26. November 2019, 16:40 Uhr

Handball

Der Kühle aus dem Norden

Anton Lindskog, der hünenhafte Schwede, hat als Kreisläufer für zwei weitere Jahre bei Handball-Bundesligist HSG Wetzlar unterschrieben. Die Gründe dafür sind vielfältig.
26. November 2019, 16:40 Uhr
Anton Lindskog (links) hat am Samstag wegen einer Gehirnerschütterung pausieren müssen. Nach seiner Vertragsverlängerung wartet der Kreisläufer nun aber erst einmal auf die Geburt seines ersten Kindes. Foto: Vogler

HSG Wetzlar


Nach Maximilian Holst und Stefan Cavor hat nun auch Anton Lindskog seinen Vertrag bei Handball-Bundesligist HSG Wetzlar verlängert. Der Schwede bleibt bis Sommer 2022 ein Grün-Weißer und hat im Verein wie auch bei den Fans mit seiner Unterschrift für Begeisterung gesorgt. Beim Spiel gegen den TSV GWD Minden am vergangenen Samstag musste der Kreisläufer allerdings zuschauen. »Am Donnerstag nach dem Training war mein Blutdruck zu hoch, ich bin auf dem Parkplatz vor der Halle umgekippt und habe mir den Kopf angestoßen«, schilderte er die Ereignisse. »Ich bin dann sofort ins Krankenhaus gekommen, wo ein paar Tests gemacht und Blut abgenommen wurde. Ich hatte zu wenig getrunken und jetzt eine leichte Gehirnerschütterung, deshalb spiele ich nicht, obwohl ich mich am Freitag und Samstag super gefühlt habe. Am Donnerstag habe ich alles vergessen, habe zehn Mal in einer Stunde die gleichen Fragen gestellt«, schmunzelte der 1,98-Meter-Mann.

Es war eine aufregende Woche für den 25-jährigen - Vertrag verlängert, Kind im Anmarsch und der kleine Unfall. Nachdem immer wieder Gerüchte in Verbindung mit dem THW Kiel in Umlauf waren, hat Lindskog ein klares Statement pro Wetzlar abgegeben. »Der Hauptgrund für die Verlängerung war, das ich länger mit Kai Wandschneider und Jasmin Camdzic arbeiten wollte. Ich finde, die beiden sind für mich persönlich jetzt die besten Trainer. Dazu kommt, dass wir ein Kind bekommen und das hier wirklich ein familiärer Verein ist.« Seine Freundin und der sympathische Blondschopf fühlen sich wohl in Mittelhessen und freuen sich auf die Geburt ihres ersten Kindes. Wenn es nach dem werdenden Vater ginge, soll die Tochter am besten auf der Welt sein, bevor das nächste Spiel am Donnerstagabend in Göppingen ansteht.

»Es kann jeden Tag passieren. Ich bin mit meinem Handy jederzeit bereit, wenn meine Freundin anruft.« Er klopft auf sein Telefon in der Hosentasche und sagt: »Das ist so eine spezielle Sache, da will ich dabei sein. Ich werde mit Kai, Jasko und Björn (Seipp, Anm. d. Red.) sprechen und ich glaube, sie respektieren das. Hoffentlich kommt es vorher, dann kann ich am Donnerstag spielen.«

Für seinen Mitspieler auf der Kreisläuferposition ist nach dieser Saison allerdings Schluss in Wetzlar. Nils Torbrügge muss den Verein nach zwei Jahren wieder verlassen. Auch Emil Frend Öfors hat seinen Abschied bekannt gegeben. Der Schwede hat den Verein frühzeitig darüber informiert, nach zwei Jahren bei der HSG eine neue Herausforderung in seiner Heimat annehmen zu wollen. Somit besteht für die Verantwortlichen auf mindestens zwei Positionen, Kreis und Linksaußen, Handlungsbedarf.

Zudem laufen etliche Verträge zum Saisonende aus. Lenny Rubin, der sich in Wetzlar wohl fühlt und durchblicken ließ, gerne bleiben zu wollen, befindet sich in Gesprächen mit der HSG. Für einen Verbleib von Tibor Ivanisevic, der Pech mit zwei Verletzungen hatte, wird sich Torwarttrainer Camdzic stark machen. Stefan Kneer ist ein Stabilisator für die Abwehr. Neuzugang Viggó Kristjansson ist nur bis zum Saisonende verpflichtet worden.

Die größte Baustelle könnte sich allerdings auf der Spielmacherposition auftun, denn sowohl Alexander Feld, der erst zu Beginn der Saison aus Friesenheim kam, als auch Kapitän Filip Mirkulovski stehen auf der Liste von HSG-Geschäftsführer Seipp. Vor allem der Mazedonier dürfte für Wandschneider derzeit kaum aus dem Team wegzudenken sein, ist er doch die spielbestimmende Figur der Grün-Weißen. Vor der Runde ließ er mit einem Schmunzeln durchblicken, vielleicht noch ein Jahr dranzuhängen. Wie wichtig der Spielgestalter für die Mannschaft ist, hat er am Samstag beim 26:23-Sieg gegen den TSV GWD Minden erst wieder unter Beweis gestellt.

Bleibt abzuwarten, was bei den Gesprächen, die laut Mirkulovski im November und Dezember geführt werden sollen, herauskommt. Holst, Cavor und Lindskog haben wie auch Björnsen und Forsell Schefvert letzte Saison ein Zeichen gesetzt. Es könnte die zweite Saison hintereinander werden, in der Trainer Kai Wandschneider ein Großteil des HSG-Kaders erhalten bliebe. Welche Vorteile das mit sich bringt, sieht man an den Ergebnissen, die die Mannschaft abzuliefern in der Lage ist.

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