11. Mai 2021, 22:26 Uhr

Heiß auf den Pott

RB Leipzig gegen Borussia Dortmund - mehr Qualität geht außerhalb von Bayern München im deutschen Fußball derzeit nicht. Beide Klubs lechzen nach einem Titel. Den wollen sie im DFB-Pokalfinale am Donnerstag in Berlin holen.
11. Mai 2021, 22:26 Uhr
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Von SID
Das Pokalfinale zwischen Leipzig und Dortmund verspricht Hochspannung pur: Erst am letzten Samstag setzten sich die Dortmunder um ihren 1:0-Torschützen Marco Reus (11) in der Liga knapp mit 3:2 über RB mit Torhüter Peter Gulacsi und Willi Orban (4) durch. FOTO: AFP

Julian Nagelsmann und RB Leipzig wollen endlich den ersten Titel holen, Borussia Dortmund hat das Momentum auf seiner Seite - und wohl Erling Haaland zurück im Sturm: Vor dem 78. DFB-Pokalfinale am Donnerstag im Berliner Olympiastadion (20.45 Uhr/ARD und Sky) sind beide Teams bis zum Anschlag motiviert. Die Bühne ist frei für ein elektrisierendes Spektakel, welches das Cup-Finale oft bietet.

»Den Pokal gibt es seit 85 Jahren, wir haben ihn viermal gewonnen. Den holst du nicht jedes Jahr«, sagte BVB-Manager Michael Zorc dem SID über die Bedeutung des Spiels. »Der Pokalsieg wäre das i-Tüpfelchen für die letzten Jahre harter Arbeit«, sagte Leipzigs Mittelfeld-Star Kevin Kampl.

Für die Spieler sind die Partien BVB gegen RB mittlerweile etwas Besonderes. »Diese Partien sind viel intensiver als viele andere, sowohl körperlich als auch vor allem für den Kopf«, sagte BVB-Abwehrchef Mats Hummels nach dem 3:2-Sieg am Samstag. Vom einstigen Hasskampf zwischen Traditionsklub und Kommerzverein war kaum noch etwas zu hören.

Viel hängt davon ab, ob Dortmunds Naturgewalt Haaland nach einem Pferdekuss rechtzeitig fit wird. Zorc verriet, dass es gut aussehe, am Dienstag kehrte der Norweger zurück ins Training. In Leipzig bleibt man dennoch cool. »Auch wenn er spielt, gebe ich uns gute Chancen, dieses Finale zu gewinnen«, sagte RB-Abwehrspieler Lukas Klostermann bei Stats Perform.

Doch nicht nur wegen Haaland dürfte der BVB leichter Favorit sein. Unter Trainer Edin Terzic arbeitete sich die Dortmunder Borussia zuletzt aus dem Tief, steuert in der Liga nach fünf Siegen in Folge wieder der Champions League entgegen. »Wir haben uns als Gruppe gut gefunden«, urteilte Terzic.

Die Bilanz der direkten Duelle spricht klar für den BVB: Siebenmal in Folge blieb Leipzig gegen die Borussia zuletzt ohne Sieg, der letzte Erfolg datiert aus dem Oktober 2017 - das weiß auch Trainer Nagelsmann. »Die Bilanz ist nicht herausragend«, meinte der scheidende Coach, der zur kommenden Saison Bayern München übernimmt: »Wir haben ein paar Dinge zu tun. Darauf bereite ich mich mit der Mannschaft vor.«

Beim letzten Final-Versuch vor zwei Jahren gegen die Bayern kassierte Leipzig noch eine klare 0:3-Klatsche. Damals stand Ralf Rangnick an der Seitenlinie. Nachfolger Nagelsmann will es nun besser machen und sich und dem Verein zum Abschied den ersten großen Titel schenken: »Ich würde das gerne mit den Jungs feiern.«

Leipzig hat den Vorteil, dass der Druck nicht ganz so groß ist, nachdem die Champions League, anders als für den BVB, schon erreicht ist. So oder so, die Spannung ist riesig. »Es wird wieder sehr intensiv«, prophezeite Hummels, der bereits sein achtes Pokalfinale bestreitet. Nach nur zwei Siegen weiß der Rio-Weltmeister, wo der Hebel anzusetzen ist: »Die Berlin-Quote ist auf jeden Fall ausbaufähig.«

Haaland probt die Siegerehrung

Am Dienstag knatterte Haaland im roten Sportwagen am Trainingsgelände vor und quälte sich zwei Stunden lang für Berlin. Die wichtigste Einheit aber kam danach: Mit breitem Lächeln und verschwitzten Haaren hielt er den Silberpokal für den Bundesliga-Spieler des Monats in die Kamera - die Generalprobe für den späten Donnerstagabend. Dann soll es im Konfettiregen der feuervergoldete DFB-Pokal sein.

»Siegerehrung«, schrieb der BVB auf seinen Social-Media-Portalen neben das Foto - und: »Pokal halten kann er.« Vor dem Duell mit Leipzig glauben die Dortmunder fest an den Einsatz ihres unverzichtbaren Torphänomens, das am Dienstag im weißen Leibchen und mit bester Laune erstmals wieder das Mannschaftstraining absolvierte.

Die findigen Trainingskiebitze der »Ruhr Nachrichten« hatten sich bereits am Montag auf die Lauer gelegt und Folgendes beobachtet: Der Norweger ließ sich in Dortmund-Brackel im Hauptgebäude der Profi-Abteilung behandeln, um später gemeinsam mit Athletiktrainer Johannes Wieber den Trainingsplatz zu betreten. Dort absolvierte er verschiedene Aufwärm- und Stabilitätsübungen.



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