18. Oktober 2019, 23:11 Uhr

Handball

3. Liga zu teuer: HSG Wetzlar zieht U23 zurück

Paukenschlag bei der HSG Wetzlar: Der Handball-Bundesligist wird zum Ende der Saison sein U23-Team aus der 3. Liga zurückziehen, um künftig wieder in der Oberliga an den Start zu gehen.
18. Oktober 2019, 23:11 Uhr
Die zweite Saison in der 3. Liga wird die letzte: Die HSG Wetzlar U23 um Ole Klimpke wird ab der nächsten Saison wieder in der Oberliga starten. (Foto: ras)

HSG Wetzlar


Außerdem soll die Nachwuchsarbeit umstrukturiert werden. So wird es bei der HSG ab der Saison 2020/21 keinen hauptamtlichen Nachwuchs-Koordinator mehr geben - diese Position bekleidet derzeit das grün-weiße Urgestein Andreas Klimpke. Darauf haben sich die beiden Stammvereine des Handball-Erstligisten, der TSV Dutenhofen und der TV Münchholzhausen, sowie die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen gemeinsam mit Aufsichtsrat und Geschäftsführung der HSG Wetzlar verständigt, wie es in einer Mitteilung des Bundesligisten vom Freitag heißt.

Grund für diesen Schritt ist, »dass die wirtschaftlichen und strukturellen Anforderungen mittlerweile Dimensionen erreicht haben, die nicht nachhaltig zu bewältigen sind«, erklärt HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. »Wir haben in den vergangenen Jahren sicherlich tolle Erfolge in unserem männlichen Nachwuchsbereich feiern dürfen, wie zum Beispiel die deutsche A-Jugend-Meisterschaft und den Aufstieg unserer U23 in die 3. Liga«, sagt Seipp. Allerdings sei damit auch ein hoher finanzielle Aufwand verbunden. Bei der Kaderzusammenstellung der U23, die derzeit mit 8:8 Punkten Platz sieben belegt, habe dies die HSG bereits in dieser Saison zu spüren bekommen. »Aus diesem Grund haben wir uns, sicherlich schweren Herzens, dazu entschieden, die U23 in der kommenden Saison nicht mehr für die 3. Liga zu melden. Damit einher geht, dass wir unsere Struktur im Nachwuchsbereich verändern werden und auch das Jugendzertifikat der Handball-Bundesliga erstmals nicht mehr beantragt haben«, erläutert der Geschäftsführer weiter.

Ab der Saison 2020/2021 soll die 2. Männer-Mannschaft der Grün-Weißen wieder in der Oberliga an den Start gehen. »Obgleich der Erfolge der vergangenen und laufenden Saison mussten wir in den vergangenen Monaten feststellen, dass wir Drittliga-Handball über eine zweite Mannschaft nicht etablieren können, ohne dabei gemeinsam ein deutlich höheres finanzielles und strukturelles Risiko einzugehen. Doch dazu sind wir, die Stammvereine und die HSG Wetzlar, nicht bereit«, erklärt Horst Knorz, der 1. Vorsitzende der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen und des TSV Dutenhofen.

Dass der neue Weg der Wetzlar in Sachen Nachwuchsarbeit personelle Veränderungen nach sich ziehen wird, darüber sind sich die Verantwortlichen im Klaren. »Trotzdem wollen wir versuchen, dass möglichst viele Spieler und Trainer den künftigen Kurs gemeinsam mit uns einschlagen, denn wir wollen auch in der kommenden Saison von der C- bis A-Jugend leistungsorientiert arbeiten. Ebenso in der zweiten Mannschaft«, ergänzt Knorz.

»Im Jugendbereich ist und bleibt es natürlich unser vorrangiges Ziel, Talente zu entwickeln und uns mit unseren Mannschaften für die jeweilig höchsten Spielklassen zu qualifizieren«, sagt der 2. Vorsitzende des TSV Dutenhofen, Martin Weber. »Dafür werden wir auch in Zukunft auf qualifizierte Trainer setzen, die allesamt einem nicht-hauptamtlichen Jugendkoordinator unterstellt sein werden.« Die Verantwortung und Leitung für den Nachwuchsbereich trage weiterhin die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen, die von der HSG Wetzlar weiterhin unterstützt werde, erklärt Weber. Ein weiteres konkretes Ziel wurde klar von allen Beteiligten formuliert: »Wir werden die Zusammenarbeit mit dem TV Hüttenberg weiter intensivieren, damit der Leistungshandball in Mittelhessen weiterhin eine Zukunft hat und es heimische Talente ganz nach oben bzw. in die Bundesliga schaffen können«, sagt Weber.

Um dieses Ziel zu erreichen, soll nicht nur mit dem benachbarten Zweitligisten aus Hüttenberg, sondern auch mit anderen Vereinen gemeinsame Sache gemacht werden. Seipp sagt: »In der neuen Konstellation können wir in Bezug auf unsere Toptalente noch intensiver mit ambitionierten Dritt- oder Zweitligisten zusammenarbeiten und den Spielern über Kooperationen die Möglichkeit geben, sich über Zweitspielrechte oder Ausleihen sportlich noch besser weiterzuentwickeln. Es geht darum, künftige Talente zu Erstligaspielern bei der HSG Wetzlar zu machen.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Dutenhofen
  • HSG D/M Wetzlar
  • HSG Wetzlar
  • Handball
  • Handball-Bundesliga
  • Happy smiley
  • TV 05/07 Hüttenberg
  • Talent
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 - 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.