04. November 2015, 13:32 Uhr

Ausgesprochen Henni

(htr) Hendrik "Henni" Nachtsheim über einen großen Sieg ohne Tor, 13 Zähler und ein Brillen-Geschäft.
04. November 2015, 13:32 Uhr

Hallo Herr Nachtsheim, was für ein Freitag. Kein Tor und doch ein großer Sieg, weil auch kein Gegentor gefangen. Haben bzw. wie haben Sie sich gefreut?

Henni: Diebisch, wenn ich ehrlich bin. Vor allem bei dieser schwierigen Ausgangslage! Es war in bisschen so, wie wenn man einen beinamputierten Krieger ins Colosseum legt und er sich trotzdem gegen die überlegenen Gladiatoren wehrt. Und am Ende nicht stirbt!

Frankfurt ist nach dem 0:0 die einzige deutsche Mannschaft, die den Münchner Bayern keinen Sieg zugestanden hat. Ist die Eintracht jetzt das zweitbeste Team in Deutschland?

Henni: Klar! Und wissen Sie was, Herr Herteux? Sollte ich jemals ein Buch über besonders hanebüchene Milchmädchen-Rechnungen veröffentlichen, nehme ich Ihr Gesicht vorne auf den Titel.

Fußball und höhere Mathematik passen wahrlich nicht immer zusammen. Die Tabelle weist eine kuriose Situation aus: Frankfurt, Mainz und Darmstadt, die hessischen und halbhessischen Teams, alle punktgleich mit 13 Zählern. Verrückt, oder?

Henni: Sie sind ja leicht zu begeistern! Wobei ich zugebe, dass ich nichts dagegen hätte, wenn Darmstadt und Mainz in einer möglichst sicheren Tabellenzone bleiben und sie dann am Ende hinter uns stehen. Und was Ihre geografische Einschätzung angeht: Fahren Sie doch mal in den nächsten Tagen nur so aus Spaß nach Mainz und erzählen dann dort den Fans, dass sie Anhänger eines »halbhessischen Vereins« sind. Ich glaube, das wird eine hochunterhaltsame Angelegenheit! Weniger für Sie, aber für die anderen schon!

Nur vier Punkte bis zu Platz sechs und Europa, aber auch nur drei Punkte bis Relegationsplatz 16. Auch hier ist deutlich zu sehen, alles ist möglich. Wohin tendieren Sie?

Henni: Eindeutig zum Nichttendieren! In dieser Liga mutiert man schneller vom Top-Team zur Loser-Truppe als man gucken kann. Und gerade für die Eintracht-Fans haben sich Aussichten auf gute Tabellenplätze schon des Öfteren als gemeine Fata Morgana herausgestellt.

Ist Armin Veh ein »Miesepeter«, als er nach dem 0:0 gegen die Bayern sagte: »Es geht einzig darum, in dieser Saison drei Mannschaften hinter uns zu lassen.«

Henni: Er hat das vor dem Bayern-Spiel gesagt. Danach war er aber auch nicht besser drauf, sondern hat sich über die zu hohe Erwartungshaltung rund um die Eintracht beschwert. Das ist insofern etwas eigenartig, da er die ja durchaus mit angetriggert hat, als er zum Beispiel von der »besten Eintracht-Mannschaft« gesprochen hat, die er bislang trainiert habe usw. Was erwartet er dann von uns? Wenn man uns von einer Reise nach Spanien oder Italien träumen lässt, ist es doch klar, dass wir nicht zufrieden sind, wenn wir dann plötzlich schon im Odenwald aussteigen müssen.

Gehen wir gleich in die Zukunft: Jose Mou-rinho steht in Chelsea vor dem Aus. Wäre er ein geeigneter Kandidat für Frankfurt?

Henni: Natürlich! Ich befürchte aber, dass er sich eher für den FSV Frankfurt oder die TS Ober-Roden entscheidet!

Mal was ganz anderes, Herr Nachtsheim. Wollen wir zusammen einen Optiker-Laden oder ein Brillen-Geschäft aufmachen. Ich wittere große Kasse?

Henni: Und ich wittere eine typische »Herteux-Erklärung«...

Ganz Fußball-Deutschland diskutiert über richtige, zweifelhafte und falsche (Fehl-)Entscheidungen. Wenn sich jeder Schiri zwei Brillen und jeder zweite Zuschauer eine Brille bei uns kauft, dann ... ja, was dann?...

Henni: …dann wären wir vermutlich reich, das stimmt. Da es aber wenig Sinn macht, wenn sich Schiris zwei Brillen kaufen, weil sie die ja nicht ständig während des Spiels wechseln können, und da es noch weniger Sinn macht, wenn sich Zuschauer wegen Fehlentscheidungen eine Brille kaufen, weil sie damit ja gar nichts zu tun haben, wird es wohl eher nichts mit Ihrer innovativen Geschäftsidee! Aber mal abgesehen davon, was würden Sie denn damit machen, wenn Sie massenhaft Kohle verdienen?

... dann kaufen wir ein neues Eintracht-Team zusammen und setzen uns beide auf die Trainer-Bank. Ich glaube, uns steht bald Großes bevor ...

Henni: Wenn »öffentlich gelyncht werden« was Großes ist, dann bestimmt!

... zumal wir den Spielern der jeweils kommenden Frankfurter Gegner-Teams Gläser mit total falschen Dioptrienwerten verhökern. Dann können wir den Torwart rausnehmen und mit zwölf Feldspielern agieren.

Henni: Ich könnte Ihnen jetzt entgegnen, dass Fußballer in der Regel nie mit Brillen auflaufen, aber das wäre sinnlos, da Irre sowie nicht begreifen, was man ihnen sagt. Hören Sie mir überhaupt zu, Herr Herteux?

Eintracht Frankfurt – Deutscher Meister. Deutscher Meister – Eintracht Frankfurt.

Henni: Okay, dann lass ich Sie jetzt mal allein und verlasse gaaanz langsam und unauffällig den Raum. Tschüs … und schönes Singen noch, ja und hübsch drehen dabei, gaaanz prima machen Sie das…

Schlagworte in diesem Artikel

  • Armin Veh
  • Brillen
  • Deutsche Meister
  • Eintracht Frankfurt
  • FSV Frankfurt
  • Henni Nachtsheim
  • Mathematik
  • Spanien-Reisen
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos