28. Juni 2021, 22:18 Uhr

Natürlich Regen in Wimbledon

Wimbledon feiert nach der Absage im letzten Jahr sein Comeback - natürlich mit Regen. Auch die deutschen Profis wurden durch die Verzögerungen beeinflusst.
28. Juni 2021, 22:18 Uhr
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Von SID
Nur eine Momentaufnahme, Topfavorit Novak Djokovic ist nur in dieser Szene ausgerutscht und steht nach einem Sieg in vier Sätzen gegen Jack Draper in der nächsten Runde. FOTO: AFP

Zwei lange Jahre mussten die Tennisprofis auf die Rückkehr des Rasen-Klassikers in Wimbledon warten - und dann sorgte auch noch Regen für einen typisch britischen Fehlstart. Mit den schon traditionellen Verzögerungen durch Londoner Wetter-Kapriolen feierte das Grand-Slam-Highlight nach der Corona-Zwangspause sein Comeback, und nach fast fünfstündiger Wartezeit mussten Laura Siegemund und Yannick Hanfmann gleich die ersten deutschen Enttäuschungen einstecken.

Die 33-jährige Siegemund, die in diesem Jahr auch schon bei den Grand-Slam-Turnieren in Melbourne und Paris an ihren Auftakthürden gescheitert war, war gegen die Russin Jekaterina Alexandrowa chancenlos und verlor in nur 58 Minuten 1:6, 3:6. Auch Hanfmann unterlag dem Tschechen Jiri Vesely klar 1:6, 5:7, 6:7 (5:7), während in Stefanos Tsitsipas der erste Mitfavorit bereits krachend scheiterte.

Bei Siegemund rief vor allem die Kommunikation der Veranstalter während der Regenpause Kritik hervor. »Sie haben es immer um eine halbe Stunde verschoben, und das über fünf Stunden«, sagte die Schwäbin: »Ich habe mich wirklich viermal warmgemacht. Schön ist es nicht, Spaß macht es keinen.« Philipp Kohlschreiber und Mona Barthel warteten gar vergebens und müssen am heutigen Dienstag einen neuen Anlauf nehmen.

Im vergangenen Jahr waren die Wimbledon Championships wegen der Corona-Pandemie erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ausgefallen. Und als es endlich wieder losgehen sollte, sahen die Zuschauer statt feinstem Rasentennis zunächst nur die dunkelgrünen Regenplanen auf den Courts.

Immerhin kamen die Fans - eine 50-prozentige Auslastung hatten die britischen Behörden erlaubt - auf dem Centre Court und dem Court No. 1 dank der Dächer ohne Verzögerungen in den Genuss von Tennis. So konnte Titelverteidiger Novak Djokovic wie geplant ins Turnier einsteigen und hatte beim 4:6, 6:1, 6:2, 6:2 gegen den britischen Wildcard-Starter Jack Draper nur zu Beginn Mühe. Der Grieche Tsitsipas, den Djokovic vor zwei Wochen im Finale der French Open nach 0:2-Satzrückstand besiegt hatte, scheiterte hingegen überraschend deutlich am US-Amerikaner Frances Tiafoe 4:6, 4:6, 3:6.

Für die beiden deutschen Topspieler Alexander Zverev und Angelique Kerber sowie Jan-Lennard Struff gegen den Weltranglistenzweiten Daniil Medwedew geht es erst am Dienstag (ab 14.00 Uhr MESZ/Sky) los - und da alle auf dem überdachten Court No. 1 spielen, bleiben ihnen Wartezeiten erspart. Während Zverev 30 Jahre nach dem legendären Finaltriumph von Michael Stich über Boris Becker für den nächsten deutschen Männer-Titel sorgen will, startet Kerber nach ihrem ersten Turniersieg seit drei Jahren in Bad Homburg mit viel Selbstvertrauen in ihrer »Wohlfühloase«.

Die Wimbledonsiegerin von 2018 betonte vor ihrem Erstrundenmatch gegen die schwächer eingestufte Serbin Nina Stojanovic dennoch, dass sie »ohne Druck« ins Turnier gehe. »Jede einzelne Runde ist ein Sieg für mich«, sagte die 33-Jährige.

Der Karlsruher Hanfmann hat bei seinem Debüt im Wimbledon-Hauptfeld den Einzug in die zweite Runde klar verpasst. Der 29-Jährige, in der Weltrangliste an Position 99 gelistet, musste sich zum Auftakt des Rasen-Klassikers dem Tschechen Jiri Vesely mit 1:6, 5:7, 6:7 (5:7) geschlagen geben. Auch im fünften Anlauf gelang Hanfmann kein Sieg in einem Grand-Slam-Hauptfeld.

In Wimbledon war Hanfmann bislang nur dreimal in der Qualifikation angetreten und jedes Mal sogleich gescheitert. Bei der letzten Ausgabe des Londoner Grand-Slam-Turniers vor der Corona-Zwangspause hatte Vesely 2019 in der ersten Runde schon den deutschen Topspieler Alexander Zverev völlig überraschend ausgeschaltet.

Am späten Abend ließ sich Dominik Koepfer aus Furtwangen von den schon traditionellen Verzögerungen durch Londoner Wetter-Kapriolen nicht beeindrucken. Koepfer, der vor zwei Jahren in Wimbledon als Wildcard-Starter erstmals auf der großen Bühne aufgetrumpft hatte, bezwang den an Position 27 gesetzten US-Amerikaner Reilly Opelka hochverdient 6:4, 7:6 (7:3), 6:2.



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