen wirken die Sorgen von Cheftrainerin Janet McLachlan und ihres Co-Trainers Günther Mayer eher wie eine belanglose Nebensächlichkeit. Nationalspieler und Topscorer Thomas Böhme musste während der Woche im Mannschaftstraining krankheitsbedingt passen, und auch einige seiner Teamkollegen laborieren weiterhin oder neu an dem einen oder anderen Wehwehchen. Eine Nebensächlichkeit, dies wird sich auch Assistenztrainer Mayer denken, der am Samstag an seine langjährige Wirkungsstätte zurückkehrt, wo er viele Jahre als Spieler, später als Spielertrainer und in weiteren Rollen tätig war.

Die Mittelhessen wollen, unabhängig von der Favoritenrolle, auch in Zwickau von Beginn an hoch konzentriert auftreten. Schließlich steht nur sechs Tage nach dem Zwickau-Spiel das schwere Duell gegen den spanischen Tabellendritten Bidaideak Bilbao BSR in der Champions League auf dem Programm.

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