11. Juni 2017, 20:03 Uhr

Bamberg eine Klasse für sich

11. Juni 2017, 20:03 Uhr
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Von DPA
Meister – Die Bamberger Spieler feiern ihren DM-Titel. (Foto: dpa)

Im von Bierduschen durchnässten weißen Hemd herzte Meistertrainer Andrea Trinchieri seine Basketball-Helden. Brose Bamberg untermauerte seine Ausnahmestellung und stürmte zur neunten Meisterschaft. Die Mannschaft des Italieners Trinchieri bezwang am Sonntag die EWE Baskets Oldenburg mit 76:58 (39:34) und sicherte sich damit den entscheidenden dritten Sieg in der Endspielserie.

»Das war der süßeste«, sagte Trinchieri auf die Frage, ob die dritte Meisterschaft in Serie die kostbarste für ihn sei. »Wir mussten vielen Widrigkeiten trotzen, Verletzungen, Spielplan. Am Ende konnte ich mich aber auf ein unglaubliches Team verlassen.«

Verlassen wird Trinchieri die Bamberger, denen ein personeller Umbruch bevorsteht, indes nicht. Der ohnehin bis 2018 gebundene Coach verlängerte nach Angaben von Aufsichtsratsboss Michael Stoschek seinen Vertrag. »Über die Zukunft möchte ich erst morgen sprechen«, wiegelte Trinchieri hingegen ab. Auf dem Weg zur großen Sause konnte selbst erhebliche Gegenwehr des Außenseiters bis zum Ende des dritten Viertels den Serienmeister am Ende nicht von seinem Double-Pfad abbringen.

Nicht zuletzt dank ihres treffsichersten Werfers Maodo Lo (15 Punkte) konnten die Bamberger nach dem Schlusspfiff ihre Titel-Party vor 6150 Zuschauern in eigener Halle starten. Mit der neunten Meisterschaft überholte Trinchieris Truppe sogar Alba Berlin in der ewigen Rangliste und liegt nur noch hinter dem 14-maligen Champion Bayer Leverkusen. Zudem lösten die Bamberger nach dem beeindruckenden 3:0 in der Serie das Ticket für die Euroleague. »Unglaubliches Gefühl, immer wieder«, schwärmte Kapitän Elias Harris nach der dritten Meisterschaft in Serie. »Am Ende haben sich die ganzen Strapazen gelohnt.«

Schon der Anfang gestaltete sich schwierig. Trinchieris Starting Five aus dem später zum wertvollsten Spieler der Finalserie gewählten Fabien Causeur, Nicolò Melli, Nikos Zisis, Darius Miller und Center Leon Radoçevic hatte mit viel Gegenwehr des Meisters von 2009 zu kämpfen. Den Bambergern mangelte es an Rhythmus, vor allem aus der Distanz fehlte die Treffsicherheit. Die Oldenburger dagegen fanden anders als in den ersten beiden Finalspielen schnell in die Partie.

Der Außenseiter ließ sich nicht mal von einer Auswechslung Rickey Pauldings aus dem Konzept bringen, der früh mit zwei Fouls auf die Bank musste. »Glückwunsch an Bamberg, sie sind ein großartiges Team«, gratulierte Paulding.

Bamberg wirkte durchaus etwas nervös, die Oldenburger agierten auf Augenhöhe. Etwas absetzen konnten sich die Oberfranken erst gegen Ende des zweiten Viertels. Ende des dritten Viertels schwanden den Gästen aber die Kräfte. Die Bamberger setzten auf ihre Qualität als Mannschaft und setzten sich immer weiter ab. Am Ende gingen die tapferen Oldenburger wieder unter – und erlebten ein Déjà-vu. Wie schon in der Finalserie 2013 unterlagen sie 0:3. Das konnte den siegreichen Bambergern in ihrem Jubel aber egal sein.



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