21. Juli 2021, 22:26 Uhr

Start mit Kracher und Corona-Sorgen

21. Juli 2021, 22:26 Uhr
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Von SID
Torjäger Simon Terodde, der vom Hamburger SV gekommen ist, will dazu beitragen, dass der FC Schalke 04 den sofortigen Wiederaufstieg packt. FOTO: IMAGO

Gleich zum Saisonstart wird die 2. Fußball-Bundesliga von der leidigen Corona-Problematik wieder eingeholt: Vor dem Auftakt-Kracher zwischen den langjährigen Europacup-Teilnehmern Schalke 04 und dem Hamburger SV (20.30 Uhr/Sky und Sat.1) hat die Corona-Infektion von Schalkes Torwart Ralf Fährmann das Fußball-Unterhaus geschockt.

Das Schlagerspiel in der Veltins-Arena ist allerdings zurzeit nicht gefährdet, Schalke befindet sich in einem Quarantäne-Trainingslager. Die so hart erarbeitete Ruhe bei den kriselnden Königsblauen wurde durch den Corona-Fall allerdings empfindlich gestört. Der Traditionsklub hofft dennoch, die Unruhe von der Mannschaft weitgehend fernzuhalten. Auch Darmstadt 98 verzeichnete vor der Partie am Samstag gegen Jahn Regensburg drei positiv getestete Spieler. Um welche Akteure es sich handelt, gaben die Lilien nicht bekannt. Die Austragung der Partie sei nicht gefährdet, hieß es.

Bereits zuvor hatte sich der Showdown zwischen den ehemaligen Bundesliga-Schwergewichten in der stärksten 2. Liga der Historie zugespitzt. Top-Torjäger Simon Terodde, der für die Hanseaten in der abgelaufenen Saison 24 Treffer erzielte, wechselte die Seiten und nimmt fortan in Gelsenkirchen den Torrekord der 2. Liga ins Visier - nur noch zwölf Treffer fehlen dem Angreifer zur Einstellung der Bestmarke von Dieter Schatzschneider (154 Tore).

Die turbulente Abstiegssaison der Schalker hatte seine Folgen. Der Verein stellte sich neu auf und installierte mit Rouven Schröder einen erfahrenen Sportdirektor, der den aufgeblähten Kader aufstiegsreif formen soll. Neben den erfahrenen Terodde und Dominick Drexler (1. FC Köln) kam in Rückkehrer und Eigengewächs Danny Latza ein neuer Kapitän, der die mit vielen Talenten aus der Knappenschmiede gespickte Elf anführen soll.

Auch der Gegner aus der Hansestadt tauschte fleißig Personal. Der beim VfB Stuttgart gescheiterte Chefcoach Tim Walter soll den HSV zurück in die Bundesliga führen und einen Fluch beenden. Bereits dreimal war der Traditionsklub am Aufstieg gescheitert, und offenbarte dabei zum Frühlingsbeginn unerklärliche Schwächen, die die glänzenden Ausgangslagen zunichtemachten. Um im vierten Anlauf den Wiederaufstieg zu schaffen, beschwört U21-Europameister Josha Vagnoman das Kollektiv. »Wir müssen einfach alles investieren, noch mehr als zuvor«, sagte der Rechtsverteidiger.

Kleine Teams mit großem Potenzial

Der 20 Jahre alte gebürtige Hamburger fühlt sich bereit für eine Führungsrolle. »Je älter man wird, umso mehr Verantwortung übernimmt man innerhalb der Mannschaft und nimmt die anderen mit«, betonte Vagnoman.

Die Rolle des unumstrittenen Aufstiegsfavoriten haben die Hamburger jedoch nicht mehr inne. Mit Nordrivale Werder Bremen strebt ein weiterer großer Name den direkten Wiederaufstieg an. Im brisanten Nordduell gegen Hannover 96 am Samstag (20.30 Uhr/Sky und Sport1) muss der SV Werder ebenfalls gleich im Auftaktmatch Farbe bekennen.

Die Bremer waren vergleichbar mit dem HSV in eine Abwärtsspirale geraten und nach vier Jahrzehnten im Oberhaus in die 2. Liga gestürzt. Die sofortige Rückkehr wurde an der Weser jedoch lediglich indirekt ausgerufen. Die Spieler, die letztes Jahr mit dabei waren, haben »die Pflicht und auch den Willen, das wiedergutzumachen«, sagte Mittelfeldmann Kevin Möhwald. In Bremen werde sich das Team bis zum Transferschluss am 31. August noch auf einigen Positionen verändern, sagte der neue Trainer Markus Anfang.

Hinter den großen Namen befinden sich kleinere, aber dafür umso gefährlichere Teams mit großem Potenzial. Holstein Kiel hat sich durch eine famose Vorsaison in Stellung gebracht. Auch Fortuna Düsseldorf lauert auf Patzer der drei Favoriten. Dazu dürften auch die prominenten Aufsteiger Dynamo Dresden und Hansa Rostock gegen Schalke, Werder und Co. eine Extraportion Motivation mitbringen und die heimischen Stadien in ein Tollhaus verwandeln.



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