17. März 2020, 06:45 Uhr

Handball

Bundesliga will Saison zu Ende spielen

Die HSG Wetzlar und die anderen Handball-Erstligisten sind entschlossen, die Saison nach der Corona-Zwangspause fortzusetzen.
17. März 2020, 06:45 Uhr
Es soll weitergehen für Anton Lindskog und die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga. FOTO: VOGLER

HSG Wetzlar


In der Coronavirus-Krise setzt die Handball-Bundesliga (HBL) neben staatlicher Unterstützung auch auf ein Entgegenkommen ihrer Profis. Einige Vereine haben angesichts der sich zuspitzenden finanziellen Lage bereits Kurzarbeitergeld beantragt, wie Geschäftsführer Bob Hanning von den Füchsen Berlin am Montag nach einer Telefonkonferenz der 18 Clubs sagte: »Wir haben beschlossen, dass wir nur eine Chance haben zu überleben, wenn Spieler und Sponsoren ebenfalls ihren Beitrag dazu leisten.« Zudem hält die HBL am Beschluss ihres Präsidiums fest, die derzeit bis mindestens Ende April ausgesetzte Saison nach Möglichkeit zu Ende zu spielen.

»Die Sitzung war sehr konstruktiv. Wir sitzen alle in einem Boot und rudern sehr kräftig in dieselbe Richtung, damit wir die Liquidität an unseren Standorten erhalten können«, sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker: »Ein vorzeitiges Saisonende kommt zum jetzigen Zeitpunkt für uns nicht infrage.«

Die HBL hält damit am Präsidiumsbeschluss fest, die Saison nach Möglichkeit zu Ende zu spielen. »Dies ist allerdings von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und den damit in Zusammenhang stehenden politischen, gesetzlichen und behördlichen Rahmenbedingungen abhängig«, heißt es in einer HBL-Mitteilung.

Statt am Montag das vorzeitige Saisonende zu beschließen, wurde den Clubs während einer mehrstündigen Telefonkonferenz ein Managementfahrplan zur Erfassung des zu erwartenden wirtschaftlichen Schadens und zur Eindämmung der wirtschaftlichen Risiken vorgestellt.

Die Clubs stünden »wie viele andere Unternehmen vor nie da gewesenen Herausforderungen«, heißt es in einer HBL-Mitteilung. Um den wirtschaftlichen Schaden so klein wie möglich zu halten, wollen die Vereine unter anderem ihre Spieler zu einem Gehaltsverzicht bewegen. »Ohne das ist es, glaube ich, kaum darstellbar«, sagte Hanning. »Aber es gibt eine Spielergewerkschaft, die in diese Gespräche auch mit eingebunden werden muss.« Die Höhe des Verlustes der jeweiligen Clubs lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Sollte die Saison abgebrochen werden müssen, würde er sich pro Verein ungefähr auf einen mittleren sechsstelligen Betrag belaufen.

Aber dieses Szenario soll trotz des am Montagmorgen bekannt gewordenen ersten Corona-Falls in der Liga unbedingt vermieden werden. Der dänische Nationalspieler Mads Mensah Larsen von den Rhein-Neckar Löwen hat sich mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert. Der 28 Jahre alte Rückraumspieler sei umgehend gemeinsam mit seiner Familie in eine 14-tägige häusliche Quarantäne überstellt worden. Zuvor war bereits Ex-Nationalspieler Holger Glandorf von der SG Flensburg/Handewitt in Quarantäne geschickt worden, weil der Sohn des 36-Jährigen Kontakt zu einer mit dem Virus infizierten Person gehabt hatte.

»Wir versuchen alles in unserer Macht stehende zu tun, es aus eigener Kraft zu schaffen, bemühen uns aber natürlich auch um staatliche Gelder«, sagte Schwenker: »Wir sind froh, dass der Staat Überbrückungsmöglichkeiten bietet, die schnell und unbürokratisch helfen.«

Zentrales Thema war der Fall von Mensah nicht. Es ging primär darum, wie die Clubs den drohenden Verlust von Sponsoren-, Zuschauer- und TV-Einnahmen bewältigen können. Dazu stellte die HBL einen Managementplan vor. Am kommenden Mittwoch wollen sich die Clubs erneut zusammenschalten, um weiter zu beraten. (dpa/sid)

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