28. November 2017, 22:02 Uhr

Bundesliga bleibt hart

18 Teams und in der Königsklasse Spiele-Limit

28. November 2017, 22:02 Uhr

Die Handball-Bundesliga will im Tauziehen mit dem Europäischen Handball-Verband EHF keinen Zentimeter weichen. »Wir können es auch nicht. Das Fass ist randvoll, mehr geht nicht«, sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga-Vereinigung HBL, am Dienstag. Zankapfel ist die Champions-League-Reform und die damit verbundene Aufblähung des Spielplans in der Königsklasse.

Von 2020 an soll die Champions League von derzeit 28 Teams auf zwölf reduziert werden. Was zunächst nach Entspannung klingt, ist tatsächlich ein Belastungszuwachs. Momentan müssen die Top-Teams 20 Partien bis zum Pokalgewinn bestreiten. In der neuen Europaliga mit zwölf Mannschaften in einer Gruppe muss ein Team 26 Spiele durchstehen, um Hand an den Silberpott legen zu dürfen. Damit nicht genug. Später soll es eine Ausweitung auf 14, dann auf 16 Teams geben. Damit wären letztlich 34 Spiele für den Pokalgewinn nötig.

Schon jetzt hecheln die Rhein-Neckar Löwen, die SG Flensburg/Handewitt und der THW Kiel von einem Termin zum nächsten. Die Top-Mannschaften müssen im November neun Spiele (!) in Bundesliga und Champions League absolvieren – also alle drei bis vier Tage. Geschlafen wird zwischendurch im Flieger nach Weißrussland, Mazedonien oder Ungarn. Drei Niederlagen in Serie wie zuletzt beim deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen sind das Ergebnis. Selbst in der Winterpause bleibt Regeneration ein Fremdwort. Für die Top-Akteure stehen dann EM oder WM auf dem Plan. »Eine weitere Mehrbelastung der Spieler kann nicht im Sinne des Handballs sein«, sagte Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann dem »Mannheimer Morgen«. Dierk Schmäschke, Geschäftsführer der SG Flensburg/Handewitt, bestätigt: »Wir sind mit 20 zusätzlichen Spielen am Limit.«

Nationalspieler Uwe Gensheimer, der für Paris Saint-Germain im Einsatz ist, bestätigt das Leiden der deutschen Kollegen. Er freut sich auf die Ruhe in der französchen Liga nach dem letzten Spiel des Jahres am 21. Dezember. »Die Jungs in der Bundesliga müssen noch nach Weihnachten spielen und haben vor großen Turnieren kaum mal eine Pause«, sagte er der »Welt« (Dienstag).

Die 18 Bundesligisten haben am Montag bei einem Treffen in Köln unisono erklärt: 20 internationale Spiele pro Saison sind die oberste Belastungsgrenze. Was sich die EHF als Lösung des Problems vorstellen könnte, lehnen sie ab: eine Reduzierung der Bundesliga. Die deutsche Eliteklasse hat als einzige in Europa 18 Teams und damit mehr Spiele als andere Ligen, die mit acht, zehn, zwölf oder 14 Teams agieren.

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