01. September 2020, 20:52 Uhr

Angreifen und etablieren

Bereits am Donnerstag startet die Fußball-Kreisoberliga Süd in die neue Saison. Im Einsatz ist auch die SG Birklar, die einen einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel ausgegeben hat. Der Kurdische FC setzt auf der Trainerbank auf ein bekanntes Gesicht.
01. September 2020, 20:52 Uhr
Labinot Dervishi geht als Trainer der SG Birklar in sein drittes Jahr. FOTOS: HF/FRO

Die heimischen Vereine fiebern dem Saisonstart entgegen. Für die FSG Homberg-Ohm/Ober-Ofleiden stehen gleich drei Sportkreis-Derbys in den ersten Wochen auf dem Programm.

Aufbruchstimmung in Homberg

Aktuelle Situation: Bis zur Saison 2016/17 in der Gruppenliga beheimatet geht die FSG Homberg-Ohm/Ober-Ofleiden in die vierte Kreisoberligasaison. Mit Trainer Thomas Brunet, der nun bei Gruppenligist SpVgg. Leusel an der Seiten- linie steht, hatte sich die Spielgemeinschaft sicher mehr ausgerechnet. Ein weiterer Mittelfeldplatz in der abgebrochenen Saison war die Folge. Zuvor war die FSG nach dem Abstieg aber auch nie über Platz sieben hinaus- gekommen. Nach 2014/15 als Spieler im Gruppenligateam der FSG Homberg-Ohm/Ober-Ofleiden, bekleidet Turgay Kepenek nun den Trainerposten. Der Grundschullehrer war in der Zwischenzeit beim Kreisoberligisten TSV Kirchhain als spielender Co- und Trainer in der Verantwortung. Unterstützt wird Kepenek von Pascal Rehnelt als Co-Trainer.

Kommen/Gehen : Dass Torjäger Tugay Akarcay zu Gruppenligist VfB Wetter wechselte, ist sicher der größte Verlust. Immerhin konnte der Stürmer in der abgebrochenen Saison in 16 Spielen 13 Tore erzielen und damit fast die Hälfte der 27 Treffer der FSG. In der Saison zuvor gelangen dem 22-jährigen Offensiv- talent gar 22 Tore in 30 Spielen. Christoph Weiser folgte Ex-Trainer Thomas Brunet zur SpVgg. Leusel, Caner Derinogullu (SV Bauerbach II) und Abdurrahman Bal (Spfr./BG Marburg II) wechselten den Verein ebenfalls. Als Zugänge kamen Tamer Adibelli, Berat Büyükigen und Demir Cokovic zusammen mit Trainer Kepenek vom TSV Kirchhain.

Stärken/Schwächen: Die Struktur im Verein und der Zusammenhalt sind für Coach Kepenek die Basis. Eine Bereitschaft, Dinge anzugehen, ist aus seiner Sicht die Voraussetzung für einen zukünftigen Erfolg. Die sehr junge Truppe hat aber auch einige gestandene Größen als Rückhalt, sodass viel Potenzial vorhanden ist. Dass der Topstürmer abgegeben wurde, muss natürlich erst einmal von der Mannschaft aufgefangen werden, so sieht dies zumindest Trainer Kepenek. Dass viele kleine Dinge in der Vergangenheit zu Punktverlusten führten, soll ebenfalls abgestellt werden.

Prognose: Die FSG befindet sich im Umbruch und gerade zum Start in Aufbruchstimmung. Ein Trainer, der das Umfeld als Spieler kennt, kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück und verstärkt den Defensivbereich. »Wir müssen unser Potenzial erkennen und selbstbewusst in die Zukunft schauen«, so die Devise von Trainer Kepenek. Ein erster Test gegen Kreisober- ligist TSV Erksdorf endete torlos. Schon zu Beginn der Saison kann die FSG erste Signale setzen, denn in den beiden ersten englischen Wochen im September stehen gleich alle drei Sportkreisderbys gegen die SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod (13. September), den SV Hattendorf (23.) und die SG Schwalmtal (27.) an. »Wenn wir da gut rauskommen und einen guten Start hinlegen, ist vielleicht noch mehr möglich«, sagt Trainer Kepenek, der hofft, »möglichst schnell nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben«.

SG Birklar will ins gesicherte Mittelfeld

Aktuelle Situation: Als Meister der Kreisliga A Gießen kehrt die SG Birklar in die Kreisoberliga Süd zurück. Nach einigen Jahren in Kreisober- und Gruppenliga folgte 2017/18 der »Absturz« in die Kreisliga A. In der ersten Saison der A-Liga sah es am Anfang fast so aus, als würde Birklar noch weiter durchgereicht, doch Trainer Labinot Dervishi schaffte mit seinem Team die Kehrtwende, was in der abgebrochenen Saison in der Kreisliga A Gießen mit dem Meistertitel und dem Aufstieg in die KOL belohnt wurde. Labinot Dervishi übernahm vor drei Jahren die Trainerposition bei der SG aus dem Licher Stadtteil. Zuvor war der 35-jährige einige Jahre als Stürmer im Birklarer Trikot erfolgreich. Als Co-Trainer unterstützt ihn Robert Nowicki, während das Umfeld vom sportlichen Leiter Edgar Müller angeführt wird. Unterstützt wird Müller von Georg Emmerich und Bernhard Müller, der als Mannschaftsverantwortlicher seit Jahrzehnten der »Hansdampf in allen Gassen« ist.

Kommen/Gehen: Ärgerlich ist aus Sicht der SG der Abgang von Stürmer Hesham Abdulmalek Al-Selwi zum Ligarivalen Kurdischer FC Gießen, der in der zurückliegenden Saison immerhin elf Tore erzielte. Zudem wechselte Tahir Akeel zur FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod, Seiyithan Aksoy zur FSG Biebertal, sowie Kevin Bodach zur FSG Villingen/Nonnenroth/Hungen. Dem stehen die Zugänge von Mario Werner (VfR Lich) und Falko Maier (A-Junioren FC Gießen) auf der Position des Torwartes sowie Falk Ehrenspeck (SV Annerod) und Leon Mendez (FSG Garbenteich/Hausen) als Feldspieler gegenüber.

Stärken/Schwächen: In der Kreisliga A hatte die Birklarer Offensive mit 73 Toren in 19 Spielen eine beachtliche Bilanz. Besonders Stürmer Mahir Marankoz konnte mit 26 Treffern maßgeblich zum Aufstieg beitragen. Aber auch George-Bogdan Ganu erwies sich als treffsicher. Dass zeitweise mit Nando Rafael auch ein ehemaliger Bundesliga-Star im Kader stand, war ebenfalls hilfreich. Da aber die A-Liga-Saison sicher für die Kreisoberliga kein Maßstab ist, können dabei Schwächen derzeit nicht genau definiert werden.

Prognose: In den bisher absolvierten Testspielen (3:0 gegen die SG Wohnbach/Berstadt und 3:1 gegen den Traiser FC) konnte sich vor allem die Offensive gewohnt treffsicher präsentieren. Was genau beim 14:4 gegen A-Ligisten FC TuBa Pohlheim II passierte, ist wegen fehlender Angaben im DFBNet nicht ersichtlich, zumindest lag die SG zur Pause mit 1:2 zurück. Gegen den Ligarivalen SG Obbornhofen/Bellersheim setzte es eine 0:2-Niederlage. Als Zielsetzung hat sich der Aufsteiger einen einstelligen Platz im gesicherten Mittelfeld vorgenommen, der durchaus erreichbar scheint. Zum Thema Nando Rafael hieß es abschließend, dass die SG nicht auf ihn baut. Er kam in der vergangenen Saison nur auf sieben Einsätze.

Kurdischer FC setzt auf Trainer Loeper

Aktuelle Situation: Nach einigen Anfangsjahren in der Kreisliga B mauserte sich der Kurdische FC zu einer spielstarken Mannschaft, die in der letzten Saison als Aufsteiger den Sprung in die Kreisoberliga schaffte. Mit dem Vorsitzenden Mesut Yenigün als Trainer kehrte jedoch nach einigen Erfolgen auch schnell Ernüchterung ein, denn die höhere Spielklasse setzte auch Kons-tanz voraus. Zum Ende stand ein elfter Tabellenplatz. Mit Patrick Loeper konnte der FC einen erfahrenen Trainer gewinnen, der zuvor bei Gruppenligist MTV 1848 Gießen in der Verantwortung stand. »Nach vier Jahren in der Gruppenliga sehe ich die neue Aufgabe als Projekt und große Herausforderung«, fasst Loeper seine Aufgabe zusammen. Er genießt dabei vollstes Vertrauen vom Sportlichen Leiter Yenigün und erhält Unterstützung von Co-Trainer Serkan Demir. Yenigün konnte aufgrund seiner beruflichen Aufgaben den Posten als Trainer nicht mehr in dem Umfang ausüben, wie er es für sinnvoll hielt.

Kommen/Gehen: Hesham Abdulmalek Al-Selwi, Torjäger von Aufsteiger und Ligarivale SG Birklar, ist mit seinen elf Toren in der abgebrochenen A-Ligasaison sicher der Top- zugang. Weitere Zugänge sind Abdulfattah Faisal und Reber Sansar vom TSV Klein-Linden, Imad Alkhalf Al Athiah, Ahmed Al Magbali, Özkan Alkan, Kamal El Habbache und Cengiz Oktay. Ihnen stehen die Abgänge von Adem Avci (TSV Rödgen), Rebar Akin (FSG Lollar/Staufenberg), Besim Yüsün (FSG Lollar/Staufenberg) und Caner Akci (SG Birklar) ent- gegen.

Stärken/Schwächen: Neuzugang Hesham Abdulmalek Al-Selwi konnte sich trotz Torjägerqualitäten in der Kreisliga A in den zurückliegenden Testspielen noch nicht wie üblich in Szene setzen. Dennoch sieht Trainer Loeper nach einem holprigen Start in die Vorbereitung doch einige Etappenziele erreicht. Aus Sicht des Coaches muss das Team noch mehr gegen den Ball arbeiten und den »Freestyle-Fußball« ein wenig zur Seite legen. Mehr Struktur und Konstanz sollen zum gewünschten Erfolg führen. Vor allem das Umschaltspiel - auch im Kopf - muss sich aus Sicht des Trainers noch verbessern.

Prognose: Trainer Loeper möchte die Mannschaft mittelfristig in der Kreisoberliga etablieren, dazu ist jedoch noch an einigen Stellschrauben zu drehen. Da Loeper seine Konzepte auch in einer öfter wechselnden »Studenten-mannschaft« erfolgreich umsetzen konnte, ist er sicher auch für diese Aufgabe geeignet. So soll schnell das solide Tabellenmittelfeld erreicht werden oder am Ende ein besserer Platz zu Buche stehen.

Lumda/Geilshausen »auf gutem Weg«

Aktuelle Situation: Der Sportliche Leiter der FSG Lumda/Geilshausen, Martin Steidl, sieht seinen Verein durch Corona in zweierlei Hinsicht gebeutelt: »Durch die Pandemie sind wir alle sensibilisiert und alarmiert. Jeder von uns hat das wohl ein bisschen unterschätzt.« Damit meint er die positiven Corona-Testergebnisse direkt vor der Haustür bei der FSG Lollar/Staufenberg. Daher seien die Spieler »noch vorsichtiger als bisher schon geworden«. Negative finanzielle Auswirkungen habe die Situation natürlich auch auf den Auftaktknaller gegen die SG Treis/Allendorf - quasi ein Derby. Die fehlenden Einnahmen durch die Beschränkungen tun der Vereinskasse weh. »Statt den normalerweise zu erwartenden 500 Zuschauern dürfen wir nur 170 bis 180 hereinlassen.« Insgesamt sei die Zahl auf 250 Personen begrenzt, die jedoch auch Spieler, Betreuer und sonstige ehrenamtlich Tätige umfasse. Gar nicht daran denken will er, wenn es erneut zu einem Rundenstillstand komme. »Sechs bis acht Wochen wären umsonst gewesen, wenn alles abgesagt wird.« Dagegen ist laut Steidl in sportlicher Hinsicht »alles top«. 30 bis 35 Spieler seien in jedem Training auf dem Platz. Gab es im Vorbereitungsspiel gegen den MTV Gießen noch eine 1:9-Klatsche, habe sich die Mannschaft danach gefangen und befinde sich auf einen guten Weg. Beleg dafür sei das 2:1 gegen den Gruppenligisten SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen.

Kommen/Gehen: »Wir profitieren davon, dass wir keine Abgänge haben.« Das Gerüst ist geblieben, sodass keine große Eingewöhnungszeit erforderlich sei. Dazu kommen vier Neuzugänge, die den Kader verstärken.

Stärken/Schwächen: »Als geschlossene Truppe können wir jeden schlagen«, sagt der Sportliche Leiter. Mehr war ihm nicht zu entlocken. Das Trainerduo packt derweil seine vierte Amtszeit an. Co-Trainer Patrick Sagrauske wird weiterhin auch als Spieler auf dem Platz stehen.

Prognose: Das ausgegebene Ziel ist der Klassenerhalt. »Wir wollen uns in der Kreisober- liga etablieren.«

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