04. Juli 2021, 21:00 Uhr

Oranje-Party in Spielberg

Der Niederländer Max Verstappen rast mit seinem Sieg vor Zehntausenden niederländischen Fans in Spielberg seinem ersten Titel entgegen. Formel-1- Dauerweltmeister Mercedes hat wieder nichts entgegenzusetzen. Sebastian Vettel scheidet in Österreich aus.
04. Juli 2021, 21:00 Uhr
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Von SID
Der Niederländer Max Verstappen rast im Red Bull zur Begeisterung seiner Landsleute in Österreich seinem fünften Saisonsieg entgegen. FOTO: IMAGO

Zehntausende Verstappen-Fans tauchten den Red-Bull-Ring auf der letzten Runde in orange Rauchschwaden, ihr Liebling scheint seiner ersten Weltmeisterschaft entgegenzuschweben: Die Festwochen von Max Verstappen in der Formel 1 nehmen kein Ende. Nach dem Novum von drei Grand-Prix-Siegen binnen 15 Tagen baute der Niederländer seinen Vorsprung auf Rekordweltmeister Lewis Hamilton auf 32 Punkte aus - und konnte sein Glück kaum fassen.

»Alles war in Orange getaucht, es war unglaublich«, sagte Verstappen, der bei der Rückkehr der Zuschauermassen den nächsten Start-Ziel-Sieg einfuhr: »Das gesamte Paket in beiden Rennen hier war unglaublich. Ich habe es sehr genossen.« Mercedes-Pilot Valtteri Bottas und Lando Norris im McLaren auf den Plätzen waren ebenso nur Statisten wie Mercedes-Topstar Hamilton, der nach einem Fahrfehler mit beschädigtem Unterboden Vierter wurde. »Ich hab mein Bestes gegeben, ich konnte nicht mehr machen«, sagte ein frustrierter Hamilton am Sky-Mikrofon: »Wir müssen uns verbessern. Wenn man sich Max anschaut, zwei Stopps und 18 Sekunden Vorsprung - wir haben viel Arbeit vor uns.«

Sebastian Vettel schied gar aus: Im Kampf um Platz zwölf kollidierte der Aston-Martin-Pilot in der letzten Runde mit seinem Kumpel Kimi Räikkönen im Alfa Romeo, der ihn offenbar übersehen hatte. »Es muss ein Missverständnis gewesen sein. Ich bin sicher, dass es auf beiden Seiten keine Absicht war«, sagte der Heppenheimer. Am Ende wurde der viermalige Weltmeister als 17. geführt und damit einen Rang vor Mick Schumacher, der im unterlegenen Haas ein unauffälliges Rennen fuhr, aber wieder seinen russischen Teamkollegen Nikita Masepin klar im Griff hatte.

Ungefährdeter Start-Ziel-Sieg

Auf dem Red-Bull-Ring gewann Verstappen den Großen Preis von Österreich ebenso souverän wie den Steiermark-Grand-Prix vor Wochenfrist an gleicher Stelle. Mercedes, Weltmeisterrennstall der letzten sieben Jahre, gerät nach fünf Rennen in Folge ohne Sieg entsprechend immer mehr ins Hintertreffen. Eine Erklärung: Mercedes entwickelt bereits seinen Rennwagen für 2022, wenn ein neues Reglement greift. Red Bull hingegen steckt weiter viel Energie in Updates für das aktuelle Auto - momentan zahlt sich das aus. »Wir sind nicht voll gefahren, Mercedes ist voll gefahren und kam trotzdem nicht ran. Das ist sehr beruhigend«, sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko.

Das Wochenend-Highlight aus Mercedes-Sicht war damit die Vertragsverlängerung mit Hamilton bis Ende 2023. Erstmals seit 70 Rennen stand allerdings kein Mercedes in den Top Drei der Startaufstellung. Verstappen verteidigte seine Führung beim Start mühelos. Die beiden Mercedes profitierten von einem harten Zweikampf zwischen Norris und Verstappens Teamkollegen Sergio Perez, in dessen Folge der Mexikaner in den Kies fuhr und zurückfiel. Hamilton jagte nun den zweitplatzierten Norris, während sich Verstappen kontinuierlich absetzen konnte. Als Hamilton in der 20. von 71 Runden endlich an seinem jungen Landsmann vorbei kam, war Verstappen bereits neun Sekunden enteilt.

Hamilton hatte nun zwar ebenfalls freie Fahrt, doch wie schon in der Vorwoche verlor der 36-Jährige immer weiter an Boden auf Verstappen, der ungefährdet seinem 15. Formel-1-Sieg und dem fünften in dieser Saison entgegenfuhr. Nachdem Hamilton seinen W12 beschädigt hatte, wies Mercedes seine Piloten zum Platztausch an. Auch Norris schlüpfte an Hamilton vorbei.

Verstappen erhielt am Red-Bull-Ring gewaltige Unterstützung aus der Heimat. Die Corona-Beschränkungen in Österreich sind seit dem 1. Juli deutlich gelockert. Die Ränge entlang der Strecke waren beinahe wie in Vor-Pandemie-Zeiten gefüllt - die meisten der 62 000 Zuschauer trugen Orange und waren in bester Party-Laune.



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