29. September 2019, 22:02 Uhr

Bayern-Dusel in der Osthalle

29. September 2019, 22:02 Uhr

Da war mehr drin! Mit 76:80 (41:37) mussten sich die Gießen 46ers Rackelos in der Basketball-ProB Süd am Samstag München geschlagen geben. Ein bisschen Bayern-Dusel half den Gästen ins Ziel.

Gäste-Coach Demond Greene hatte gut lachen. »Wir wussten, dass wir nur eine Chance haben, wenn wir die physische Spielweise der Gießener matchen«, sagte der ehemalige Nationalspieler nach dem Sieg des FC Bayern II über die Rackelos. Dass es zugleich der erste Sieg der Isarstädter überhaupt gegen das 46ers-Farmteam war, sorgte für besonders gute Stimmung. »Das war in der Kabine ein Thema und hat uns gepusht«, so Greene im Scheinwerferlicht des raumschiffgroßen Bayern-Teambusses.

In einer Partie mit unfassbaren 22 Führungswechseln war es die von Greene benannte Physis, die den Ausschlag gab. »In der ersten Hälfte haben wir zu viele Rebounds zugelassen und danach zu viele offene Würfe«, erklärt sein Gegenüber Rolf Scholz, was das in der Partie des zweiten Spieltags konkret bedeutete. Vor allem von außen zeigten sich die Bayern nach dem Seitenwechsel mit 60 Prozent treffsicher. So enteilten sie den Mittelhessen in der Crunchtime auf 76:68. Bei zu diesem Zeitpunkt 51 verbliebenen Sekunden ist das für gewöhnlich die Vorentscheidung. Comebacks waren für die 46ers an diesem Abend aber kein Fremdwort.

Schon im zweiten Viertel galt es, einen Münchener Lauf zu kontern. Am 26:17 nach dem ersten Spielabschnitt hatte Kapitän Johannes Lischka immensen Anteil, der seine Erfahrung im Kampf gegen die junge Bayern-Auswahl ausspielte und aus allen Lagen traf. Danach legte der FCB aber einen 15:0-Run aufs Parkett (32:26, 14.). Erst Lischka durchschlug den gordischen Knoten. Leon Okpara stahl den Ball und drosch im Fastbreak einen Frustdunk durch die Reuse. Plötzlich waren die Rackelos hellwach, warfen sich in die Passwege und konnten die Führung zurückerobern.

Diese erdrückende Defensive hatte in der Vergangenheit schon viele Teams vor Probleme gestellt und nicht selten die Vorentscheidung bedeutet. Die Bayern hielten ihrer Jugend zum Trotz aber dagegen und verwickelten Gießen nach der Pause in ein offenes Zermürbungsduell. Fehler auf beiden Seiten wechselten sich ab mit spektakulären Abschlüssen, wie von Wyatt Lohaus, der nach messerscharfem Cut zum 51:49 ablegte (27.).

Erst der späte Dreier-Regen verschaffte den Bayern jene Luft, die am Ende zum Sieg reichen sollte. Gießen setzte in der Schlussminute unermüdlich nach und lag nach einem Dreier 24 Sekunden vor dem Ende durch Okpara nur noch mit 74:77 im Hintertreffen. Die kleinen 46ers setzten alles an einen Ballgewinn ohne Foul. Tatsächlich rutschte Viktor Frankl-Maus mit dem Spielgerät in seinen Händen und umringt von Gießenern über die Seitenauslinie. Alle Empörung nutzte nichts: Der FCB blieb in Ballbesitz und brachte den Sieg an der Freiwurflinie nach Hause.

Gießen 46ers Rackelos: Köpple, Amaize (1), Krämer (17), Uhlemann (7), Okpara (12), Lischka (19), Pesava (9), Lohaus (11), Osterwalder. / FC Bayern Basketball II: Schmitz (15), Frankl-Maus (18), Ersek (4), Noeres, Sillah (2), Schmitt (14), Knauf (10), Womala (3), Düh (4), Grant (10).

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