12. Dezember 2020, 16:00 Uhr

Gießen 46ers

46ers wollen in München die Fanseelen beruhigen

Viel schwieriger könnte die Aufgabe für die Gießen 46ers nicht sein. Am Sonntag sind sie beim FC Bayern München zu Gast - es droht die fünfte Niederlage im fünften Saisonspiel.
12. Dezember 2020, 16:00 Uhr
Gesprächsbedarf: 46ers-Profi Johannes Richter und Trainer Ingo Freyer haben noch auf dem Parkett in Hamburg die 79:100-Klatsche aufgearbeitet. Die Aufgabe am Sonntag beim FC Bayern München wird nicht leichter. FOTO: BERGMANN

Gießen 46ers


Lohnend sind die Spiele gegen den FC Bayern München nicht für die Gießen 46ers. Seit dem Wiederaufstieg der Oberbayern in die Basketball-Bundesliga gab es nicht einen Sieg für die Gießener, wenn es gegen den Weltklub von der Isar ging. Und auch am Sonntag (15 Uhr/MagentaSport live) wird es in München nicht einfach, die ersten Saisonpunkte zu holen.

Mit der Sieglosigkeit gegen die Münchener sind die 46ers übrigens nicht alleine: Neben den Mittelhessen konnte nur Crailsheim keins seiner neun Spiele gegen München gewinnen. Gießen allerdings trat bereits 15-mal gegen München an. Verloren die 46ers zu Hause im Schnitt mit 15,7 Punkten Differenz, waren es in der bayerischen Landeshauptstadt 29,8 Zähler Unterschied. Kurz: Eigentlich ist das fünfte Saisonspiel der Gießener in München im Vorfeld ihr einfachstes, können sie doch nur positiv überraschen.

Die Lage: Vier Partien, vier Niederlagen in der Liga bislang - saisonübergreifend warten die 46ers seit elf Pflichtspielen auf einen Sieg. Defensiv kassieren die Gießener in dieser Saison über 100 Punkte im Schnitt. Bei einer Niederlage in München droht der Sturz ans Tabellenende, bevor die immens wichtigen Spiele gegen die anderen Kellerkinder Weißenfels, Bonn und Chemnitz anstehen. Die Lage könntealso besser sein. Zeigten die 46ers in Braunschweig noch vielversprechende Ansätze, war der Auftritt in Hamburg am Donnerstag beim 79:100 enttäuschend. Bei Facebook, Instagram und Co. häufen sich die kritischen Kommentare, und insgeheim dürfte so mancher im Umkreis des Klubs froh sein, dass ohne Publikum gespielt wird, denn derzeit wäre wohl wenig Applaus und dafür deutliche Unmutsbekundungen von den Rängen zu erwarten. Und so gilt es an der Isar vor allem, die kochende Fanseele zu beruhigen und kämpferisch zu überzeugen, gleichzeitig sich die Moral nicht beschädigen zu lassen - einen Sieg über die Bayern erwartet keiner.

Der Gegner: Anders als noch in den Vorjahren, sind die Münchener nicht nur ein Topteam in der heimischen Liga, sondern gehören derzeit auch zum Besten, was der europäische Basketball zu bieten hat. In der Euroleague tummelt sich die Truppe vom ehemaligen Bamberger Cheftrainer Andrea Trinchieri an der Spitze, ist in der Liga bislang noch ungeschlagen und auf allen Positionen tief besetzt. Mit James Gist, Jalen Reynolds und JaJuan Johnson steht unter dem Korb eine starke Rotation zur Verfügung, auf dem Flügel mit Paul Zipser, dem zuletzt verletzten Nihad Djedovic, D.J. Seeley und dem momentan alles überragenden Vladimir Lucic ebenso viel Qualität. Und auch bei den Guards sind Nick Weiler-Babb, Wade Baldwin und Zan-Mark Sisko absolute Topleute. Dazu kommen Spieler wie der gebürtige Gießener Robin Amaize und Leon Radosevic, die in den meisten Bundesliga-Klubs als Starter fungieren würden, in München allerdings vor allem die Rotation verstärken. Am gestrigen Freitag sind die Bayern noch einmal in der Euroleague gefordert gewesen: Zuhause ging es gegen den französischen Vertreter ASVEL Villeurbanne (siehe Artikel rechts).

Bewegung im Kader: Die Münchner haben noch einmal Änderungen im Kader vorgenommen: Guard TJ Bray wurde nach Saragossa verliehen, Malcolm Thomas bat um seine Vertragsauflösung. Dafür kamen mit Seeley (Saragossa, spielte in der BBL bereits für Bayreuth) und Gist (Roter Stern Belgrad) zwei Euroleague-erfahrene Spieler, die das Team weiter aufwerten.

Das sagen die 46ers: Michael Koch (Sportdirektor): »Es kommt ganz darauf an, von welcher Seite man diese Partie in München betrachtet. Auf der einen Seite ist es eines der schwierigsten Auswärtsspiele der Saison gegen ein Top-Euroleague-Team. Auf der anderen Seite haben wir bei diesem Spiel nichts zu verlieren und können ohne Druck an die Sache herangehen.« Und Flügelspieler Alen Pjanic meint: »Gegen den FC Bayern München müssen wir Teamdefense und Emotionen zeigen. Die letzten zwei Wochen hinter uns lassen und diese vergessen. Wir müssen uns voll auf uns konzentrieren und fokussieren. Dabei 100 Prozent geben, bis zur völligen Erschöpfung - ein jeder im Team.«

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