30. August 2021, 22:27 Uhr

»Prägendes Gesicht des ZDF«

30. August 2021, 22:27 Uhr
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Von DPA
Wolf-Dieter Poschmann

Der Abschied vom Sportjournalismus vor mehr als fünf Jahren fiel Wolf-Dieter Poschmann leicht. »Die Berichterstattung im Allgemeinen ist braver, geschmeidiger und weniger kontrovers geworden«, sagte der langjährige ZDF-Sportchef ein halbes Jahr vor seinem Wechsel in den Ruhestand nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro dem Bonner »Generalanzeiger«. »Es fällt mir nicht schwer loszulassen.«

Seit seinem Weggang aus dem Rampenlicht war es ruhig geworden um den mehrmals ausgezeichneten Journalisten. Am vergangenen Freitag ist der gebürtige Kölner nach Angaben des ZDF nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Er wurde 70 Jahre alt.

»Über 30 Jahre war er eines der prägenden Gesichter und eine der einprägsamen Stimmen vieler Sportsendungen im Zweiten«, würdigte ZDF-Chefredakteur Peter Frey am Montag Poschmann. Der FC Bayern twitterte: »Der FC Bayern trauert um Wolf-Dieter Poschmann, einer großen Persönlichkeit des deutschen Sportjournalismus.«

Poschmann gehörte über Jahrzehnte zur Stammbesetzung des ZDF bei Großereignissen wie Olympischen Spielen, Fußball-Welt- und -Europameisterschaften sowie Leichtathletik-Events. Bekannt wurde er vor allem als Moderator des »Aktuellen Sportstudios«. Von 1994 bis 2011 führte er 230 Mal durch den TV-Klassiker. Einen Namen machte sich der frühere Mittelstreckenläufer zudem als Leichtathletik-Experte.

Poschmann, der einst Fußballprofi werden wollte, dann aber Germanistik und Pädagogik studierte, war kritisch und eckte auch immer wieder gern an. Kurz vor dem Ende seiner TV-Zeit sorgte er noch einmal für Aufsehen in den sozialen Medien, als er im Studio ein ZDF-Spezial anlässlich des Rücktritts des damaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach barfuß moderierte.

Es sei Zufall gewesen, dass er ohne Schuhe dastand, erzählt er. »Ich habe damit nicht gerechnet, dass meine Füße zu sehen sein könnten und auch nicht, dass Menschen angesichts dieses schwerwiegenden Themas auf solche Petitessen achten«, meinte er.

»Dass daraus eine solche Welle wurde, ist einerseits amüsant, aber auch bezeichnend für den Zustand unserer Medienlandschaft.« FOTO: DPA



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