16. Juni 2020, 22:31 Uhr

Alba, Ulm oder doch Bayern?

Im Kampf um den Meistertitel gehen die Basket- baller in die finale Phase. Beim Quarantäne-Turnier in München starten die Playoffs in ungewohntem Modus und mit etwas unerwarteten Vorzeichen.
16. Juni 2020, 22:31 Uhr
Alba Berlin um Landry Nnoko (Mitte) kommt beim Finalturnier in München ungeschlagen durch die Vorrunde. Jonas Wohlfarth-Bottermann (l.) und seine Ludwigsburger treffen im Viertelfinale auf die instabilen Bayern. FOTO: DPA

Das Abtasten ist vorbei, ab jetzt geht es um alles. Beim Meister-Turnier der Basketball-Bundesliga beginnen nach einer ereignisreichen Vorrunde die Playoffs. Diese versprechen Spannung, vor allem weil Überraschungsteams bisher über sich hinauswuchsen und der Topfavorit zweimal patzte. Im unüblichen Format mit Hin- und Rückspielen geht es vom Mittwoch an mit dem Viertelfinale los.

Vizemeister Alba Berlin und Überraschungsteam ratiopharm Ulm blieben in ihren Vorrundengruppen ungeschlagen. Sind sie nun Favoriten? »Die zwei kann man schon nennen«, meinte Danilo Barthel (FC Bayern) am Dienstag. Alba und Ulm scheinen bei dem Quarantäne-Turnier mit nur minimaler Vorbereitung mit am besten eine erfolgreiche Teamchemie gefunden zu haben. »Die absolute Geschlossenheit ist generell unser Erfolgsfaktor«, meinte Alba-Chef Marco Baldi dazu, dessen Truppe im Viertelfinale auf die BG Göttingen trifft.

Der erfahrene Manager aber hat auch die Tabellenzweiten Ludwigsburg und Oldenburg auf der Rechnung. Und München! »Die Bayern haben immer noch mit Abstand die besten Spieler und alle Möglichkeiten«, sagte Baldi.

Dafür aber ist eine deutliche Steigerung beim Heimteam vonnöten. Die Mannschaft von Coach Oliver Kostic verpatzte den Turnierauftakt gegen Ulm und brach im Gruppenfinale gegen Oldenburg überraschend ein. Der Frust darüber war am Dienstag noch nicht verflogen. Die To-do-Liste für die Bayern auf dem Weg zum erhofften Titel-Hattrick ist lang. »Wir müssen fokussierter sein und zusammenstehen«, mahnte der Trainer.

Die Teams müssen sich auf ein ungewohntes Format in der K.-o.-Phase einstellen. Anders als üblich in den Playoffs der Bundesliga gibt es keine Serien, sondern ein Hin- und Rückspiel mit addierten Punkten. Dadurch ist es beispielsweise wichtig, im ersten Duell bis zum Schluss um jeden Korb zu kämpfen, auch wenn ein Team deutlich in Führung liegt. »Das ist spannend, weil es eine ganze andere Situation ist«, meinte Albas Nationalspieler Niels Giffey. Außerdem ist im Hinspiel ein im Basketball ungewohntes Unentschieden möglich.

Gut eineinhalb Wochen sind die zehn Teams nun schon in München fast unter Quarantäne-Bedingungen untergebracht, dürfen zu keiner externen Person Kontakt haben. Davon bleibt Giffey auch nach den ersten Tagen »kein Fan«, wie er zugab. Auch anderen ist die schwierige Situation anzumerken, trotz einiger Freizeitmöglichkeiten im Hotel wie etwa einem Golf-Simulator. In der Vorwoche nutzten die Ludwigsburger das schöne Wetter und warfen im Hotelgarten den Grill an. »Die Sonnentage haben gutgetan«, sagte auch Bayerns Barthel. Inzwischen aber regnet es heftig.

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