Lokalsport

»15 haben gegen 1400 gewonnen«

Ausgleich im Playoff-Viertelfinale der ProB: Mit einem 81:76 in Schwenningen holten die Gießen 46ers Rackelos die Serie zurück an die Lahn. Das dezimierte Farmteam profitierte dabei von einer homogenen Teamleistung.
31. März 2019, 20:47 Uhr
Sebastian Kilsbach

Ausgleich im Playoff-Viertelfinale der ProB: Mit einem 81:76 in Schwenningen holten die Gießen 46ers Rackelos die Serie zurück an die Lahn. Das dezimierte Farmteam profitierte dabei von einer homogenen Teamleistung.

Mit Bjarne Kraushaar, Jestin Lewis, Jordan Williams, Thomas Tshikaya und Johannes Lischka punkteten gleich mehrere Rackelos zweistellig. »15 haben gegen 1400 gewonnen«, rief Co-Trainer Lutz Mandler glückstrunken in den Schwenninger Nachthimmel – und bedankte sich damit indirekt bei den mitgereisten Hardcore-Anhängern der Mannschaft, die sich fast kein Auswärtsspiel entgehen lassen.

Ohne Alen Pjanic waren die Mittelhessen zu den Panthers gereist. Der Forward musste ins Aufgebot der ersten Mannschaft rücken, damit alle US-Amerikaner der 46ers zum Einsatz kommen konnten. Die Wahl fiel wohl auch deshalb auf Pjanic, da der in der Saison nachverpflichtete Williams in den Playoffs deutlich oberhalb seines Hauptrunden-Niveaus agiert. Zwölf Punkte schrieb sich der Forward am Samstag ins Statistikbuch. Zu Beginn waren es aber Lewis und Kraushaar, die durch Dreipunktewürfe eine frühe Führung etablierten. Schwenningen fand nur langsam ins Spiel, vor allem da die Rackelos Topscorer Rasheed Moore an der kurzen Leine hielten. Fünf punktfreie Minuten sorgten aber dafür, dass die Hausherren die Führung zurückeroberten (28:27, 14.).

Danach ließen die Mittelhessen den Ball wieder besser laufen. Lewis erhöhte im Fastbreak von der Dreierlinie auf 41:33. In die Kabine ging es mit einem soliden Zehn-Punkte-Polster, das die Rackelos nicht mehr herschenken sollten. Gleichsam kämpfte der Aufsteiger unermüdlich weiter. Vor allem Moore, der sich nun besser in Szene setzen konnte, sorgte immer aufs Neue für Nadelstiche. Per Dreier verkürzte der Ami auf 40:45 zu Beginn und auf 53:58 zum Ende des dritten Durchgangs. »Einen Spieler wie ihn kann man nicht über 40 Minuten kontrollieren«, erklärte Cheftrainer Rolf Scholz, der seine Auszeiten aber besonnen wählte und Runs der Gastgeber immer wieder einen Riegel vorschob. Als Moore zunächst per Dreipunktespiel, dann aus der Distanz auf 65:70 verkürzte (37.), schienen die Nerven der Gießener dennoch kurz zu flattern. Schon im ersten Spiel war es der Forward, der den Panthers durch einen furiosen Schlussrun den Sieg auf Zielgeraden bescherte.

An der Freiwurflinie vergaben Kraushaar und Leon Okpara jeweils einen Versuch, konnten sich aber auf Lischka und Lewis verlassen, die durch Offensivrebound und einen Steal den Sieg festhielten. Das Entscheidungsspiel um den Halbfinaleinzug startet am Samstag um 20 Uhr in der heimischen Osthalle.

Schwenningen: Tsvetkov (6), Alexis (5), Borekambi (20), Karamatskos (2), Moore (22), Friederici (14), Pakamanis, Osterwalder (3), Abaker (2), Hajric (2).

Gießen: Kraushaar (23), Köpple, Williams (12), Uhlemann (2), Okpara (8), Lischka (12), Tshikaya (12), Lewis (12).

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/sport/lokalsport-gaz/Lokalsport-15-haben-gegen-1400-gewonnen;art1434,571731

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