01. Juli 2019, 18:08 Uhr

Biebertal als Fünfter ins Ziel

01. Juli 2019, 18:08 Uhr
Andreas Barth und seine Biebertaler Schachfreunde schließen die Saison auf Rang fünf ab. (Archivfoto: Friedrich)

In der Schach-Verbandsliga Nord waren (fast) alle auf- und abstiegsrelevanten Entscheidungen bereits vor dem letzten Spieltag gefallen. Spitzenreiter SC Fulda (17:1 Punkte) untermauerte seine Ausnahmestellung in Hessens zweithöchster Spielklasse mit dem 5:3 über den SK Marburg II. Vizemeister SK Vellmar (14:4 Punkte) war Rang zwei nicht mehr zu nehmen, nichtsdestotrotz setzten die Nordhessen die Erfolgsserie mit dem 4,5:3,5 beim SK Gründau fort. Erwartungsgemäß leichtes Spiel hatten die Biebertaler Schachfreunde mit dem punktlosen Schlusslicht Sfr. Schöneck II, die in Unterzahl 5,5:2,5 abgefertigt werden konnten. Mit diesem Pflichtsieg konnte die Equipe um den frischgebackenen Deutschen U14-Einzelmeister Alexander Krastev nicht nur das eigene Punktekonto ausgleichen (9:9 Punkte), sondern sich zugleich in der Abschlusstabelle von Rang sieben auf Platz fünf verbessern.

Ein fatales Ende nahm die ansonsten spannungsarme Punktrunde (Fulda souverän Meister, Schöneck II und Turm Idstein abgeschlagen) für den achtplatzierten SK Marburg II. Da der sportlich gerettete SV Griesheim II kurz nach Saisonende verkündete, freiwillig von der Oberliga Ost in die Hessenliga abzusteigen, musste der ansonsten gerettete SK Marburg II urplötzlich die Relegation gegen den SC Bad Soden (Drittletzter der Verbandsliga Süd) bestreiten. In Bad Soden verspielte Marburg II eine zwischenzeitliche 4:1-Führung zum 4:4-Endstand, wobei die Berliner Wertung zugunsten von Bad Soden ausfiel. Mit dem eigenen Abstieg von der Verbandsliga Nord in die Landesklasse West sollte Marburg II zu allem Überfluss noch die eigene dritte Mannschaft mit in den Abgrund reißen, da Marburg III als Viertletzter der Landesklasse West ebenfalls ins Gras beißen muss. Besagte Abstiegskaskade hatte natürlich auch Folgen für alle Spielklassen des Schachbezirks Lahn-Eder, wo es von der Bezirksoberliga bis in die Kreisklassen einen zusätzlichen Absteiger geben wird.

Sfr. Biebertal - Sfr. Schöneck II 5,5:2,5: Im Bürgerhaus Fellingshausen ließen die Gastgeber das dritte Brett unbesetzt. Ein Ersatz für den verhinderten Frank Roeberg war nicht aufzutreiben, zudem fehlte mit Alexander Lähnwitz eine weitere Stammkraft. Nichtsdestotrotz war der Biebertaler Erfolg gegen das punktlose Tabellenschlusslicht in keiner Phase gefährdet. Bereits nach knapp zwei Stunden hatte Fide-Meister Alexander Krastev am Spitzenbrett den vollen Zähler eingetütet, nachdem sein zweitbundesligaerfahrener Widerpart Claus Meyer-Cording als Anziehender im Maroczy-Sizilianer den schwarzen Turm auf a2 eindringen und sich per Zwischenschach eine Leichtfigur abknöpfen ließ.

Auch Alexanders Vater Iwan - ebenfalls die schwarzen Steine führend - hatte in seinem erst dritten Verbandsliga-Einsatz Grund zur Freude. Gegen den Schönecker Nachwuchsspieler Felix Tiggemann entstand aus dem Damenbauernspiel heraus ein spannungsgeladenes Mittelspiel mit heterogener Rochadestellung, indem Tiggemann die halboffene g-Linie und Krastev die offene b-Linie für eigene Angriffsoperationen verwendeten. Als partieentscheidend erwies sich die kombinatorische Ausnutzung eines Mattmotivs mittels Lf5 und Tb8-b1, da es dem Schönecker zuvor nicht gelungen war, den Wirkungskreis dominanten weißfeldrigen Läufer auf f5 einzudämmen.

Risius muss über volle Distanz

Das Fanal zur Attacke blies Philipp Risius gegen die Pirc-Verteidigung des Gästespielers Andreas Stange, wobei sich Letztgenannter aus bedrängter Lage unter Preisgabe eines Bauern zu befreien versuchte. Statt eines frühen Knockouts musste Risius den Kampf über die volle Distanz absolvieren, der einstimmige Punktsieg im technisch gewonnenen Endspiel war jedoch unstrittig.

Wie gewonnen, so zerronnen, war das Motto bei Nils Damm, der am sechsten Brett gegen Timo Bauers Dameninder früh die Qualität erbeutete, den Mehrbesitz im weiteren Verlauf aber wieder rausrücken musste, da der Nachziehende starkes Druckspiel erhielt. Nach Eröffnungsfehler die eigene Partie knapp im Gleichgewicht halten konnte Andreas Barth, der als Anziehender in der Zugfolge 1. Sf3 d5 2. d4 c6 3. b3 Lg4 4. Sbd2 e6 5. Lb2 die Bauchlage einnahm und Glück hatte, dass sein Gegenüber Juri Kleschtschow seinen Raumvorteil samt Vorpostenspringer auf e4 nicht gewinnbringend zu veredeln verstand.

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