16. Januar 2020, 12:35 Uhr

Handball

Bezirksoberliga-Meisterschaft hart umkämpft

Fünf Titelkandidaten gibt es in der Handball-Bezirksoberliga der Männer. Einer davon ist die HSG Hungen/Lich. Am Wochenende wird die Saison fortgesetzt.
16. Januar 2020, 12:35 Uhr
Marvin Menges (mit Ball) und die HSG Hungen/Lich klopfen an die Tür zur Handball-Landesliga. FOTO: VOGLER

Spannend wie selten präsentiert sich in dieser Spielzeit die Handball-Bezirksoberliga. Dabei hat sich im Laufe der ersten Saisonhälfte eine Spitzengruppe herauskristallisiert, die aus fünf Mannschaften besteht. Jedem einzelnen dieser Teams ist der Titelgewinn zuzutrauen. Allerdings, und das ist wohl ein offenes Geheimnis, darf der mit dem Gewinn der Meisterschaft verbundene Aufstieg in die Landesliga in sportlicher Hinsicht als besondere Herausforderung angesehen werden. Die Tatsache, dass der Spitzenreiter HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III (21:5 Punkte) und die Mannschaften auf den Plätzen drei, vier und fünf - HSG Wettenberg II, HSG Kleenheim/Langgöns II und nur HSG Dilltal (alle 18:8) - nur drei Punkte auseinander liegen, weckt die Vorfreude auf den weiteren Saisonverlauf.

Verfolger Nummer eins des Spitzenreiters ist die HSG Hungen/Lich, die 20:6 Punkte aufweist und ihre Platzierung auch der enormen Heimstärke verdankt. Carsten Schäfer, Trainer des Tabellenzweiten, schätzt die Liga im Großen und Ganzen als recht ausgeglichen ein: »Es reicht nicht, in ein Spiel zu gehen und nur 80 Prozent zu liefern. Dann kannst Du nicht gewinnen.« Und das, obwohl sich in dieser Saison eine Mehr-Klassen-Gesellschaft herauskristallisiert hat.

Neben dem Quintett an der Spitze gibt es ein nicht sonderlich breites Tabellenmittelfeld, mit Mannschaften, die jedem anderen Team der Liga zum Stolperstein werden können: HSG Mörlen (14:12), HSG Marburg/Cappel, HSG Wettertal, SG Rechtenbach (jeweils 13:13). Die HSG Großen-Buseck/Beuern und die MSG Florstadt/Gettenau stehen (beide 11:15) an der Grenze zur Abstiegszone, die die HSG Linden II (7:19), die MSG Kirchhain/Neustadt (5:21) und der TV Wetzlar (0:26) bilden.

Einen eigenen Blickwinkel hat Conrad Melle, Trainer der HSG Linden II: »Die Bezirksoberliga zeigt einmal mehr, wie unberechenbar sie ist und dass nahezu jeder Spieltag eine Überraschung in sich birgt. Wir dürfen uns auf eine hochinteressante Rückrunde freuen.« Carsten Schäfer setzt noch einen drauf. »Kein Spieler, aber auch kein Trainer kann in den 26 Spielen die optimale Leistung bringen.«

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Die genaue Zahl der Absteiger steht nicht fest und richtet sich auch danach, wie viele Mannschaften aus der Landesliga Mitte in die Bezirksoberliga abgegeben werden. Sicher ist aber eins: Der Tabellenletzte steigt ab. Angesichts der Situation am Tabellenende in der Landesliga (mit Friedberg und Lollar/Ruttershausen stehen zwei Teams aus dem heimischen Bezirk auf dem letzten bzw. vorletzten Platz) kann mit weiteren Direktabsteigern gerechnet werden.

»Vollkommen zufrieden« zeigt sich Torben Wegner, Trainer des Spitzenreiters aus Münchholzhausen und Dutenhofen, auch wenn er hinter das Geheimnis der immer wieder auftretenden Leistungsschwankungen seiner Mannschaft, die sehr häufig in der ersten Halbzeit »flopt«, nach der Pause aber eine Top-Leistung abliefert, noch nicht so recht gekommen ist. Dass seine Schützlinge vorn stehen, ist für ihn eine kleine Überraschung. »Ich hatte die HSG Wettenberg II stärker eingeschätzt«, verrät Wegner, dessen Mannschaft zum Rückrundenauftakt am 18. Januar bei der HSG Dilltal.

»Der zweite Platz kommt für mich überraschend, denn wir haben ja einen großen Personaldreh gehabt - und mehrere Verletzte«, fasst Carsten Schäfer (HSG Hungen/Lich) zusammen. »Vollkommen zufrieden« zeigt sich der Coach und ergänzt:»Ab jetzt ist alles Bonus.« Gleiches gilt sicherlich auch für die zweite Mannschaft der HSG Kleenheim/Langgöns, die einen regelrechten Raketenstart hingelegt hat. »Schade nur, dass wir zu Hause die beiden Spitzenspiele verloren haben«, stellt Trainer Micha Wiener fest. Das schmälert aber den guten Eindruck, den die Mannschaft bislang hinterlassen hat, nur wenig. »Auf jeden Fall möchten wie auch in der Rückrunde gute Spiele abliefern.« Wiener hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass nicht der kurzfristige Erfolg, sondern die Ausbildung der Spieler im Vordergrund stehe. In dieser Saison konnte bislang er die Früchte seiner Arbeit ernten. Sicherlich haben sich künftige Gegner auf die Kleenheimer »Zweite« nun besser eingestellt, doch gleichwohl bleibt es das Ziel beim Tabellenvierten, in der Spitzengruppe zu bleiben.

Am höchsten im Kurs stand vor Saisonbeginn Landesliga-Absteiger HSG Wettenberg II, der zunächst auch der Favoritenrolle gerecht zu werden schien. Am fünften Spieltag erhielt der Lack des Titelanwärters in Rechtenbach den ersten Kratzer, weitere Auswärtsniederlagen bei der HSG Hungen/Lich und in Münchholzhausen folgten. Mit einer deutlichen Heimniederlage gegen Dilltal beendete Wettenberg II die Hinrunde. Auch personelle Engpässe - sogar Trainer Dragan Nenad mussten sich mehrfach das Trikot überstreifen - hatten zur Folge, dass die Wettenberger immer wieder diese Rückschläge hinnehmen mussten.

»Wir sind auf dem richtigen Weg zum Klassenerhalt und haben gezeigt, dass wir an einem guten Tag auch mit den etablierten Mannschaften mithalten können«, bewertet Christian Kunz, Trainer des Klassenneuling SG Rechtenbach, den Auftritt seiner Jungs in der ersten Saisonhälfte. »In der Rückrunde kommt es für uns vor allem darauf an, auch auswärts unsere Leistungen abzurufen.« Den Anfang in dieser Hinsicht hat der Neuling am letzten Vorrundenspieltag gezeigt, an dem die SGR mit dem 30:18-Erfolg in Kirchhain den ersten Auswärtssieg eingefahren hat. Da die Rechtenbacher in der zweiten Saisonhälfte nur noch fünf Heimspiele austragen können, werden sie nun auch in fremden Halle besonders gefordert sein und punkten müssen.

Hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist die HSG Großen-Buseck/Beuern, die sich nach Ende der Vorrunde von Trainer Mario Foos getrennt hatte und mit Sven Hohaus vor Rückrundenbeginn einen Nachfolger präsentierte. »Es sind namhafte Spieler dazugekommen«, berichtete Tobias Lange, »dennoch war der Aufstieg nicht unser Anspruch.« Damit rückte der sportliche Leiter der Busecker die Verhältnisse zurecht, obwohl er sich natürlich auch ein besseres Abschneiden gewünscht hat. Ausfälle (z. B. Jan Schneider, Benjamin Stumpf) haben die Mannschaft aber immer wieder zurückgeworfen. Der Start in die Rückrunde wird für die HSG Großen-Buseck/Beuern alles andere als leicht, denn in den ersten drei Spielen hat es die Mannschaft ausnahmslos mit Teams aus der Spitzengruppe (HSG Kleenheim-Langgöns II, HSG Wettenberg II, HSG Dilltal) zu tun.

Tief in den Kampf um den Klassenerhalt verstrickt ist die HSG Linden II, die lediglich dreimal als Sieger das Parkett verlassen konnte. »Ich bin von acht Punkten nach der Hinrunde ausgegangen, nun sind es sieben geworden«, erklärte Trainer Conrad Melle, der die Erreichung des Klassenerhaltes als große Aufgabe ansieht, aber durchaus optimistisch ist: »Legt die Mannschaft weiterhin so viel Leidenschaft an den Tag, können wir diesen schaffen«, schränkt aber ein: »Aber nur dann.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Geheimnisse
  • HSG Hungen/Lich
  • HSG Mörlen
  • HSG Wettenberg
  • Handball
  • Jan Schneider
  • Landesligen
  • Linden
  • MSG Florstadt/Gettenau
  • Optimismus
  • Harold Sekatsch
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.