20. August 2019, 17:23 Uhr

Abstiegskampf pur

Am Donnerstag beginnt die neue Saison in der Handball-Bundesliga für die HSG Wetzlar und die 17 übrigen Teams. Wir stellen die Gegner der Grün-Weißen vor. Im letzten Teil unserer Serie geht es um zwei Clubs, die vom ersten Spieltag an um den Ligaerhalt kämpfen.
20. August 2019, 17:23 Uhr
Dominik Mappes hat den TV 05/07 Hüttenberg im vergangenen Sommer Richtung Erlangen verlassen und hat nunmehr bei den Eulen Ludwigshafen angeheuert. (Foto: ras)

Rückkehrer HBW Balingen/Weilstetten und die Eulen Ludwigshafen, die zweimal nacheinander das Wunder Klassenerhalt schafften, haben ihre Kader in der Breite wesentlich stabiler aufgestellt, gelten aber dennoch als Abstiegskandidaten.

HBW Balingen/Weilstetten

Rückraum-Linkshänder Vladan Lipovina, ehemals HSG Wetzlar und TV 05/07 Hüttenberg, soll dem Aufsteiger neben der bekannten Heimstärke mit seiner Angriffswucht zum Klassenerhalt verhelfen

Kommen und Gehen: Die in der Breite gut aufgestellten Balinger haben sich für die Bundesligarunde nur punktuell verändert. Mit Vladan Lipovina wechselte ein echtes Pfund von den Rhein-Neckar Löwen nach Württemberg. Der Linkshänder soll für mehr Durchschlagskraft aus dem Rückraum sorgen. Trainer Jens Bürkle war bereits nach einigen Trainingseinheiten begeistert: »Vladan hilft uns weiter, bringt ein ganz anderes Level mit.« Das neue Torhütergespann bilden Vladimir Bozovic und Neuzugang Mike Jensen, der aus Dänemark zu den Balingern stößt und Tomas Mrkva ersetzt. Zudem kam 2,03-Meter-Kreisläufer Lars Röller aus der zweiten Garde der Rhein-Neckar Löwen. Lars Friedrich läuft künftig für das Balinger Drittligateam auf, Matthias Flohr hat seine aktive Karriere beendet.

Stärken und Schwächen: Eine Schwächung in der Anfangsphase der Runde stellt sicherlich das Fehlen von Spielmacher Martin Strobel dar. Der 147-fache Nationalspieler befindet sich nach seinem Kreuzbandriss jedoch im Zeitplan. »Mitte Oktober kann ich wieder mit auf dem Feld stehen.« Doch er und auch die Mannschaft werden Zeit brauchen, die sie kaum haben, um sich auf das neue Niveau einzustellen. »Allen ist bewusst, dass wir einen Qualitätssprung erzwingen und das Lerntempo erhöhen müssen«, erklärte Bürkle. Das größte Plus der Schwaben dürfte die Eingespieltheit und ein gewachsenes Kollektiv sein.

Trainer und Umfeld: Bürkle ist seit Oktober 2017 für die Mannschaft verantwortlich und schaffte im zweiten Zweitligajahr mit den »Galliern von der Alb« den Aufstieg zurück in die Bundesliga. Der 38-Jährige bekam zur neuen Saison Matthias Flohr als Co-Trainer an die Seite. Die Sparkassen-Arena fasst zwar nur 2350 Zuschauer, hat sich jedoch als »Hölle Süd« ihren Namen gemacht. Bei den Schwaben herrscht eine sehr familiäres Umfeld, in dem Ex-Spieler Wolfgang Strobel als Manager und Bürkle mit kluger Personalpolitik und akribischer Arbeit für die Erfolge der HBW verantwortlich zeichnen.

Prognose: Im unteren Tabellenviertel wird es in dieser Saison wieder heiß hergehen, die Konkurrenz sehr stark sein. Ein guter Start in die Runde wäre wichtig, allerdings wartet zum Einstieg gleich der SC Magdeburg auf den HBW. Im ersten Heimspiel geht es gegen Mitaufsteiger HSG Nordhorn-Lingen, eine Partie, die einen ersten Fingerzeig liefern kann. Die Neuzugänge und das Kollektiv müssen funktionieren, sonst wird es für Balingen schwer, die Klasse zu halten.

Eulen Ludwigshafen

Mit Stefan Mappes, Jannik Hofmann (beide Hüttenberg) und Stefan Hanemann (Wetzlar) laufen mittlerweile drei ehemalige Mittelhessen im Trikot der Eulen auf. Man darf auf den neuerlichen Auftritt der Ludwigshafener gespannt sein.

Kommen und Gehen: Mit Alexander Feld, Stefan Salger, Matej Asanin und David Spiler haben große Erfahrung und Qualität den Verein verlassen. Dafür wurden viele junge deutsche Spieler verpflichtet, womit die Pfälzer ihrer Linie als Ausbildungsverein treu bleiben. Dominik Mappes soll die Lücke von Spielmacher Alexander Feld schließen, Martin Tomovski auf der Torhüterposition für frischen Wind sorgen. Der 22 Jahre alte Mazedonier kommt vom HC Metalurg Skopje und bringt Champions-League-Luft mit nach Ludwigshafen. Mit Max Neuhaus, Jannek Klein und Hendrik Wagner frischen U-Nationalspieler den Kader auf, die mit Zweitspielrechten bei Drittligisten ausgestattet sind.

Stärken und Schwächen: Die größte Stärke der Eulen? Zwei Jahre Erfahrung im Kampf um den Klassenerhalt. In Ludwigshafen haben in den letzten beiden Jahren alle - Mannschaft, Verein, Umfeld, Fans - Nerven bewiesen, dem Team Vertrauen geschenkt und sind belohnt worden. Matschke wollte seinen Vertrag trotz anderweitiger Angebote erfüllen und durfte auch nach 17 Niederlagen seinen Plan weiterverfolgen. Die mannschaftliche Geschlossenheit ist auch für Kapitän Gunnar Dietrich das größte Pfund. »Zudem haben wir dieses Jahr auch einen breiteren Kader, der über größere Erfahrung in der ersten Liga verfügt.« Es sind allerdings auch viele junge, talentierte Spieler in Reihen der Eulen. In allen Mannschaftsteilen muss die Qualität erhöht werden, um sich in der Liga zu halten, eine Aufgabe, der sich Matschke gerne und mit Hingabe stellt.

Trainer und Umfeld: Benjamin Matschke trainiert die Eulen seit 2015, verpasste den Aufstieg in die Bundesliga im ersten Jahr nur knapp. Nachdem dieses Ziel im zweiten Jahr gelungen ist, führte er Ludwigshafen mit Akribie zu zwei knappen Klassenerhalten. Mit Eulen-Urgestein Kevin Klier wurde zu dieser Runde ein Torwarttrainer installiert, der für mehr Konstanz auf dieser Position sorgen soll. Die Fans in der »Eberthölle« brennen auf die neue Saison und werden die Mannschaft wieder bis zum Schluss unterstützen. Im Hintergrund basteln die Verantwortlichen daran, die Professionalisierung des Clubs voranzutreiben und die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Dafür wurde ein hauptamtlicher Leiter für die Bereiche Marketing und Kommunikation verpflichtet, um Geschäftsführerin Lisa Heßler zu entlasten.

Prognose: Es wird spannend. Schaffen die Eulen das Wunder 3.0? Die nötige Leidenschaft haben die Eulen in den letzten beiden Jahren bewiesen. Wenn die Neuzugänge schnell funktionieren und die Mannschaft von Verletzungen verschont bleibt, könnten am Saisonende wieder die Sektkorken knallen.

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