10. September 2019, 07:00 Uhr

Rallye Days Hessen

AMC Grünberg bewältigt Mammut-Event

1500 Zuschauer, zehn Tonnen Material und ein Umsatzvolumen von 40 000 Euro: Die Rallye Days Hessen des AMC Grünberg sind am Samstag wieder die größte Veranstaltung dieser Art im Kreis.
10. September 2019, 07:00 Uhr
Showstart am Samstagvormittag auf dem Grünberger Marktplatz: Michael Gerber fährt im Vorauswagen davon. (Foto: sno)

Das Großevent ist gelungen: Geschätzte 1500 Zuschauer verfolgten die dritte Auflage der Rallye Days Hessen im Grünberger Raum. Das Saisonhighlight des AMC Grünberg, das in der Gesamtwertung von Michael Bieg und Nina Becker als Beifahrerin (RG Oberberg) im Mitsubishi Lancer Evo gewonnen wurde, ist die größte Rallye-Veranstaltung des Jahres im Kreis Gießen.

Viele Zahlen belegen das: Alleine über 300 Helfer waren für die Sicherheit auf und abseits der Strecken verantwortlich. Knapp zehn Tonnen (Absperr-) Material musste am Tag danach abtransportiert werden. Das Umsatzvolumen der dritten Rallye Days Hessen lag bei rund 40 000 Euro. »Der Ablauf hat einwandfrei funktioniert, es gibt keine Personenschäden, und die Resonanz war sehr gut«, sagte Rallyeleiter Volker Müller.

Grünbergs Bürgermeister Frank Ide setzte sich zum Showstart auf dem Marktplatz am Samstagvormittag als Beifahrer in den Toyota Corolla WRC von Michael Gerber. »Natürlich gab es im Magistrat Diskussionen darüber, ob wir die Veranstaltung genehmigen sollen oder nicht«, erklärte Ide.

Bernhardts beste Grünberger

»Aber der Motorsport hat seine Daseinsberechtigung und ist ein Sport wie jeder andere auch. Einmal im Jahr an einem Tag - das ist vollkommen in Ordnung und ist mit Ortsvorstehern und Landwirten abgesprochen. Es gab bislang nie Probleme.«

Der 63-jährige Licher Michael Gerber, früher bei WM-Läufen und Deutschen Meisterschaften aktiv, fuhr als Zugpferd der Veranstaltung im Vorauswagen, genauso wie der Hungener Roland Leschhorn. Gerber räumte am frühen Samstagabend vor dem Rallye-Zentrum in Queckborn, der Mehrzweckhalle, ein: »Es wird schwieriger, Strecken zu bekommen, die von der Lokalpolitik anerkannt werden. Die Argumentationskette für einen Sport mit Verbrennungsmotor wird angesichts der Umweltpolitik schwieriger, keine Frage. In der Bevölkerung gibt es eine zweigeteilte Meinung: Es gibt Gegner und Fans.« Der frühere Werksfahrer von Toyota betonte gleichzeitig: »Wenn du jungen Talenten eine kontrollierte Plattform bietest, fahren sie keine Straßenrennen.«

Zu verdanken ist die Veranstaltung der Organisation des AMC Grünberg und Rallyeleiter Volker Müller. »Er opfert seine komplette Freizeit für diesen Sport«, lobte Gerber. Der Samstag begann für Müller um 5.30 Uhr mit ersten Absprachen beim Frühstück und endete um 3.15 Uhr nachts mit dem Abschließen der Mehrzweckhalle - weit über 20 Stunden im Dauereinsatz. Dazwischen lagen Einweisungen, Fahrerbesprechungen, Abstimmungen mit dem Leiter der Streckensicherheit, Reagieren bei Zeitverschiebungen oder Ausritten - und vieles mehr. Als »Richter, Organisator und Mädchen für alles«, fühle er sich am Samstag.

87 Teilnehmer fanden sich im gezeiteten Feld wieder: Insgesamt mussten sie zur Erschließung der acht Wertungsprüfungen rund 237 Kilometer zurücklegen, 69,8 Kilometer wurden gemessen, davon rund 62 Kilometer Asphalt und acht Kilometer Schotter. Bestes Fahrerduo des Gastgebers waren Sven Bernhardt und Beifahrerin Patricia Bernhardt im BMW E30 318 is auf Platz 19. Zweiter des Gesamtklassements wurden Philip Schwarz und Beifahrerin Louisa Geitz (MSC Emstal) im Mitsubishi Evo 6, Rang drei ging an Helmut Beckmann und Domenic Kremkau (MSC Fulda) im Mitsubishi Lancer Evo.

Insgesamt kamen 44 Fahrer ins Ziel, fast die Hälfte, nämlich 43, haben also nicht gefinished. Die Retro Rallye Days Hessen wurden gewonnen von Martin Bernhardt und Beifahrerin Carolin Bernhardt im Opel Manta B aus dem Jahre 1976.

Dass die Verantwortlichen bemüht sind, die Motorsport-Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, zeigen zwei Beispiele: Zwei Umweltbeauftragte sollen unter anderem darauf achten, dass kein Müll in der Umwelt verteilt wird, Ölspuren beseitigt werden, Biotope bei der Erschließung von Zuschauerräumen geschützt werden. Und: Jedem Einwohner Queckborns wurde ein Freigetränk eingeräumt. Auch im nächsten Jahr soll das Zentrum in Queckborn liegen.

Auch wenn sich am Samstag alle einig darin waren, dass es im Kreis viele Motorsportenthusiasten gibt, sind die Rallye Days Hessen doch die in dieser Größenordnung einzige Rallye-Veranstaltung im Gießener Motorsport-Kalender. Volker Müller sagt: »Wenn man bedenkt, welche Tradition es hier gibt, ist das schon ärgerlich.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • BMW
  • Frank Ide
  • Grünberg
  • Mitsubishi
  • Mitsubishi Lancer
  • Opel
  • Rallyes
  • Sport-Mix
  • Toyota
  • Volker Müller
  • Sven Nordmann
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos