05. September 2021, 22:33 Uhr

Zverev richtig gefordert

05. September 2021, 22:33 Uhr
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Von DPA
Alexander Zverev muss sich gegen Jack Sock mächtig strecken, ehe der US-Amerikaner im vierten Satz verletzungsbedingt aufgibt. FOTO: AFP

Alexander Zverev wähnte sich fast schon im unfreiwilligen Urlaub in Südfrankreich. Nach einer Gala von Gegner Jack Sock im ersten Satz verhinderte der Olympiasieger aber doch noch nervenstark das jähe Aus bei den US Open und machte das beste deutsche Abschneiden bei einem Grand Slam seit 24 Jahren perfekt. Der Hamburger gewann am Samstag (Ortszeit) sein Drittrunden-Match nach verletzungsbedingter Aufgabe seines amerikanischen Kontrahenten beim Stand von 3:6, 6:2, 6:3, 2:1 und trifft nun auf das Südtiroler Toptalent Jannik Sinner. Erleichtert schleuderte Zverev kurz vor Mitternacht unterschriebene Tennisbälle ins johlende Publikum.

»Wenn Jack so weitergespielt hätte, wäre ich in anderthalb Stunden fertig gewesen«, scherzte er gut aufgelegt beim ersten Interview im Arthur-Ashe-Stadium nach seinem 14. Sieg in Serie. »Dann hätte ich meinen Urlaub geplant und hätte nächste Woche eine gute Zeit in Südfrankreich gehabt.« Stattdessen erreichte Zverev nach Oscar Otte (Köln) und Peter Gojowczyk (München) als dritter Deutscher in der Herren-Konkurrenz das Achtelfinale. Dies gelang bei einem der vier wichtigsten Turniere zuletzt in der Ära von Boris Becker und Michael Stich, als das legendäre Duo gemeinsam mit Nicolas Kiefer 1997 in der Runde der besten 16 von Wimbledon stand.

Während Zverev trotz seines eindrucksvollen Laufs die Favoritenrolle für den Turniersieg schnell wieder dem Weltranglistenersten Novak Djokovic zuschob, dürfen die beiden deutschen Qualifikanten ihre sensationellen Erfolge einfach nur genießen. »Ich bin froh zu sehen, dass er jetzt auf dem Niveau spielt, auf dem er wirklich spielen kann«, sagte Zverev über Otte. »Er ist einfach nur jemand, dem es an Disziplin gemangelt hat. Ich hoffe, dass er weiter die Arbeit macht und konstant auf dem Level wird.«

Mit einem Gruß an den Kölner Bundesliga-Profi Anthony Modeste und einer spektakulären Seitwärtsrolle bejubelte Otte seinen Achtelfinal-Einzug. Der 28 Jahre alte Qualifikant setzte sich gegen Andreas Seppi aus Italien mit 6:3, 6:4, 2:6, 7:5 durch und steht ebenso wie Gojowczyk erstmals in einem Grand-Slam-Achtelfinale. »Das ist ein Charakter-Erfolg. Ich freue mich so für ihn«, lobte Boris Becker. In das Duell mit dem an sechs gesetzten italienischen Wimbledon-Finalisten Matteo Berrettini geht der Weltranglisten-144. trotz allen Selbstbewusstseins nun allerdings als klarer Außenseiter.

Gojowczyk hatte es in der vergangenen Nacht mit Carlos Alcaraz zu tun bekommen. Der 18-Jährige besiegte den French-Open-Finalisten Stefanos Tsitsipas sensationell mit 6:3, 4:6, 7:6 (7:2), 0:6, 7:6 (7:5).



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