10. Oktober 2021, 21:46 Uhr

Rad

Frauen enttäuschen

10. Oktober 2021, 21:46 Uhr
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Von DPA
Maximilian Götz feiert die Meisterschaft in der neuen DTM. FOTO: IMAGO

Deutschlands Handball-Frauen sind auf dem Weg zur Europameisterschaft 2022 ins Straucheln geraten. Das Team von Bundestrainer Henk Groener kam am Sonntag gegen Belarus nur zu einem glücklichen 24:24 (12:13) und belegt in der Gruppe 3 mit 3:1 Punkten den zweiten Platz hinter Weltmeister Niederlande (4:0). Vor 657 Zuschauern in Trier war Julia Maidhof mit zehn Toren beste Werferin für die enttäuschende DHB-Auswahl.

Die deutsche Mannschaft kam in der ersten Halbzeit überhaupt nicht in die Gänge und lag fast durchweg in Rückstand. Nur zweimal gelang eine Führung, die aber jeweils nicht lange Bestand hatte. Die Abwehr stand nicht kompakt und im Angriff wurden viele Chancen vergeben.

Auch nach dem Wechsel hielten die Probleme im deutschen Spiel an. Mit leichten Fehlern und Ballverlusten bremste sich die DHB-Auswahl immer wieder selbst aus. Lediglich Torfrau Katharina Filter, die schon in der ersten Halbzeit für Dinah Eckerle zwischen die Pfosten rückte, wusste mit etlichen Paraden zu überzeugen.

Dennoch lag der WM-Achte von 2019 acht Minuten vor dem Ende beim 20:22 mit zwei Toren hinten. In der spannenden Schlussphase rettete das DHB-Team wenigstens noch einen Punkt. Für die Endrunde in Nordmazedonien, Slowenien und Montenegro qualifizieren sich die ersten zwei aus jeder Gruppe.

In der EM-Qualifikation stehen erst wieder Anfang März die Duelle mit den Niederlanden auf dem Programm. Im April folgen die Rückspiele in Griechenland und Belarus.

Der Uffenheimer Maximilian Götz hat sich auf der Zielgeraden der Saison noch den Titel in der DTM gesichert. Der Mercedes-Pilot gewann das turbulente 16. und letzte Rennen des Jahres auf dem Norisring und überflügelte noch den 19-jährigen Neuseeländer Liam Lawson, der im Ferrari nach einem frühen Unfall die Punkte verpasste. Lucas Auer (Österreich) und Daniel Juncadella (Spanien) komplettierten das Podium für Mercedes.

»Oh mein Gott. Ich bin DTM-Champion! Ich kann es nicht glauben«, funkte Götz an die Box. Das Rennen hatte unmittelbar nach dem Start einen dramatischen Verlauf genommen. Der Südafrikaner Kelvin van der Linde schoss den Gesamtführenden Lawson in einem unfairen Manöver in der ersten Kurve ab. Der Titel-Favorit, dem ein sechster Platz genügt hätte, um jüngster Meister in der DTM-Geschichte zu werden, meldete auch nach dem Boxenstopp Probleme mit der Lenkung.

Das Rennen war für Lawson gelaufen, ohne Chance auf Punkte drehte er langsame Runden am Ende des Feldes. Van der Linde kam mit einer Fünf-Sekunden-Strafe glimpflich davon. Der Sieg war für den Audi-Piloten dennoch in Reichweite, nach einem erneut harten Duell mit Götz fiel van der Linde aber mit einem Reifenschaden weit zurück und aus dem Titelrennen.

Zu einem entscheidenden Faktor im Kampf um die Meisterschaft wurden Auer und Philip Ellis (Schweiz). Die Mercedes-Piloten lagen an der Spitze und ließen ihren Kollegen Götz kurz vor dem Ende passieren und ermöglichten ihm den benötigten Sieg.

Sauer stapfte Lewis Hamilton nach dem Verlust der WM-Führung durch die Boxengasse von Istanbul, Max Verstappen machte nach seiner Rückkehr an die Formel-1-Spitze sogar Scherze. Im Regen der Türkei verdrängte der Red-Bull-Pilot als Zweiter hinter Gewinner Valtteri Bottas den siebenmaligen Weltmeister wieder von der Spitze.

Nach einer Strafversetzung rettete sich Hamilton von Rang elf noch auf Platz fünf. Im am Ende packenden Reifenpoker beschwerte er sich aber über den vom Mercedes-Kommandostand angekündigten Zeitpunkt des Boxenstopps. »Im Nachhinein hätten wir draußen bleiben sollen oder früher reinkommen sollen«, meinte Hamilton, der vor seinem späten Reifenwechsel auf Rang drei lag. »Letzten Endes ist es sehr frustrierend.« Mercedes-Teamchef Toto Wolff sprach von »Schadensbegrenzung« bei seinem Topstar.

In der WM-Wertung liegt der Brite nach seiner holprigen Aufholjagd nun sechs Zähler hinter Verstappen, der vor zwei Wochen in Russland furios von Rang 20 auf zwei gerast war. »Wir sind glücklich mit dem zweiten Platz. Unter diesen Bedingungen ist es einfach, Fehler zu machen«, sagte Verstappen, dessen Teamkollege Sergio Perez am Sonntag Dritter wurde. Auf die Frage, was für ihn im Grand Prix am Schwersten gewesen sei, scherzte er: »Wach zu bleiben.«

Vor Zehntausenden Fans verzockte sich Sebastian Vettel im Aston Martin beim Boxenstopp mit Trockenreifen. Er blieb als 18. zum vierten Mal nacheinander ohne Zähler. »Tut mir leid für die Ansage. Ich dachte, es würde sich lohnen, das Risiko einzugehen«, räumte Vettel zerknirscht ein.

Nach dem besten Qualifikationsergebnis seiner Karriere warf Mick Schumacher im unterlegenen Haas eine frühe Kollision mit Alpine-Routinier Fernando Alonso zurück, der später seinen Fehler einräumte. Überrundet schleppte sich Schumacher als 19. über die Ziellinie. »Wir konnten nicht viel machen«, sagte er.

Nebel und Nieselregen rund um den Intercity Istanbul Park hatten die Fahrer zu Intermediates gezwungen. »Ich muss, ich will das Rennen irgendwie gewinnen«, verkündete Hamilton, der nach einem regelwidrigen Motorentausch statt von Rang eins nur von Platz elf starten durfte. Erster Profiteur war sein Mercedes-Teamkollege Bottas, der das Feld in die 170 Meter bis zur ersten Bremszone führte. Direkt dahinter lauerte Verstappen, der allerdings schon das ganze Wochenende die Balance seines Red Bull bemängelt hatte.

An Bottas kam der Niederländer nicht vorbei. Schumacher war nach Startplatz 14 »sehr, sehr glücklich« gewesen. Der 22-Jährige kam auch erst mal gut weg. Eine Berührung mit Alonso, der nach einem Dreher auf den Asphalt zurückkehrte, warf ihn aber ans Ende des Feldes zurück. Die Rennkommissare brummten dem zweimaligen Weltmeister aus Spanien eine Fünf-Sekunden-Strafe auf.

Verstappen kam in der 37. Runde als erster Pilot aus der Spitzengruppe an die Box, fiel aber nur auf Platz drei zurück. Bottas erhielt einen Umlauf später frische Intermediates. Vettel versuchte es indes mit den Medium-Reifen, musste aber rasch das Experiment beenden und die Gummis wieder wechseln. »Es funktioniert nicht«, musste er enttäuscht einräumen. Hamilton ging ebenfalls ins Risiko. Der siebenmalige Champion zögerte seinen Boxenstopp so lange heraus wie nur möglich. Die Mercedes-Strategen wollten ihren Fahrer längst in die Garage lotsen - Hamilton blieb aber draußen. Erst in Runde 51 war es soweit, der erste Reifensatz war längst abgefahren.

Tadej Pogacar hat seinen zweiten großen Klassiker in diesem Jahr gewonnen. Der 23-jährige Slowene siegte am Samstag bei der 115. Lombardei-Rundfahrt und ist damit der erste Radprofi seit Bernard Hinault 1979, dem im selben Jahr Erfolge bei der Tour de France sowie bei dem italienischen Monument gelangen. Nach 239 Kilometer von Como nach Bergamo setzte Pogacar sich beim Rennen der fallenden Blätter im Sprint gegen den Italiener Fausto Masnada durch. Im Sprint der Verfolgergruppe wurde der Brite Adam Yates Dritter mit 51 Sekunden Rückstand.

»Es ist verrückt. Nach so einer Saison zum Ende so einen Sieg zu holen«, sagte Pogacar. »Ich wusste, dass Masnada die Straßen hier ziemlich gut kennt und mich einholen wird. Er hat dann nicht mit mir gearbeitet, aber zum Glück hatten wir genügend Vorsprung.«

Nachdem das Rennen über 200 Kilometer wenig Aufregung bot, setzte Pogacar am Passo di Ganda gut 35 Kilometer vor dem Ziel die entscheidende Attacke. Hinter dem Tour-Sieger sammelte sich ein neunköpfige Gruppe mit Weltmeister Julian Alaphilippe, Alejandro Valverde, Vuelta-Sieger Primoz Roglic und Yates. Da sich die Top-Fahrer bei der Jagd auf Pogacar uneinig waren, attackierte Außenseiter Masnada in der Abfahrt und schloss zu Pogacar auf.

Deutsche Fahrer spielten bei der Hatz durch den Norden Italiens über sieben Anstiege keine Rolle. Maximilian Schachmann, im letzten Jahr noch Siebter, wurde von Bora-hansgrohe nicht nominiert. Der deutscher Meister leidet noch unter den Folgen eines Sturzes bei Paris-Roubaix.

Arnaud Démare hat den letzten Herbstklassiker des Jahres gewonnen. Der Franzose siegte am Sonntag bei der 115. Auflage von Paris-Tours im Sprint einer Vierergruppe vor seinem Landsmann Franck Bonnamour und dem Belgier Jasper Stuyven. Als bester Deutscher kam der 20 Jahre alte Nachwuchsfahrer Michael Heßmann (Münster) aus dem Jumbo-Visma-Team (4:34 Minuten zurück) auf Platz 66 ins Ziel.



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