31. Oktober 2021, 21:13 Uhr

3. Liga

Barca weit zurück

31. Oktober 2021, 21:13 Uhr
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Von DPA
Hattrick: Der Paderborner Sven Michel trifft beim 4:2 in Karlsruhe gegen Torwart Marius Gersbeck gleich dreimal. FOTO: DPA

Sieglos: Die kommenden Gegner von Bayern München, Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg in der Champions League blieben am Wochenende allesamt ohne Sieg. Benfica Lissabon musste sich vor dem Gastspiel in München am Dienstag mit einem 1:1 bei GD Estoril Praia begnügen und verlor die Tabellenspitze an den FC Porto. Ajax Amsterdam, das den BVB vor gut zwei Wochen mit 4:0 gedemütigt hatte, musste vor dem Wiedersehen am Mittwoch in Dortmund ein 0:0 bei Heracle Almelo verkraften. Der Rekordmeister bleibt aber in der Ehrendivision Spitzenreiter vor Mario Götzes PSV Eindhoven. Das gilt auch für Österreichs Meister RB Salzburg, der beim SV Ried 2:2 spielte, aber mit elf Siegen aus 13 Spielen souverän die Tabelle anführt. Am Dienstag ist der Club beim VfL Wolfsburg zu Gast.

Krise: Auch nach der Freistellung von Trainer Ronald Koeman geht es beim finanziell schwer angeschlagenen FC Barcelona weiter abwärts. Die Katalanen kamen unter Interimstrainer Sergi Barjuan gegen Deportivo Alaves nicht über ein 1:1 hinaus und liegen nun schon acht Punkte hinter Erzrivale Real Madrid, der beim FC Elche mit Toni Kroos in der Startelf 2:1 gewann. Neben dem neuerlichen sportlichen Rückschlag gab es bei Barça Sorgen um den argentinischen Stürmer Sergi Aguero, der mit Schmerzen in der Brust ausgewechselt wurde.

Sorge: Hinter dem Einsatz von Superstar Lionel Messi beim Champions-League-Gastspiel von Paris Saint-Germain am Mittwoch bei RB Leipzig steht ein Fragezeichen. Die Auswechslung beim 2:1 gegen Meister OSC Lille sei laut Trainer Mauricio Pochettino eine »Vorsichtsmaßnahme« gewesen. Er hoffe, dass es »keine große Sache ist«. Ohnehin ist Messi in Paris noch nicht richtig angekommen. In fünf Ligaspielen ist dem Ex-Weltfußballer weder ein Tor noch eine Vorlage gelungen. (dpa)

Zu wenig Konstanz, zu viele Rückschläge - die avisierte Rückkehr in das Fußball-Oberhaus wird für die einstigen Bundesliga-Größen Schalke 04 und Werder Bremen zu einer strapaziösen Mission. Ähnlich wie der Hamburger SV, der bereits in der vierten Saison sein Dasein in der 2. Bundesliga fristet, tun sich die beiden Absteiger in neuer Umgebung schwer. Nur drei Tage nach dem peinlichen Pokal-Knockout beim Drittligisten 1860 München gab es für die Schalker beim 0:1 in Heidenheim den nächsten Dämpfer. Und der einstmals stolze Europapokal-Sieger aus Bremen verbleibt nach dem 1:1 im Nord-Duell mit dem FC St. Pauli im Mittelmaß.

Von der Unbekümmertheit und Stabilität der führenden Teams aus St. Pauli und Regensburg sind die als Mitfavoriten gehandelten großen Drei aus Gelsenkirchen, Bremen und Hamburg derzeit weit entfernt. Dabei wähnten sich die Schalker nach zuvor vier Zu-Null-Siegen in Serie auf gutem Weg. Doch nach den beiden 0:1-Niederlagen in München und Heidenheim ist die Kritik an der Arbeit von Trainer Dimitrios Grammozis zurück. Der wachsenden Skepsis begegnete der Coach mit Durchhalteparolen: »Heute sind wir enttäuscht, werden uns schütteln, regenerieren und uns gut auf Darmstadt vorbereiten.«

Noch weiter vom eigentlich geplanten Kurs abgekommen sind die Bremer nach zuletzt nur zwei Punkten aus drei Spielen. Es passt ins Bild von gesunkenen Ansprüchen, dass beim viermaligen deutschen Meister ein Remis gegen St. Pauli als Erfolg gewertet wird. »Es ist der nächste Schritt in den Wiederaufbau. Ich glaube schon, dass wir auf einem guten Weg sind. Das Spiel heute gegen den Tabellenführer hat schon gezeigt, dass wir da auch mithalten können«, lobte Trainer Markus Anfang. Schon in den kommenden schweren Begegnungen in Nürnberg und auf Schalke könnte der ohnehin große Abstand auf die direkten Aufstiegsplätze von neun Punkten schon fast uneinholbar anwachsen.

Wie knifflig der Weg zurück in die Bundesliga sein kann, dokumentiert das anhaltende Leiden des Hamburger SV. Auch in seinem vierten Versuch läuft der Traditionsclub Gefahr, das Ziel zu verfehlen. Mit dem am Ende glücklichen 1:1 gegen Holstein Kiel verpasste das Team von Trainer Tim Walter die Chance, Boden in der Tabelle gut zu machen. Aus Frust über die anhaltende Heimschwäche mit nunmehr fünf Unentschieden in sechs Partien verbuchte Walter das 1:1 gegen Kiel »als Nachbarschaftshilfe für das Land Schleswig-Holstein«. »Das ist viel zu wenig zu Hause«, klagte auch Torjäger Robert Glatzel.

Zum Glück der drei ambitionierten Großclubs patzte am zwölften Spieltag auch der zuletzt aufstrebende Mitbewerber 1. FC Nürnberg. Beim 0:2 am Freitag in Darmstadt musste der Tabellenfünfte die erste Saisonniederlage in der 2. Liga hinnehmen. Die gerissene Serie ärgerte alle beim 1. FC Nürnberg. Dramatisieren wollte es aber niemand. »Wir müssen damit leben«, sagte Trainer Robert Klauß.

Dagegen bleibt das Überraschungsteam aus Regensburg erstaunlich stabil. Mit dem 3:0 beim Schlusslicht Ingolstadt festigte das Team von Trainer Mersad Selimbegovic den zweiten Rang, verkürzte den Abstand zu St. Pauli auf einen Punkt und blieb im siebten Ligaspiel nacheinander unbesiegt. Für das größte Spektakel des Wochenendes sorgte jedoch der neue Tabellenvierte aus Paderborn. Zur 4:2-Gala der Ostwestfalen in der ersten Halbzeit beim Karlsruher SC trug Sven Michel mit einem Hattrick zwischen der 23. und 32. Minute bei.

Nach der Trennung von Trainer Rüdiger Rehm hat Fußball-Drittligist SV Wehen Wiesbaden in die Erfolgsspur zurückgefunden. Die Hessen gewannen am Samstag bei Eintracht Braunschweig mit 2:1 (2:0) und schoben sich mit 21 Punkten wieder näher an die Spitzengruppe heran. »Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, wie sie die Dinge heute umgesetzt hat vor dieser Kulisse. Ein Riesenkompliment, das war ein riesiger Job von der ganzen Truppe«, sagte Interimstrainer Nils Döring.

Nach zuvor drei sieglosen Spielen sicherten Emanuel Taffertshofer (15. Minute) und Maximilian Thiel (23.) vor 9500 Zuschauern den fünften Auswärtserfolg in dieser Saison. Das Gegentor von Lion Lauberbach (54.) und die Rote Karte für Taffertshofer (86.) wegen groben Foulspiels änderten daran nichts mehr. »Das ist ein tolles Gefühl. Ich glaube, wir hatten eine sehr schwierige Woche. Umso wichtiger war es, eine Antwort zu geben. Wir haben zusammengehalten und einen verdienten Sieg mitgenommen«, sagte Thiel beim TV-Sender MagentaSport.

In der anstehenden Länderspielpause wollen die Hessen die Suche nach einem neuen Trainer vorantreiben.

Der Traum von der erneuten Teilnahme am DFB-Pokal-Finale ist für die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt bereits im Achtelfinale vorbei. Die Mannschaft von Trainer Niko Arnautis unterlag am Samstag beim FC Bayern München mit 2:4 (1:2). Diesmal gelang den Eintracht-Frauen keine faustdicke Überraschung gegen den deutschen Meister wie vor zwei Wochen beim 3:2 in der Bundesliga.

Arnautis wollte seiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen. »Wir haben wieder eine großartige Mentalität und Charakterstärke gezeigt. Dass wir über 90 Minuten dran waren und es den Bayern bis zum Schluss enorm schwer gemacht haben, spricht für unsere großartige Leistung«, sagte der 41-Jährige.

Die Nationalspielerinnen Lea Schüller (27. Minute), Giulia Gwinn (38.) und Klara Bühl (55./78.) trafen für die Münchnerinnen. Sjoeke Nüsken (42.) und Laura Feiersinger (64.) gelang vor 842 Zuschauern jeweils der zwischenzeitliche Anschlusstreffer. »Dadurch, dass wir giftig waren und nie aufgegeben haben, haben wir den Münchnerinnen nie die hundertprozentige Sicherheit gegeben. Dass es heute nicht gereicht hat, ist natürlich sehr bitter«, sagte die enttäuschte Feiersinger.

Sportdirektor Siegfried Dietrich verwies stolz darauf: »Unser Team hat gegen den deutschen Meister insgesamt fünf Tore schießen können, nach Rückständen Comeback-Qualitäten bewiesen und wertvolle Erfahrungen sowie Selbstvertrauen für die kommenden Herausforderungen gesammelt.«

Die Frankfurterinnen hatten in der Vorsaison das Pokalfinale erst nach Verlängerung ganz knapp mit 0:1 gegen den VfL Wolfsburg verloren. Gegen diesen Gegner hat die Frankfurter Eintracht nun das nächste schwere Auswärtsspiel in der Liga: Am Freitag geht’s für den Tabellendritten zum direkten Verfolger.



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