21. Juli 2017, 23:35 Uhr

Auf Herz und Nieren geprüft

21. Juli 2017, 23:35 Uhr
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Aus der Redaktion
Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar am Uni-Klinikum. (Foto: bf)

Einen festen Platz im Vorbereitungskalender der Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar haben die kardiologischen Untersuchungen des gesamten Spielerkaders. Um mögliche Herzerkrankungen ausschließen zu können, absolvierten die Grün-Weißen gestern und heute Herzkreislaufuntersuchungen in der Kardiologie und Angiologie der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Gießen/Marburg (Leitung: Prof. Dr. med. Christian Hamm).

Dort hieß es sich u. a. aufs Fahrrad zu schwingen und kräftig in die Pedale des Ergometers zu treten. Der Schweiß lief in Strömen. Die Untersuchungen wurden unter der Leitung von Dr. Pascal Bauer durchgeführt. Neben Blutentnahme sowie Ruhe- und Belastungs-EKG stand für die Jungs von Trainer Kai Wandschneider auch ein Herz-Echo, zentrale Blutdruck- und Pulswellengeschwindigkeitsmessungen sowie Körperfettmessungen auf dem Plan. »Wir können das Risiko des plötzlichen Herztods nicht ausschalten, aber es minimieren«, stellte Dr. Bauer fest.

Der mittelhessische Handball-Erstligist nutzt den Service der Kardiologie gerne. »Zu viele Gedanken sollte man sich als Profisportler bezüglich dieses Themas nicht machen. Aber wenn du es schwarz auf weiß hast, dass alles okay ist, können wir beruhigt unserer Arbeit nachgehen«, so Jannik Kohlbacher.

Bei jungen Hochleistungssportlern kommt es immer wieder vor, dass eine nicht erkannte Herzerkrankung vorliegt, die im schlimmsten Fall zu einem plötzlichen Herztod führen kann. Hierbei handelt es sich meist um angeborene Herzerkrankungen, die gerade bei belastbaren Sportlern keine Beschwerden verursachen und daher oft lange nicht erkannt wurden. Zudem müssen erworbene Herzerkrankungen ausgeschlossen werden. Hierbei spielt die Herzmuskelentzündung die wesentliche Rolle, bei der der Herzmuskel von einem Virus befallen wird. Häufig sind verschleppte fiebrige grippale Infekte ursächlich, bei denen, trotz Fieber, keine Sportpause eingelegt wurde. Im schlimmsten Fall kann eine Herzmuskelentzündung zu einer schweren Reduktion der Herzleistung und zu potenziell tödlichen Herzrhythmusstörungen führen. Deshalb sind ausführliche Herzkreislauf-Untersuchungen für Spieler Pflicht und werden von der HSG Wetzlar sogar regelmäßig angeordnet.



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