22. August 2019, 17:26 Uhr

Der große Umbruch

Die HSG Wetzlar U 23 stellt sich in ihrem zweiten Jahr in der 3. Handball-Liga auf eine schwierige Saison ein. Nach neun Abgängen geht es für die Bundesliga-Reserve von Trainer Thomas Weber einzig und allein um den Klassenerhalt.
22. August 2019, 17:26 Uhr
OPK
Die HSG Wetzlar U 23 vor dem Start in die neue Drittliga-Saison (hintere Reihe, v. l.): Leon Bremond, Ian Weber, Torben Waldgenbach, Ole Klimpke, Malvin Werth, Marvin Lindenstruth; mittlere Reihe (v. l.): Athletiktrainer Jonas Rath, Torwarttrainer Waldemar Strzelec, Jan Waldgenbach, Torben Weinandt, Maduwuike Okpara, Trainer Thomas Weber, Trainer Kai Nober; vorne (v. l.): Kevin Kunzendorf, Tim Lauer, Lüko Fischer, Anadin Suljakovic, Florian Gümbel, Fabian Kraft, Lukas Gümbel. (Foto: bf)

Die zweite Garde des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar startet am Samstag um 19.30 Uhr in die neue Saison der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Das von Thomas Weber trainierte U23-Team der Wetzlarer erkämpfte sich in der vergangenen Runde als Aufsteiger einen sensationellen neunten Platz mit 31:29 Punkten.

Die generelle Situation in der 3. Liga ändert sich zwar kaum - der Name wird von Staffel Ost in Staffel Mitte geändert -, die Situation im Team allerdings gewaltig. Nachdem die Mannschaft letztes Jahr als Aufsteiger ab und zu mit ihrem hohen Tempo und der offensiven Abwehr den Gegner überraschte und überrannte, wird dies in dieser Runde nicht nur aufgrund ihrer »Bekanntheit« in der Liga viel schwieriger.

Denn gleich neun Spieler haben das Team verlassen. Neben Jane Cvetkovski und Maximilian Lux, deren Verträge in der ersten Mannschaft der HSG nicht verlängert wurden, hat auch Nedim Hadzic der U23 nach nur einem Jahr wieder den Rücken gekehrt. Zudem ist Toptorschütze Timo Ludwig ebenso wie Tim Weber nicht mehr dabei, die beide ihre Laufbahn beendet haben. Den Verein wechselten Tim Rüdiger (zum TuS Ferndorf), Julian Wallwaey (MSG Linden) und Nils Kaiser (HSG Kleenheim-Langgöns). Rückraumspieler Matthias Schwalbe schloss sich dazu noch dem Drittliga-Konkurrenten HSG Hanau an, der direkt am ersten Spieltag am Samstag in der Dutenhofener Sporthalle zu Gast sein wird.

Die Liste der Neuzugänge ist auf der anderen Seite kurz. In Anadin Suljakovic kam ein neuer Torhüter in den Kader der HSG-Bundesliga-Mannschaft. Er wird aber zunächst Mal um einen Platz im Erstligateam kämpfen müssen. Dazu soll er Erfahrung bei der U23 sammeln. Die anderen drei »Neuen« kommen allesamt aus Hüttenberg aus der 2. Liga: Tim Lauer und Malvin Werth werden beide für ein Jahr vom Nachbarverein ausgeliehen, beide brauchen Spielpraxis nach längeren Verletzungspausen, während Leon Bremond nach einem Jahr in Hüttenberg zurück zu seinem Heimatverein kommt. Den Rest des Kaders muss Trainer Thomas Weber mit Akteuren aus der U19-Mannschaft auffüllen, wie es bei der HSG schon Tradition ist. Da diese aber nach wie vor in der A-Jugend-Bundesliga spielt und ebenfalls von Weber trainiert wird, kann der Coach je nach Bedarf variieren. Zudem bietet diese Situation auch an, dass zumindest einige der täglichen Trainingseinheiten auch von beiden Teams zusammen bestritten werden.

Mit der Vorbereitung auf die neue Runde ist der Coach unzufrieden. Nicht, was die Leistung angeht, sondern wegen der personellen Situation. »Zeitweise lief die Vorbereitung katastrophal. Wenn du mit nur acht Mann zu einem Testspiel fährst, bringt das leider nicht viel«, sagt Weber. Deshalb habe es auch kein Trainingslager gegeben. Positiv schaute er aber auf den Linden-Cup Anfang des Monats zurück. Mit zwölf bzw. 13 Spielern im Kader besiegte die U23 dort Pohlheim, Kleenheim-Langgöns und Linden und konnte somit zum wiederholten Male den Pokal gewinnen. Vor allem Torjäger Fabian Kraft glänzte dort. »Für das, was wir zur Verfügung hatten, war die Leistung in der Vorbereitung schon in Ordnung«, resümierte Weber.

Was das Saisonziel angeht, bleibt der Cheftrainer auf dem Boden der Tatsachen: »Wir werden jeden Punkt gegen den Abstieg hart erkämpfen müssen. Das zweite Jahr ist sowieso immer schwieriger, und zudem ist die Liga durch die Auf- und Absteiger noch härter geworden.«

Damit meine er insbesondere Absteiger Großwallstadt, doch auch alle drei Aufsteiger seien besser als letztes Jahr. Zudem nennt er mit Nußloch und Leutershausen zwei weitere Titelkandidaten, die letzte Saison schon gut abschnitten. Der Saisonstart jedenfalls könnte kaum schwieriger sein. Am Samstag um 19.30 Uhr gastiert Titelkandidat Hanau in Dutenhofen.



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