23. Juni 2017, 17:47 Uhr

Beeindruckende Erfolgsgeschichte

23. Juni 2017, 17:47 Uhr
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Aus der Redaktion
Ballett und Kindertanz sind die Stützen der erfolgreichen Nachwuchsarbeit der TSG Blau-Gold Gießen. (Fotos: bf)

Man schrieb den 24. Juni 1982, als sich 27 Mitglieder des Rot-Weiß-Clubs Gießen im Hotel Köhler trafen. Am Ende dieser Sitzung beschlossen sie, unter der Führung des Trainerpaares Bernhard Zirkler und Brigitte Klückes-Findeis, einen eigenen Verein zu gründen. Eine Gemeinschaft sollte es sein – und so war der Name Tanzsportgemeinschaft mit den Vereinsfarben Blau-Gold schnell gefunden. Zirkler wurde zum Vorsitzenden gewählt und führt den Verein ohne Unterbrechung bis heute.

Schnell entwickelte sich die junge TSG zu einem der sportlich führenden Vereine in Deutschland. Die Jugend und Hauptklassenpaare dominierten die Hessenmeisterschaften, Ralf Burk und Alice Trabert, Franco Formica und Oksana Nikiforova, Holger und Jutta Viehl vertraten die TSG bei Welt- und Europameisterschaften – und festliche Veranstaltungen wie die Tanz-Gala boten Tanzenthusiasten einen würdigen Rahmen.

1988 wurde ein Vereinsheim bezogen, in der Sporthalle Ost wurden deutsche Meisterschaften der Amateure und der Professionals vor 2500 Zuschauern ausgetragen und der Verein wurde zweimal mit dem »Grünen Band« von DSB und Dresdner Bank für vorbildliche Nachwuchsarbeit ausgezeichnet. Bis zum Jahre 2000 konnte die TSG schon über 500 Mitglieder verzeichnen, was besonders auch den Cheerleader-, Hip-Hop- und Breakdancegruppen zu verdanken war, mit denen die TSG Neuland betreten hatte.

Doch es sollte erneut zu einem Auseinanderbrechen kommen, als der TC Nova unter der Leitung von Brigitte Klückes-Findeis gegründet wurde. Die Blau-Goldenen standen vor einem Scherbenhaufen, nur noch 150 Mitglieder und kaum Turnierpaare waren ihm verblieben. Der Blick ging jedoch nach vorne, eine neue Vereinsstruktur mit einer straffen Führung wurde beschlossen und die Ausrichtung auf Angebote in den modernen Tanzformen auf den Weg gebracht.

Julia Haitsch hatte nach ihrer Tanzausbildung in Hamburg und einen Abstecher als Tanzschulinhaberin den Weg zurück zu ihrer TSG gefunden. Der Aufbau einer Ballettschule im Verein zu einer der größten Schulen in Deutschland war ein Erfolgsmodell und mitverantwortlich für den kontinuierlichen Aufwärtstrend der letzten Jahre. Schon 2012 konnte das 500. Mitglied verzeichnet werden und innerhalb von nur drei Jahren wurde diese Zahl verdoppelt.

Zu verdanken ist diese gegen den allgemeinen Trend gerichtete Entwicklung der konsequenten Ausrichtung auf kinder- und jugendgerechte Angebote sowie aktuelle Tanz- und Fitnesstrends. Kindertanz, Bühnentanz, Jazz- und Modern Dance, Contemporary, Pole-Sport, Bokwa, Parkour, Aerobic, Yoga, Akrobatik, Trampolin und besonders die modernen Tanzformen des Hip-Hop und des Breakdance sorgen für einen Anteil von fast 70 Prozent an jugendlichen Mitgliedern. Aber auch die lateinamerikanischen Tänze waren mit einer erfolgreichen Formation in der Bundesliga vertreten – und die stetig wachsenden Fitness- und Pole-Sport-Gruppen sind ebenfalls für die positive Mitgliederentwicklung verantwortlich.

Über 400 neue Mitglieder konnte der Tanzsportverein allein im letzten Jahr begrüßen (bei etwa 250 Austritten) und ist aktuell mit 1250 Mitgliedern die Nummer eins unter 2200 Tanzvereinen in Deutschland.

Um besonders dem großen Zuwachs in den Ballett- und Pole-Dance-Gruppen Rechnung zu tragen, wurden die Räumlichkeiten einer ehemaligen Gießener Ballettschule zu einem Tanz-Studio ausgebaut und weitere Räume angemietet und renoviert. Die Pole-Sport-Abteilung mit etwa 400 Aktiven nimmt in Deutschland die führende Position ein. »Aktiv auf die Schüler zugehen«, lautet die erfolgreiche Devise. Ein gutes Dutzend Arbeitsgemeinschaften bestehen mit verschiedenen Schulen und Kindergärten, und viele Kinder und Jugendliche finden deshalb den Weg in den Verein.

54 Lehrkräfte sind in den über 80 Gruppen aktiv. Die Qualitätsstandards der Betreuer und Trainer ist durch den ständigen Besuch von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen sowie von großen internationalen Veranstaltungen gewährleistet. Eine straffe Führungsstruktur ermöglicht, kurzfristig in der schnelllebigen Tanz- und Fitnessszene auf aktuelle Trends einzugehen und eine effektive Vereinsverwaltung sorgt für eine reibungslose Organisation. Den hohen Integrationsfaktor der modernen Tanzformen in der Konzeption der Projekte und Angebote der TSG-Blau-Gold belegen zahlreiche Auszeichnungen. Die TSG ist hessischer Stützpunktverein im LSBH »Integration durch Sport« und nutzt die vielfältigen Angebote dieser Organisation für die Vereinsarbeit. Alle Gruppen und ein Großteil der Trainer sind multikulturell.

Das Wochenend-Ferienlager in der Jugendburg Sensenstein des LSBH bei Kassel im Oktober mit 120 Teilnehmern, eine Ausweitung der Ballett- und Zumba-Angebote in den Umkreis von Gießen, die Ferienkarussell-Angebote mit 150 Teilnehmern und die Präsentation der Vereinsangebote bei »Gießen tanzt« sind weitere erfolgreiche Maßnahmen der TSG. Hierbei spielen auch die vielfältigen Veranstaltungen eine große Rolle. Das »Wake up Battle« mit Wettkämpfen auf Weltniveau vermittelte den Jugendlichen die Faszination der Hip-Hop- und Breakdance-Szene mit ihren verschiedenen Stilrichtungen.

Die Bühnenschau »Tränenelfe« für die Kinder- und Nachwuchsgruppen des Vereins sprengte 2014 mit über 600 Zuschauern und Teilnehmern die Kapazität des Bürgerhauses Wieseck. Die Choreografin Julia Haitsch konnte bei den kommenden Aufführungen ihrer Bühnenschauen jeweils über 800 Personen in der Kongresshalle begrüßen.

Die deutschen und Weltmeisterschaften im Pole-Sport in der Kongresshalle setzten neue Maßstäbe in Bezug auf die Ausrichtung solcher Meisterschaften und präsentierte den Mitgliedern die rasante Entwicklung dieser Sportart. In diesem Jahr ist das Tanz- und Fitnessangebot noch ausgeweitet worden. »Parkour«, bei dem es mit akrobatischen Bewegungen über Tische, Bänke, Zäune und Mauern geht, findet zunehmend Zuspruch auch bei Jüngeren. Neu im Angebot sind unter anderem Yoga, Aerobic, Jazz- und Modern Dance, Contemporary, Tabata, Pilates, Jumping-Fit/Trampolin, Kettlebell (mit Gewichten), Flexi-Bar (mit den vibrierenden Stangen), Loop (mit den Bändern), Hoop (an den Ringen), Taekwondo und Capoeira.

In diesem Jahr steht noch Großes bevor. Das Vereinsheim in den Schießgärten wird aufgegeben und neue Räume an den Hessenhallen in der Weststadt bezogen. Das momentan im Ausbau befindliche Objekt hat über 500 qm in vier Räumen und soll im Oktober bezogen werden. (bz/red)



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