14. Februar 2020, 17:27 Uhr

Der Abstieg rückt näher

14. Februar 2020, 17:27 Uhr

Das 3,5:4,5 des Aufstiegsfavoriten SVG Eppstein gegen den zuvor sieglosen SK Marburg II war der Paukenschlag des fünften Spieltages der Schach-Verbandsliga Nord. Da mit dem SC Bad Nauheim und dem SV Oberursel II, die sich 4:4 trennten, zwei weitere Teams aus den unteren Tabellenregionen jeweils einen Pluspunkt sammelten, bleibt die Lage für die Biebertaler Schachfreunde als Tabellenvorletzter überaus prekär. Der 6,5:1,5-Kantersieg gegen das Schlusslicht SC Gelnhausen hilft den Fellinghausenern nur bedingt, da die Barbarossa-Städter vermutlich gegen alle Teams leer ausgehen werden und deren Duell gegen Biebertals Mitkonkurrenten SK Marburg II noch aussteht.

Mit gemischten Gefühlen waren die Biebertaler in das Duell gegangen, hatte der SC Gelnhausen doch in den beiden letzten Spielzeiten mit jeweils einem 4,5:3,5-Heimerfolg den Biebertalern deren hochgesetzte Saisonziele verhagelt.

Ein weiteres böses Erwachen sollte es für die Barth-Truppe jedoch nicht geben. Gelnhausen hatte von den Akteuren über 2000 DWZ lediglich Sebastian Bravo-Lutz zur Verfügung, der das Prestige-Duell gegen FM Alexander Krastev (DWZ 2310) gezielt ansteuerte, anstatt ans zweite Brett auszuweichen, wo die Trauben aus SCG-Sicht deutlich niedriger gehangen hätten. Die hochkarätigen Ersatzspieler Garcia Marcos und Dirk Sroka (beide ca. 2100 DWZ schwer) »ersetzten« die Barbarossa-Städter durch einen Nachwuchsspieler mit DWZ 1539, zudem wurde Brett zwei unbesetzt gelassen.

Somit an allen Brettern mit einem DWZ-Übergewicht ausgestattet, ließ das 2:0 für Biebertal nicht lange auf sich warten. Alexander Lähnwitz blieb in seinem »Flow«, indem er den Caro-Kann-Riegel von Widerpart Berthold Weiß per Turmopfer nach 20 Zügen knackte. Andreas Barth hatte als Nachziehender gegen das Londoner System (1. d4 d5 2. Lf4 Sf6) mit einem gedeckten Freibauern auf c4 den positionellen Trumpf in der Hand, wobei Widerpart Muth die Verwertung desselben durch einen Figureneinsteller beschleunigte (3:0).

Angesichts des Rückstands vermied SC-Spitzenspieler Sebastian Bravo-Lutz im Offenen Sizilianer trotz Minusbauer die mögliche Punkteteilung durch Zugwiederholung, überschätzte jedoch die Möglichkeiten, so dass Alexander Krastev den Druck gegen den wunden Punkt f2 gewinnbringend zu intensivieren verstand.

Diverse Möglichkeiten, die Niederlage zumindest in Grenzen zu halten, ließen die Barbarossa-Städter ungenutzt. SC-Akteur Frank Wiesecker schaffte gegen Nils Damm das Kunststück, mit Mehrturm und umwandlungsbereiten Freibauern in eine plumpe Dauerschachfalle zu tappen. Florian Reichelt (Brett vier) hatte nach überscharfer Eröffnungsbehandlung seine Partie angesichts zweier Minusbauern wohl bereits zu den Akten gelegt, ehe ihn Altmeister Armin Muth im Turm-Leichtfiguren-Endspiel unverhofft ins Remis entschlüpfen ließ.

Beste Unterhaltung boten die Abläufe an Brett 8, wo Werner Simon (Biebertal) ein zunächst gewonnenes Turmendspiel in ein verlorenes verwandelte, indem er drei Bauern preisgab. Nachwuchsspieler Patrick Welther verzichtete in seinem ersten Verbandsliga-Einsatz auf die Möglichkeit, seine drei verbundenen Freibauern gegen Simons Turm zur Umwandlung zu führen.

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