23. September 2020, 22:43 Uhr

Befürworter und Skeptiker

23. September 2020, 22:43 Uhr
JSA

TV 05/07 Hüttenberg


Am Dienstag hat Handball-Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg mitgeteilt, während der Corona-Pandemie seine Heimspiele vorerst vom Sportzentrum Hüttenberg in die Rittal-Arena Wetzlar zu verlegen. Dies bringt, in einer ohnehin komplexen Zeit, weitere Veränderungen mit sich, allerdings auch, dass nach aktueller Beschlusslage bis zu 800 Zuschauer die Spiele live vor Ort besuchen dürfen. Über die sich daraus ergebende Zusammenarbeit der HSG Wetzlar, dem RSV Lahn-Dill und dem TV 05/07 Hüttenberg sowie eben jene Veränderungen haben wir mit ehemaligen Spielern und Fans des TVH gesprochen.

Wo im Sportzentrum an einem Samstag etliche ehrenamtliche Helfer sich für den Aufbau der Werbebanden und die Vorbereitungen auf die Heimspiele kümmern, ist Hartmut Scheld nicht weit. Der Hüttenberger zeichnet sich seit Jahren verantwortlich als Chef der Ordner und Helfer und schätzt den Mehraufwand »ähnlich ein wie bei einem Heimspiel in Hüttenberg. Genaueres werden wir aber dazu in den nächsten Tagen erfahren. 20 Prozent Hallenauslastung hätten dort vermutlich 300 Zuschauer bedeutet. Nun in Wetzlar können alle Dauerkartenbesitzer in die Halle kommen.«

Sebastian Weber, der für Hüttenberg und Wetzlar spielte und im Sommer seine Karriere beendet hat, geht noch einen Schritt weiter: »Besondere Zeiten erfordern eben besondere Maßnahmen. Deshalb finde ich es stark, dass drei ›Big Player‹ der heimischen Sportwelt in nächster Zeit unter einem Dach sind. Durch den Umzug können viele TVH-Fans ihre Mannschaft weiterhin unterstützen.«

Nach intensiven Wochen und Monaten der Erarbeitung eines Hygienekonzeptes werden die Spiele sicher nicht vergleichbar sein mit denen, wie man sie bisher kannte. Für die Vereine ist die Vereinbarung mit der Arenakonzept GmbH, dem neuen Betreiber der Rittal-Arena in Wetzlar, ein weiterer Meilenstein im Umgang mit der Corona-Krise, gepaart mit der Fortsetzung des Spielbetriebes.

Einer, der sich aktuell ebenso damit befassen muss, ist der Neu-Trainer des Bundesliga-Aufsteigers HSC 2000 Coburg, Alois Mráz. Als ehemaliger Spieler beider Vereine kennt er die Stimmung in beiden Hallen und weiß um die Bedeutung des Hexenkessel Mittelhessen: »Das Sportzentrum zu verlassen wird für die Einheimischen sicher ungewohnt. Andererseits ist es eine interessante Situation, zu was die aktuellen Umstände zwischen den heimischen Vereinen führt. Ich bin gespannt, wie sich die Arbeit zwischen der HSG und dem TVH auch zukünftig weiterentwickelt. Auch die 800 Zuschauer werden eine gute Stimmung machen.«

Zu diesen Zuschauern werden auch Sibille Jung und Michael Straßheim zählen. Beide sind seit Jahren Dauerkartenbesitzer und Unterstützer des TV 05/07 Hüttenberg und sind sich auch in Sachen Hallenumzug einig. »Ich glaube, viele andere Möglichkeiten hätte es auch nicht gegeben. Für die Vereine geht es derzeit ums Überleben. Deshalb finde ich das Zusammenrücken der Vereine sehr gut, um den Handball in der Region zu erhalten«, sagt Straßheim, während Jung ergänzend hinzufügt, dass die Herausforderungen der aktuellen Zeit sich mit 800 Zuschauern in Wetzlar eher bewältigen lassen als mit deutlich weniger in Hüttenberg.

Doch nicht bei allen kommt der Umzug so gut an: Santi Catrufo, ebenfalls ein jahrelanger Helfer im Rahmen der Heimspiele, befürwortet die Entscheidung für die Rittal-Arena in Wetzlar zwar für den Moment, sieht aber längerfristig die Gefahr einer Übersättigung. »Meine Befürchtung auf Sicht ist, dass man sich gegenseitig die Zuschauer wegnehmen würde. Außerdem war es dem TVH gelungen, mit der Sporthalle Gießen-Ost ein anderes Einzugsgebiet für sich zu gewinnen, die vielleicht die Fahrt in die Rittal-Arena nicht machen würden.«

Ob Befürworter oder Skeptiker - Zeit, sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen, werden die Fans ab dem 2. Oktober haben, jenem Freitagabend, an dem die Hüttenberger in ihre Spielzeit 2020/2021 gegen den Wilhelmshavener HV starten werden.

Heute letzter Test gegen Ferndorf

Am heutigen Donnerstag tritt der TV 05/07 Hüttenberg in seinem letzten Testspiel vor Saisonbeginn um 18:30 Uhr bei TuS Ferndorf an. Bereits am 14. August standen sich beide Teams in einem Test gegenüber, welchen die Mittelhessen mit 23:29 verloren. Zu diesem Zeitpunkt war es der erste Auftritt der neuformierten Mannschaft von Trainer Frederick Griesbach. Knapp sechs Wochen wird seine junge Truppe einen klaren Schritt nach vorne zeigen wollen, um die Generalprobe zu bestehen. Dabei nicht mitwirken können werden Dieudonne Mubenzem, Niko Weber, Stefan Kneer und Moritz Zörb - hinter dem Einsatz von Johannes Klein steht noch ein Fragezeichen. Die Besonderheit in dieser Vorbereitung: Bei der Partie werden 240 Zuschauer zugelassen, was somit auch außerhalb des Feldes als Test dienen wird.

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