29. Juni 2021, 22:27 Uhr

Alexander Zverev macht kurzen Prozess

Alexander Zverev und Angelique Kerber haben in Wimbledon die zweite Runde erreicht. Bei Zverev musste es schnell gehen, weil er direkt vor den Fernseher wollte.
29. Juni 2021, 22:27 Uhr
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Von SID
Im Eiltempo entledigt sich Alexander Zverev seiner Erstrunden-Aufgabe. FOTO: AFP

Nach seinem Spaziergang in die zweite Runde von Wimbledon hatte Alexander Zverev plötzlich Stress. Im Schnelldurchgang hatte die deutsche Nummer eins soeben den Niederländer Tallon Griekspoor abgefertigt, und ebenso schnell musste er dann auch los: Denn Zverev hatte seine Tennis-Kollegen zum »Rudelgucken« für das EM-Highlight Deutschland vs. England eingeladen. Und während der Hamburger ins Hotel eilte, feierte auch Angelique Kerber einen gelungenen Start in den Rasen-Klassiker.

Auch Petkovic weiter

Zwei Stunden vor dem Achtelfinale zwischen den beiden Fußball-Erzrivalen in London hatte der Weltranglistensechste Zverev keine Probleme gegen den Qualifikanten Griekspoor, nach 1:29 Stunden machte der French-Open-Halbfinalist das 6:3, 6:4, 6:1 perfekt. Direkt im Anschluss zog auch Kerber, die 2018 auf dem »heiligen Rasen« triumphiert hatte, durch ein 6:4, 6:3 gegen die Serbin Nina Stojanovic in die zweite Runde ein - nach zuletzt drei Auftaktpleiten bei Grand Slams in Serie. Auch Andrea Petkovic erreichte durch ein 6:4, 6:3 gegen die Italienerin Jasmine Paolini die zweite Runde,

Für ein weiteres deutsches Highlight sorgte hingegen Oscar Otte bei seinem Debüt im Wimbledon-Hauptfeld. Der Kölner gewann sein am Montag unterbrochenes Match gegen den Franzosen Arthur Rinderknech im fünften Satz mit 13:12 (7:2) und trifft nun auf den zweimaligen Wimbledonsieger und britischen Tennis-Helden Andy Murray. Philipp Kohlschreiber verpasste indes nach einem Fünfsatz-Fight eine Überraschung gegen den Kanadier Denis Shapovalov (Nr. 10) ebenso wie Jan-Lennard Struff gegen den Weltranglistenzweiten Daniil Medwedew (Russland).

Zverev trotzte sogar dem Druck und den Frotzeleien seiner deutschen Tennisfreunde. »Ich habe ein bisschen Ärger von denen bekommen: Jetzt spiel nicht wieder fünf Sätze, wie immer in der ersten Runde, sondern mach mal ein bisschen schneller«, erzählte der 24-Jährige grinsend. Noch auf dem Court hatte er die heikle Frage nach dem Ausgang des EM-Achtelfinales souverän umschifft. »Wenn ich eine Antwort gebe, werde ich vom Platz gebuht«, scherzte er - und erntete die Lacher des britischen Publikums.

Gleichzeitig unterstrich der an Position vier gesetzte Zverev auch seine Ambitionen beim Rasen-Klassiker, bei dem er erst einmal ins Achtelfinale gekommen war. Eine peinliche Erstrundenpleite wie vor zwei Jahren geriet zu keiner Sekunde in den Bereich des Möglichen. Zu konzentriert agierte der Hamburger, zu stark kam der Aufschlag - 20 Asse standen am Ende zu Buche. Gegner in der zweiten Runde ist der US-Amerikaner Tennys Sandgren oder Norbert Gombos aus der Slowakei.

Kerber brauchte hingegen etwas mehr Anlaufzeit gegen Stojanovic, die Nummer 86 der Welt, und lag schnell 0:3 zurück. Doch mit dem Selbstvertrauen ihres Turniersiegs am Samstag in Bad Homburg - dem ersten seit ihrem Wimbledonsieg 2018 - kämpfte sich die 33-Jährige über ihren guten Aufschlag zurück und spielte gegen die auf Rasen deutlich unerfahrenere Stojanovic (24) ihre Routine. Nach 1:24 Stunden durfte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin jubeln.

»An diesen magischen Ort zurückzukommen, ist immer großartig«, sagte Kerber, die in den zehn Anläufen seit ihrem Wimbledonsieg fünfmal in der ersten Runde ausgeschieden war: »Ich liebe es, auf Gras zu spielen. Vor allem hier in Wimbledon.« Nun trifft sie in der zweiten Runde auf Sara Sorribes (Spanien) oder Ana Konjuh (Kroatien).

Federer mit Glück. Aus für Williams

Rekordsieger Roger Federer schrammte hingegen knapp an einer sensationellen Auftaktpleite vorbei. Der 39-jährige Schweizer hatte gegen Adrian Mannarino bereits mit 1:2-Sätzen zurückgelegen, ehe sich der Franzose bei 2:4-Rückstand im vierten Durchgang am Knie verletzte und wenig später aufgeben musste. Dieses traurige Schicksal ereilte auch US-Superstar Serena Williams. Die 39 Jahre alte US-Amerikanerin musste am Dienstag ihr Erstrundenmatch gegen Alexandra Sasnowitsch (Belarus) beim Stand von 3:3 aufgeben.

Kurz zuvor war die 23-malige Grand-Slam-Siegerin auf dem Rasen weggerutscht und musste sich minutenlang behandeln lassen. Zwar kehrte Williams nochmals zurück, wenig später verließ sie aber unter Tränen den Centre Court.



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